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FSV Frankfurt überrollt Linx: Thiel trifft doppelt, Hermenegildo setzt Schlusspunkt

Wenn ein Spiel nach gerade einmal zwei Minuten schon ein erstes Tor sieht, dann kann man sich entspannt zurücklehnen - zumindest, wenn man Anhänger des FSV Frankfurt ist. Für die 4969 Zuschauer im Linxer Stadion begann der 30. Spieltag der Regionalliga A mit einem Paukenschlag: Berndt Thiel, gerade einmal 20 Jahre alt und eigentlich Mittelfeldmotor, zog nach feinem Zuspiel von Yannik Schumacher einfach mal ab - 0:1. Linx war noch beim Aufwärmen, Frankfurt schon beim Jubeln.

Trainer Michal Dickschat raufte sich an der Seitenlinie die Haare, während Gäste-Coach Simone Niruak gelassen grinste. "So wollten wir anfangen", kommentierte sie später trocken, "meine Jungs haben wohl die Uhr etwas früher gestellt."

Doch wer dachte, Linx würde sich ergeben, irrte. Tatsächlich hatten die Gastgeber mehr Ballbesitz - 52 Prozent, um genau zu sein - und bemühten sich redlich um Kontrolle. Nur: Kontrolle ist schön, Tore sind schöner. Und die machten allein die Hessen.

Nach dem frühen Rückstand versuchte Karl Schwab in der 7. Minute, für Linx zu antworten. Sein Schuss rauschte aber knapp am Pfosten vorbei, und das war bezeichnend für den Abend: Viel Aufwand, wenig Ertrag. Frankfurt dagegen lauerte, kombinierte ruhig und fand immer wieder Lücken. Christopher Young und Callum Edwards prüften den jungen Linxer Keeper Thomas Dietz mehrfach, doch der 17-Jährige hielt zunächst, was zu halten war.

Bis zur Pause blieb es beim 0:1 - auch, weil Frankfurt erstaunlich abgeklärt agierte. Kein übertriebenes Pressing, kein hektisches Nachsetzen, einfach solides Regionalliga-Handwerk mit präzisem Passspiel. Linx dagegen hatte Mühe, überhaupt in den Strafraum zu kommen.

Und dann kam erneut Berndt Thiel. In der 60. Minute stand er wieder goldrichtig. Nach Vorarbeit von Christopher Young netzte der Mittelfeldmann trocken zum 0:2 ein. "Ich hab gar nicht groß nachgedacht", erklärte Thiel später ehrlich. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du triffst, sieht’s immer nach Plan aus."

Kurz darauf wechselte Niruak durch - und bewies erneut ein goldenes Händchen. Knud Krauss machte Platz für Markus Weller, Callum Edwards für den jungen Knud Block, und wenig später durfte auch Tiago Hermenegildo ran. Der Portugiese brauchte gerade einmal acht Minuten, um seinen Namen in die Torschützenliste zu schreiben: In der 78. Minute vollendete er einen perfekt getimten Pass von Morgan Kirwan zum 0:3.

Das Publikum reagierte mit einer Mischung aus Staunen und Resignation. "Die spielen ja, als hätten sie noch was vor in dieser Liga", murmelte ein Linxer Fan hinter der Pressetribüne.

FSV Frankfurt hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 18 Torschüsse auf dem Konto - Linx kam auf ganze drei. Die Statistik sprach Bände: Frankfurt war nicht zwingend überlegen im Ballbesitz, aber in allem, was wirklich zählte.

Eine gelbe Karte für Joshua Gebhardt in der 69. Minute sorgte kurz für Aufregung, mehr aber auch nicht. Linx rannte an, Frankfurt konterte. Am Ende blieb es beim klaren 0:3, und die Frankfurter ließen sich von ihren mitgereisten Fans feiern.

Trainer Niruak zeigte sich nach dem Spiel zufrieden, aber nicht euphorisch: "Wir haben klug gespielt. Nicht zu wild, nicht zu passiv. Und wenn du vorne so Jungs wie Thiel und Tiago hast, brauchst du als Trainer nur noch den Kaffee warmhalten."

Kollege Dickschat dagegen suchte nach Erklärungen: "Wir hatten den Ball, aber keine Ideen. Und wenn du früh in Rückstand gerätst, läufst du halt den eigenen Schatten hinterher."

Für Linx bleibt die Erkenntnis, dass Ballbesitz allein keine Punkte bringt. Für Frankfurt dagegen könnte dieses Spiel ein kleiner Meilenstein gewesen sein - abgeklärt, effizient und mit einem erfrischenden Schuss jugendlicher Frechheit.

Am Ende verließen die Spieler den Rasen mit unterschiedlichen Gesichtern: Thiel mit einem breiten Grinsen ("Zwei Tore? Ich zahl heute Abend nicht!"), Dietz mit hängenden Schultern, aber erhobenem Kopf. "Der Junge hat uns vor Schlimmerem bewahrt", meinte Dickschat noch, bevor er in den Kabinentrakt verschwand.

Ein 0:3, das klarer kaum sein konnte - und doch war es kein Spiel der Zahlen, sondern eines der Unterschiede: zwischen Plan und Umsetzung, zwischen Zielstrebigkeit und Leerlauf. Frankfurt nahm drei Punkte mit, Linx immerhin die Erkenntnis, dass frühe Gegentore selten ein gutes Omen sind.

Und irgendwo auf dem Heimweg summte wohl einer der Frankfurter Fans leise: "Auswärtssieg, Auswärtssieg…" - unmelodisch, aber glücklich.

01.01.643988 12:53
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