Dagbladet
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Fredrikstad trotzt dem Viking-Sturm und gewinnt ein wildes 3:2

Eliteserien | 10. Spieltag | 20.08.26 | Fredrikstad BK - Viking FK 3:2

20.000 Zuschauer, fünf Tore und ein Spiel, das sich weigerte, vernünftig zu bleiben: Fredrikstad BK hat am Donnerstagabend am 10. Spieltag der Eliteserien Viking FK mit 3:2 besiegt. Zur Pause führte der Gastgeber bereits 3:1 - und musste anschließend trotzdem bis in die Nachspielzeit zittern. Fußball, diese charmante Mischung aus Kontrolle und kollektivem Herzklopfen.

Fredrikstad begann vor heimischer Kulisse mit deutlich mehr Zug zum Tor. Nach gerade einmal zwei Minuten prüfte David Henriquez Viking-Schlussmann Gianluca Simeri Crichi, vier Minuten später gleich noch einmal. Die Botschaft war klar: Hier wollte niemand erst lange die Landschaft betrachten. Viking antwortete durch Albert Rodriguez, der in der 10. Minute erstmals gefährlich auftauchte.

In der 18. Minute wurde Fredrikstads Druck belohnt. Marius Berg traf nach Vorarbeit von Asbjorn Giske zum 1:0. Die 20.000 auf den Rängen quittierten das mit dem Geräusch, das in Stadien weltweit als "Jetzt wird es interessant" bekannt ist. Viking blieb jedoch unbeeindruckt. Rodriguez glich in der 22. Minute aus, vorbereitet von Solveig Mykland.

Danach entwickelte sich ein munteres Hin und Her, wobei Fredrikstad die besseren Argumente besaß. Brede Hangeland brachte die Gastgeber in der 32. Minute erneut in Führung. Der Innenverteidiger, eigentlich für das Verhindern von Toren zuständig, nahm diese Stellenbeschreibung an diesem Abend eher als unverbindliche Empfehlung. Tommy Flo hatte den Treffer vorbereitet.

Viking versuchte, über die Flügel Druck zu erzeugen, Fredrikstad blieb ausgewogen und suchte geduldig den Abschluss. Das Resultat: 16 Torschüsse für die Hausherren gegenüber acht für Viking. Auch beim Ballbesitz lag Fredrikstad vorne - mit 55,3 Prozent zu 44,7 Prozent. Kein erdrückender Wert, aber genug, um Viking regelmäßig daran zu erinnern, wem dieser Abend gehörte.

Kurz vor der Pause schlug Jorn Andersen zu. In der 45. Minute vollendete der linke Angreifer nach Zuspiel von Giske zum 3:1. Viking-Trainer Markus Frey reagierte zur zweiten Halbzeit gleich dreifach und wechselte unter anderem den Torhüter sowie Rodriguez aus beziehungsweise ein. Eine Maßnahme, die ungefähr so klang, als hätte man in der Pause beschlossen, das Drehbuch eigenhändig umzuschreiben.

Viking kam entschlossener aus der Kabine. Die Gäste spielten nun stärker durch das Zentrum, erhöhten später das Pressing und suchten Abschlüsse aus allen möglichen Lagen. In der 65. und 67. Minute wurde Milan Kozacik gefährlich - und in der 67. Minute traf er nach Vorarbeit von Marcio Henrique zum 2:3.

Plötzlich war die Partie wieder offen. Fredrikstad hatte weiterhin mehr Ball und mehr Chancen, doch Viking roch die Möglichkeit zum Ausgleich. Ragnhild Hogmo und Solveig Mykland kamen in der Schlussphase zu Abschlüssen, während Jorn Andersen auf der anderen Seite mehrfach für Entlastung sorgte. Tommy Flo und Brede Hangeland sahen in der ersten Hälfte Gelb, Mykland folgte in der 77. Minute. Das Spiel blieb intensiv, ohne in eine Kartenparade auszuarten - offenbar hatte der Schiedsrichter noch andere Pläne für seinen Feierabend.

"Nicht panisch werden", hätte ein Fredrikstad-Fan seinem Nebenmann in der 88. Minute zurufen können. "Das sagst du seit der 67.", wäre vermutlich die passende Antwort gewesen. Tatsächlich verteidigte Fredrikstad den knappen Vorsprung bis zum Schlusspfiff. Viking drängte, Fredrikstad hielt dagegen - mit 53,1 Prozent gewonnener Zweikämpfe ebenfalls leicht im Vorteil.

Am Ende blieb es beim 3:2 (3:1). Fredrikstad belohnte sich für mehr Initiative, mehr Torschüsse und eine starke erste Halbzeit. Viking zeigte Moral, aber keine ausreichende Präzision. Oder, um es sportlich zu sagen: Der Gast machte das Spiel spannend, Fredrikstad behielt die Punkte. Und 20.000 Zuschauer gingen mit dem guten Gefühl nach Hause, dass sich Zittern manchmal durchaus lohnen kann.

21.08.2026 21:07
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