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Fumagalli rettet Weiersbach - Spektakel endet 2:2

Ein lauer Märzabend, Flutlicht über dem kleinen Stadion am Hang, 7616 Zuschauer mit Sonnenblumenkerne-Tüten bewaffnet - und dann dieses verrückte 2:2 zwischen dem SV Weiersbach und Weiler im Allgäu. Wer zu spät kam, hatte das erste Tor schon verpasst: Nach gerade einmal drei Minuten schlenzte Nick Scherer den Ball aus 18 Metern in den Winkel, als wolle er gleich im Alleingang den Abend entscheiden. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste der 25-Jährige später, "aber wenn er so reingeht, sag ich natürlich: Absicht."

Der frühe Schock ließ Weiersbachs Trainer Detlef Meister zunächst ratlos an der Seitenlinie stehen. Seine Mannschaft brauchte fast die gesamte erste Halbzeit, um sich zu sortieren. Zehn Torschüsse am Ende sprechen zwar für ein aktives Heimteam, doch bis zur Pause waren es eher harmlose Annäherungsversuche - mal ein Versuch von Hagi, mal ein verzweifelter Abschluss von De Luca. Weiler zeigte sich dagegen effizient, kontrollierte das Zentrum, und Trainer Mino Raiola (ja, Namensvetter des berühmten Spielervermittlers, aber nur entfernt verwandt, wie er betont) rief seinen Jungs zu: "Geduld, Jungs, Geduld und dann Nadelstiche!"

Kurz vor der Pause herrschte dann kurzzeitig Kirmesstimmung: Zwei Gelbe Karten für die Gäste - Heinrich Foerster und Bernd Jahn - sorgten für ein lautes Raunen auf den Rängen. "Da war nichts, gar nichts!", brüllte Jahn und zeigte dem Schiri symbolisch, wie wenig Luft zwischen ihm und dem Ball gewesen sei. Der Unparteiische zeigte sich unbeeindruckt - vermutlich auch, weil er den Satz schon tausendmal gehört hatte.

Nach dem Seitenwechsel wirkte Weiler frischer, und als Jannick Fritsch in der 61. Minute nach Vorarbeit von Vlado Horvat zum 0:2 traf, roch alles nach Auswärtssieg. "Wir hatten’s eigentlich im Sack", knurrte Fritsch später, "aber Fußball ist halt kein Wunschkonzert." Genau fünf Minuten nach seinem Treffer schlug nämlich Luca Fumagalli zurück. Nach einem schnellen Pass von Jaime Galva zog der Italiener trocken aus spitzem Winkel ab. 1:2 - und plötzlich war wieder Leben im Stadion.

Weiersbach, nun mit 54 Prozent Ballbesitz tonangebend, rannte und presste, als ginge es um den Aufstieg. Fumagalli, der ohnehin aussah, als hätte er noch drei Espresso im Blut, war überall zu sehen. In der 83. Minute kam er erneut zum Abschluss - und diesmal zappelte der Ball wirklich im Netz. Filipe de Almeida hatte ihn über rechts geschickt, Fumagalli drehte sich einmal um die eigene Achse und verwandelte zum 2:2. Der Jubel war laut, die Erleichterung greifbar. "Ich hab einfach instinktiv geschossen", sagte Fumagalli danach und grinste, "besser als nachzudenken."

In der Schlussphase wurde’s dann hitzig: MacAulay sah in der 94. Minute noch Gelb, vermutlich für das, was man im Volksmund "leichte Übermotivation" nennt. Danach hielt Torwart Dirck Van Keuren in der Nachspielzeit mit einer Glanzparade gegen Siebert das Remis fest. "Das war nix für schwache Nerven", japste Trainer Meister nach Schlusspfiff und wischte sich den Schweiß von der Stirn. "Aber meine Jungs haben Charakter gezeigt. Und Fumagalli? Der darf heute zweimal Nachtisch."

Weilers Coach Mino Raiola hingegen war weniger erfreut: "Wir haben das Spiel kontrolliert, und dann schenken wir zwei Tore her wie Nikolaus Süßigkeiten. Das darf uns nicht passieren." Trotz seiner Enttäuschung konnte aber auch er sich ein Lächeln nicht verkneifen - schließlich war es ein Spiel, das Werbung für die 3. Liga war.

Statistisch gesehen hatte Weiersbach leicht die Nase vorn: 10 zu 8 Torschüsse, ein Hauch mehr Ballbesitz, und wohl auch die lauteren Fans. Weiler konterte mit cleverem Stellungsspiel und einer disziplinierten Defensive, bis sie eben Fumagalli aus den Augen verloren.

Als die Flutlichter erloschen und die Zuschauer sich langsam auf den Heimweg machten, war vor allem eines klar: Beide Teams hatten sich nichts geschenkt - außer vielleicht gegenseitig ein Tor zu viel. Und irgendwo auf dem Parkplatz hörte man einen älteren Fan murmeln: "Wenn die immer so spielen, kauf ich mir wieder ’ne Dauerkarte."

Ein versöhnliches Ende für einen Abend, der eigentlich als Weiler-Gala begann - und als Fumagalli-Fest endete.

23.11.643993 02:18
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Sprücheklopfer
Ich wollte in taktischer Hinsicht ins Spiel von außen her eingreifen. Aber als der Schiedsrichterassistent die Einwechslung eines meiner wichtigsten Ergänzungsspieler übersehen hatte, wurde ich langsam ungehalten.
Christoph Daum
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