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Eliteserien | 16. Spieltag | 20.07.26 | Fredrikstad BK - Trondheim BK 2:2 Schon nach sieben Minuten brandete Jubel auf. Andres Rueda, der rechte Flügelflitzer Fredrikstads, jagte den Ball nach Vorlage von Knut Berre unhaltbar ins Netz. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", grinste Rueda später, "aber dann hat er sich irgendwie selbst überredet, reinzugehen." Trondheim wirkte zu diesem Zeitpunkt überrascht, fast überrumpelt - und nur 17 Minuten später setzte der 19-jährige Henning Halvorsen noch einen drauf. Bruder Simen, der alte Mittelfeldstratege, hatte ihn mit einem butterweichen Pass bedient. 2:0 nach 24 Minuten - die Fans sangen, als wäre das Spiel schon entschieden. Doch wer den Fußball kennt, weiß: Wenn man zu früh jubelt, ärgert man sich doppelt. Fredrikstad spielte weiter brav nach Lehrbuch - "balanciert", wie es in der Taktik-Mappe von Trainer Peter Lundekvam heißen würde -, doch der Biss fehlte. "Wir wollten das sauber runterspielen", erklärte Lundekvam nach der Partie, "leider haben wir vergessen, dass Trondheim nicht zum Sightseeing gekommen ist." Die Gäste aus Trondheim, unter Coach Uwe Kämmerer traditionell offensiv eingestellt, rappelten sich langsam auf. Schon vor der Pause hatten sie mehr Abschlüsse (am Ende 15 zu 11), doch es fehlte an Präzision. Erst nach dem Seitenwechsel, als Julian Bischoff von hinten mit langen Schritten durchstartete und Nuno Suarez bediente, platzte der Knoten. Suarez, der rechte Wirbelwind, schob in der 58. Minute zum 2:1 ein - und riss energisch die Arme hoch. "Ich habe nur gesehen, dass der Ball endlich das Tor gefunden hat - nach all den Flüchen vorher", lachte der 28-Jährige später. Fredrikstad wirkte nun nervös. Gelbe Karten für Bosworth (59.) und Bischoff (79.) bei Trondheim zeigten, dass das Spiel an Härte gewann, aber die Gäste schienen sich davon eher beflügelt zu fühlen. Suarez blieb gefährlich, Ewan Rose zog die Fäden im Mittelfeld, und Fredrikstads Keeper Mateo Bosingwa hatte alle Hände voll zu tun. Dann kam die 89. Minute - und mit ihr die späte Strafe für die verspielte Souveränität. Wieder war es Suarez, wieder nach Vorlage eines Mittelfeldmanns - diesmal Rose -, der zum 2:2 traf. Ein eiskalter Abschluss, der selbst die Heimfans kurz innehalten ließ. "Ich hab’s kommen sehen", murmelte Lundekvam später, "nur leider einer zu früh." In der Nachspielzeit drückte Trondheim weiter, fast übermütig. Vier Torschüsse in fünf Minuten - der letzte von Rose in der 93. Minute - zeigten, wer am Ende mehr Luft hatte. Fredrikstad kam kaum noch aus der eigenen Hälfte. Nur ein Verzweiflungsschuss von David Henriquez in der 94. Minute erinnerte daran, dass auch die Hausherren noch da waren. Statistisch war es ein Duell auf Augenhöhe: 50,8 Prozent Ballbesitz für Fredrikstad, 49,2 für Trondheim. Aber der Trend sprach klar für die Gäste. "Wir haben Moral gezeigt", erklärte Trainer Kämmerer mit einem kaum verhohlenen Grinsen. "Ich habe meinen Jungs gesagt: Wenn ihr schon 2:0 hinten liegt, dann wenigstens mit Stil zurückkommen." Dass Fredrikstad am Ende nur einen Punkt behielt, lag auch an der eigenen Passivität. "Wir haben aufgehört zu spielen", gestand Simen Halvorsen. "Vielleicht dachten wir, 45 Minuten reichen." Und so verabschiedeten sich die Fans mit gemischten Gefühlen - zwischen Stolz auf die erste Halbzeit und Frust über die zweite. Ein älterer Fan fasste es beim Verlassen des Stadions treffend zusammen: "Früher hat man gesagt, 2:0 ist das gefährlichste Ergebnis. Heute weiß ich wieder, warum." Fazit: Trondheim BK zeigte, was passiert, wenn man nie aufgibt. Fredrikstad BK zeigte, was passiert, wenn man zu früh glaubt, gewonnen zu haben. Und irgendwo dazwischen lag ein Fußballabend, der an Dramatik kaum zu überbieten war. Oder wie Nuno Suarez es später in der Mixed Zone sagte, während er sich ein Lächeln kaum verkneifen konnte: "Zwei Tore, ein Punkt, und Fredrikstad hat uns den Kaffee serviert. Wir haben nur den Zucker nachgelegt." 21.07.2026 15:45 |
Sprücheklopfer
Ich dachte, der Torwart darf im Strafraum die Hände benutzen.
Oliver Kahn nachdem er in Rostock mit beiden Fäusten ein Tor erzielt hatte und dafür vom Platz gestellt worden war