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Eliteserien | 17. Spieltag | 21.07.26 | Fredrikstad BK - Kattem IF 4:0 Schon nach sieben Minuten fiel der erste Treffer. Der erst 19-jährige Henning Halvorsen, der aussieht, als würde er noch seine Schulbücher im Spind vergessen, zimmerte den Ball nach einem Abpraller kompromisslos ins rechte Eck. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt. Ich wollte eigentlich flanken", grinste der Youngster nach dem Spiel. Trainer Peter Lundekvam stand am Spielfeldrand und klatschte mit einem Gesichtsausdruck, als hätte er das seit Wochen so geplant. Kattem IF wirkte früh konsterniert. Ihr Keeper Gheorghe Keserü fuchtelte mit den Armen und brüllte seine Abwehr zusammen - die Antwort kam in Minute 20. Linksverteidiger Pascal Hathaway, sonst eher für Rückpässe als für Traumtore bekannt, traf nach Vorlage von Halvorsen aus gut 25 Metern. Der Ball schlug im Winkel ein, und Hathaway rannte jubelnd Richtung Eckfahne. "Ich wollte eigentlich flanken", sagte auch er später lachend. Offenbar das Motto des Abends. Cristiano Ronaldo - nein, nicht der portugiesische Superstar, sondern sein 19-jähriger norwegischer Namensvetter - setzte in der 31. Minute den nächsten Streich. Nach schöner Vorarbeit von Marius Berg nahm er Maß und schlenzte den Ball unhaltbar ins lange Eck. Die Kattem-Abwehr? Schaute höflich zu. "Wenn du 26 Torschüsse gegen dich bekommst, kannst du nicht viel gewinnen", knurrte Kattems Coach nach dem Abpfiff und verzichtete auf Namensnennung. Zur Pause stand es 3:0, und die Zuschauer gönnten sich Hot Dogs und das gute Gefühl, Zeugen einer Demontage zu werden. Kattem hatte bis dahin ganze zwei Schüsse aufs Tor zustande gebracht - einer davon ein harmloser Versuch von Emanuele Marini in der 21. Minute, der den Ball so sanft auf Keeper Martin Flo schob, dass dieser fast verlegen lächelte, bevor er ihn aufhob. Nach der Pause änderte sich wenig. Fredrikstad kontrollierte mit 56 Prozent Ballbesitz das Geschehen, kombinierte nach Belieben, und Kattem rannte meist hinterher. "Wir wollten das Ergebnis verwalten", erklärte Lundekvam später, "aber die Jungs hatten offenbar noch Spaß." Spaß, den Henning Halvorsen in der 62. Minute wiederfand: Nach feiner Vorarbeit von Knut Berre schoss er sein zweites Tor des Abends - 4:0. Berre, der als Flügelflitzer ständig unterwegs war, drehte jubelnd ab, während Halvorsen sich die Haare aus der Stirn wischte und grinsend in Richtung Trainerbank zeigte. Kattem versuchte es noch mit kosmetischen Korrekturen. In der 81. Minute kam Anders Karadas zu einem Distanzschuss - immerhin der dritte Schuss aufs Tor. Doch wieder war Martin Flo zur Stelle, als wäre er zu einem gemütlichen Sonntagstraining eingeladen worden. "Ich hatte heute wenig zu tun, aber das ist auch mal schön", sagte er nach Abpfiff, während er sich entspannt die Handschuhe auszog. Einziger Wermutstropfen für Fredrikstad: In der 72. Minute sah Ragnhild Lydersen Gelb, nachdem er einen Kattem-Angriff mit einem beherzten Griff an die Schulter stoppte. "Ich wollte nur helfen", sagte er verschmitzt. Die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache: 26 Torschüsse für Fredrikstad, nur 3 für Kattem. Tacklingquote 58 zu 42 Prozent, Ballbesitz 56 zu 44 - das Ergebnis ein Spiegel des Spiels. Nach dem Abpfiff fasste Lundekvam die Lage trocken zusammen: "Wir haben gezeigt, dass wir Fußball spielen können. Und Henning hat gezeigt, dass er bald nicht mehr nur für die Jugendmannschaft vorgesehen ist." Kattems Kapitän Age Andersen hingegen zeigte sich zerknirscht: "Wir hatten heute die falschen Schuhe an - und vielleicht auch die falsche Taktik." Als das Flutlicht ausging und die Zuschauer noch die Namen Halvorsen und Ronaldo skandierten, blieb der Eindruck eines Abends, an dem alles passte. Fredrikstad spielte schnell, zielstrebig und mit jugendlicher Frechheit - Kattem dagegen mit höflicher Zurückhaltung. Und irgendwo im Presseraum seufzte ein Kollege: "Wenn Fredrikstad so weitermacht, wird selbst der Name Ronaldo bald wieder Angst verbreiten - in Norwegen." Ein 4:0, das deutlicher kaum hätte sein können. Und vermutlich hätte es noch höher ausgehen können - wenn Fredrikstad nicht irgendwann Mitleid gehabt hätte. 22.07.2026 06:41 |
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Dieter Eilts auf eine Hätte-wenn-und-aber-Frage eines Journalisten