Dagbladet Sport
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Fyn kämpft, Greve trifft - ein Abend voller Tempo und Trotz

Wenn 47.476 Zuschauer in Odense an einem Mittwochabend die Sitze vibrieren lassen, dann ist klar: Hier spielt der SC Fyn, und zwar nicht irgendein Spiel - sondern ein wildes 2:3 gegen das formstarke Greve Fodbold am 8. Spieltag der 1. Liga Dänemark. Und was die Fans geboten bekamen, war von der ersten Minute an ein wogendes Fußballdrama zwischen Leidenschaft und leichter Selbstzerstörung.

Kaum hatte der Schiedsrichter um 20:30 Uhr angepfiffen, da war die Fyn-Abwehr offenbar noch auf der Suche nach dem passenden Schuhwerk. Schon in der 6. Minute klingelte es im Kasten von Keeper Albert de la Sota: Aron Petersen netzte eiskalt nach feinem Zuspiel von Hagen Storm ein. "Ich hab nur kurz gezwinkert, und er war schon durch", stöhnte Fyns Innenverteidiger Espen Molgaard später - halb ernst, halb resigniert.

Doch die Antwort kam postwendend: Eine Minute später, in der 7., legte Gerd Hougaard perfekt für Aitor Marco auf, der den Ball trocken ins rechte Eck setzte. 1:1 - endlich war Feuer drin. "Da dachte ich: Jetzt geht’s los!", rief Trainer Luis Pinheiro noch während des Spiels an der Seitenlinie, die Hände wild gestikulierend, als wollte er das Tor gleich selbst feiern.

Aber Greve hatte mehr vor. Die Gäste, von Coach Jean Vignoble gewohnt offensiv eingestellt, kombinierten mit kühler Präzision. Linksverteidiger Kai Damgaard - bereits früh durch eine Gelbe Karte ermahnt - legte in der 26. Minute seine Nervosität ab und traf aus spitzem Winkel zur erneuten Gästeführung. Wer bei Fyn dachte, das sei ein Ausrutscher, wurde vier Minuten später eines Besseren belehrt: Der 23-jährige Mittelfeldmotor Gerd Christiansen erhöhte nach Pass von Pau Santos auf 3:1.

Danach war der SC Fyn sichtbar bemüht, aber selten inspiriert. 44 Prozent Ballbesitz und 11 Torschüsse klingen kämpferisch, aber nicht gefährlich genug gegen ein Greve, das mit 56 Prozent Ballbesitz und einer Tackling-Quote knapp über 50 Prozent die Kontrolle behielt. Besonders auffällig: Während Fyns Pressing erst gegen Ende anlief, spielte Greve von Beginn an aggressiv und clever - eine Mischung aus Routine und kalter Effizienz.

In der Halbzeit wirkte Pinheiro, als hätte er die Taktiktafel in die Umkleide geworfen. "Wir müssen wacher sein!", schnappte ein Tribünengast auf, der offenbar ein offenes Ohr an der Tür hatte. Und tatsächlich: Mit Beginn der zweiten Hälfte drängte Fyn, als hätte jemand den Pausentee mit Espresso veredelt. Otto Ahmed prüfte den Gästekeeper mehrfach (54. Minute), Alexander Cantwell zog aus der Distanz ab (68.), und Gerd Hougaard rackerte, als hinge die Weltmeisterschaft an diesem Abend.

Die Belohnung kam schließlich spät, aber verdient: In der 77. Minute steckte Malik Özmen den Ball auf Milos Hasa durch, der cool blieb und zum 2:3 einschob. Das Stadion tobte, die Hoffnung flammte auf - und Pinheiro sprang an der Seitenlinie so hoch, dass er fast in die Coaching-Zone von Vignoble hineinfiel. "Ich hab kurz überlegt, ihm die Hand zu geben", witzelte der Greve-Coach nach Abpfiff, "aber er war zu sehr in der Luft."

Fyn drückte weiter, wechselte mutig: Bortolin kam für Bonnaire, Labant ersetzte Molgaard, und Nevio Renner übernahm hinten links für Teixeira. Doch die Gäste verteidigten mit allem, was dänisches Abwehrhandwerk hergibt - und ein bisschen Glück. Als Hasa in der 87. Minute noch einmal aus spitzem Winkel abzog, hielt Greve-Keeper Fabian Baer mit den Fingerspitzen und einem wohlwollenden Schutzengel.

"Wir haben heute gezeigt, dass wir leben", sagte Pinheiro nach dem Schlusspfiff, die Stimme heiser, der Blick kämpferisch. "Aber eben auch, dass wir manchmal zu spät aufwachen." Aron Petersen konterte trocken: "Wir wollten früh treffen - und haben dann einfach nicht aufgehört."

So bleibt Greve oben dran, während Fyn sich mit dem Gefühl trösten muss, wenigstens das Publikum begeistert zu haben. Der Applaus nach Abpfiff war laut, ehrlich und ein bisschen trotzig - so, wie man ihn in Fyn eben liebt.

Und wer beim Verlassen des Stadions genau hinhörte, konnte einen Fan sagen hören: "War doch klar, dass wir 2:3 verlieren, wenn wir 11:10 Torschüsse haben." Ein Satz, der das Spiel perfekt zusammenfasst - zwischen Hoffnung, Humor und dem ewigen Glauben, dass es beim nächsten Mal endlich reicht.

Endstand: SC Fyn - Greve Fodbold 2:3 (1:3). Tore: Marco (7.), Hasa (77.) - Petersen (6.), Damgaard (26.), Christiansen (30.). Zuschauer: 47.476. Ein Abend, der zeigt: Fußball ist manchmal ungerecht - aber selten langweilig.

21.06.643997 09:53
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Sprücheklopfer
Ich habe früher auch die großen Philosophen gelesen. Doch dann habe ich gemerkt, dass die von meinem normalen Denken absolut abweichen. Jetzt lese ich nur noch Fußballfachbücher.
Peter Neururer
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