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Fulnek fegt Opava vom Platz - ein Abend zum Vergessen für die Hausherren

Manchmal passt einfach alles - allerdings nur für eine Mannschaft. Am 5. Spieltag der 1. Liga Tschechien erlebten die 16.000 Zuschauer im Stadion von Opava ein Spektakel, das für die Heimfans rasch zur Tortur wurde. Fotbal Fulnek reiste als Außenseiter an und fuhr mit einem 6:0-Kantersieg wieder ab. Schon zur Pause stand es 0:4, und das war keineswegs geschmeichelt.

Es begann eigentlich harmlos. Opava hatte in der 6. Minute durch Lionel Bischoff den ersten Torschuss, doch Fulnek-Torhüter Ghalib Arens klärte sicher. Zwei Minuten später rieb sich der junge Keeper vermutlich noch die Handschuhe warm, als Fulnek plötzlich ernst machte. In der 10. Minute traf Björn Schulte nach schöner Vorarbeit von Aitor Caneira - der Auftakt zu einem wahren Sturmlauf.

"Wir wollten früh Druck machen", erklärte Schulte nach dem Spiel mit einem Grinsen. "Dass es dann gleich so gut klappt, hätte ich selbst nicht gedacht." Zwei Minuten später folgte die nächste kalte Dusche für Opava: Bruno Peragon verwandelte einen abgefälschten Ball von Nelio Gama zum 0:2 (17.). Die Heimverteidiger schauten sich gegenseitig an, als wollten sie fragen, wer heute eigentlich die Abwehr organisiert.

Dann wurde es beinahe absurd. In Minute 19 schlenzte Niklas Heinemann den Ball ins lange Eck - 0:3. Und nur fünf Minuten später erhöhte der 22-jährige Connor Eliot nach einer Flanke des Innenverteidigers Luis Yague auf 0:4. Trainer Anja Kaiser von Fulnek sprang an der Seitenlinie so hoch, dass selbst die Ersatzspieler applaudierten.

"Ich habe den Jungs gesagt: Spielt weiter, als stünde es 0:0", lachte Kaiser nach dem Schlusspfiff. "Naja, sie haben wohl einfach nicht aufgehört, Tore zu schießen."

Opava dagegen wirkte wie hypnotisiert. Trotz fast 49 Prozent Ballbesitz fanden die Gelb-Blauen keine Mittel. Ihre fünf Torschüsse waren so harmlos, dass Arens im Fulnek-Tor zwischendurch wohl Zeit hatte, seine Schuhe zu binden. In der 41. Minute sah Gyula Soos Gelb, nachdem er Schulte unsanft daran erinnerte, dass es sich hier um ein Fußballspiel, nicht um ein Tanzturnier handelte.

Zur Pause herrschte betretenes Schweigen auf den Rängen. Ein älterer Fan rief verzweifelt: "Weckt sie auf!", doch niemand wusste genau, wen er meinte. Trainer von Opava - dessen Name in der Statistik interessanterweise fehlt - wirkte fassungslos. In der Kabine muss es laut geworden sein, denn die Opava-Spieler kamen mit finsterer Miene zurück.

Doch auch Wut ersetzt keine Struktur. Fulnek kontrollierte die Partie weiterhin mühelos. In der 60. Minute wechselte Kaiser den gelbverwarnten Marco Soverato aus und brachte Nicolaas Metternich - ein Schachzug, der sich als klug erwies. Denn während Opava in der 64. und 65. Minute zwei weitere Gelbe (Bischoff und Oklestek) kassierte, bereitete Fulnek den nächsten Streich vor.

In der 73. Minute war es erneut Björn Schulte, der nach Vorarbeit von Alberto Poli zum 0:5 traf. Der Mittelfeldregisseur drehte jubelnd ab, und man hatte das Gefühl, er könnte auch noch den Linienrichter zum Mitspielen animieren. "Ich hatte das Gefühl, der Ball fliegt heute einfach immer dahin, wo ich hinschieße", sagte Schulte später mit einem Augenzwinkern. "Vielleicht sollte ich Lotto spielen."

Der Schlusspunkt gehörte wieder Connor Eliot. In der 83. Minute knallte er den Ball aus zwölf Metern unter die Latte - 0:6. Aitor Caneira hatte diesmal aufgelegt. Einige Opava-Fans verließen nun das Stadion, andere blieben wie versteinert sitzen. Nur ein paar Kinder jubelten noch - vermutlich, weil sie die Farben der Mannschaften verwechselt hatten.

Fulnek brachte die Partie locker über die Zeit. 20 Schüsse aufs Tor, über 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und ein Team, das in allen Belangen überlegen war. "Wir haben einfach Spaß gehabt", resümierte Trainerin Anja Kaiser. "Wenn man so spielt, macht Fußball auch als Coach wieder Freude."

Bei Opava hingegen war Frust angesagt. Kapitän Gyula Soos stapfte nach dem Abpfiff kopfschüttelnd Richtung Kabine: "Sechs Tore - das ist nicht zu erklären. Wir haben uns selbst geschlagen."

Ein Abend, der in Opava noch lange nachhallen dürfte - und in Fulnek wohl als magischer Winterabend in die Vereinsgeschichte eingeht.

Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen trocken bemerkte: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald einen neuen Anzeigetafel-Betreuer."

06.03.643987 10:02
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Ich denke, dass man stolz sein kann auf die Leistung von Schalke 04, wegen der Leistung.
Andreas Möller
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