// Startseite
| Dagbladet |
| +++ Sportzeitung für Norwegen +++ |
|
|
|
Eliteserien | 6. Spieltag | 16.08.26 | Fredrikstad BK - Trondheim BK 1:1 Dabei begann Trondheim im heimischen Fredrikstad-Stadion mit bemerkenswert offensiver Absicht. Bereits nach einer Minute prüfte Nuno Suarez den Fredrikstad-Schlussmann Mateo Bosingwa. Wenig später versuchten sich Joan Granero und erneut Suarez, bevor Shimon Naot in der 19. Minute anklopfte. Trondheim spielte offensiv, kombinierte ausgewogen und suchte bevorzugt die sichere Gelegenheit. Nur: Sicher war an diesem Abend vor allem, dass der Ball zunächst nicht ins Tor wollte. Fredrikstad brauchte weniger Anläufe. In der 21. Minute schlug Nestor Roi zu. Nach Vorarbeit von Kai Hangeland traf der linke Angreifer zur 1:0-Führung. Die 20.000 auf den Rängen sprangen auf, als hätten sie gerade persönlich den entscheidenden Pass gespielt. "Ich habe nur gesehen, dass Kai den Ball sauber serviert hat. Da wäre es unhöflich gewesen, nicht zuzugreifen", soll Roi nach dem Spiel mit einem Lächeln gesagt haben. Die Führung entsprach allerdings nicht ganz dem Kräfteverhältnis. Trondheim blieb gefährlich, Fredrikstad hatte jedoch etwas mehr Ballbesitz: 52,47 Prozent standen am Ende 47,53 Prozent gegenüber. Das war kein erdrückendes Übergewicht, eher die statistische Variante eines höflichen Gesprächs, bei dem beide Seiten gelegentlich zu Wort kommen. Bis zur Pause blieb es beim 1:0, obwohl die Gäste mit sechs Torschüssen in der ersten Hälfte bereits deutlich aktiver wirkten. Trainer Paul Kronenberg hatte seine Mannschaft ausgewogen eingestellt. Keine wilden taktischen Experimente, kein Pressing um jeden Preis, sondern kontrolliertes Spiel mit dem Versuch, gute Chancen herauszuspielen. "Wir wollten nicht jedem Ball hinterherlaufen wie einem entlaufenen Hund", erklärte Kronenberg angeblich. "Aber manchmal war der Hund schneller als wir." Nach dem Seitenwechsel dauerte es nur zehn Minuten, bis Trondheim die Rechnung präsentierte. In der 55. Minute traf Nuno Suarez zum 1:1. Ewan Rose lieferte die Vorarbeit, Suarez vollendete mit der Ruhe eines Spielers, der zuvor schon mehrfach getestet hatte, wo genau die Grenzen der Fredrikstad-Abwehr lagen. "Beim dritten Versuch wusste ich, dass ich nicht ewig höflich fragen kann", wurde der Torschütze später zitiert. Danach entwickelte sich ein offener, wenn auch nicht immer hochklassiger Schlagabtausch. Fredrikstad kam durch Andres Rueda, Henning Halvorsen und Knut Berre zu weiteren Abschlüssen. Trondheim antwortete mit Joan Granero, Gabriel Callahan und natürlich Suarez, der insgesamt besonders auffällig blieb. Die Gäste brachten es auf zwölf Torschüsse, Fredrikstad auf acht. In der Zweikampfquote lag Trondheim ebenfalls knapp vorn, mit 51,64 Prozent gegenüber 48,36. In der 40. Minute sah Fredrikstads Andres Rueda die Gelbe Karte. Ansonsten blieb die Partie diszipliniert und ohne Platzverweis oder Verletzungsdrama - für manche Fußballfans beinahe schon eine Zumutung. Auch Trainer Uwe Kämmerer hielt an seiner offensiven Grundordnung fest. "Wir hätten gerne gewonnen", sagte er angeblich. "Aber immerhin haben wir nicht verloren. Das ist im Fußball die elegante Form von Enttäuschung." So blieb es beim 1:1. Fredrikstad verteidigte den Vorsprung nicht lange genug, Trondheim belohnte seine größere Schussfreude aber auch nicht mit einem zweiten Treffer. Ein gerechtes Unentschieden? Vermutlich. Ein berauschendes? Nun ja - dafür gab es immerhin 20 Torschüsse. Und zwei Tore. Der Rest war Eliteserien-Alltag: spannend, knapp und ein wenig gemein zu den Erwartungen. 16.08.2026 21:11 |
Sprücheklopfer
Heute hätte ich meine Sporttasche ins Tor stellen können, dann hätten wir zwei Stück weniger gekriegt.
Oliver Kahn nach dem 1:5 der deutschen Mannschaft gegen England