Dagbladet Sport
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Fyn verzweifelt, Blokhus jubelt: Ein Tor genügt

42.000 Zuschauer im Odense-Stadion - und am Ende bleibt die große Frage: Wie kann man ein Spiel verlieren, in dem man fast alles richtig macht, außer den Ball über die Linie zu bringen? Der SC Fyn dominierte am 2. Spieltag der 1. Liga Dänemark fast nach Belieben, schoss elfmal aufs Tor, hatte mehr Ballbesitz, mehr Biss - und stand trotzdem mit leeren Händen da. Blokhus FC dagegen traf genau einmal. Das reichte. 0:1. Fußball kann so grausam ehrlich sein.

"Ich habe selten so viele Chancen gesehen, die alle höflich beim Torwart nachgefragt haben, ob sie rein dürfen", sagte Fyn-Trainer Luis Pinheiro nach dem Spiel mit einem bitteren Lächeln. "Leider war der Ball wohl zu schüchtern."

Dabei begann der Abend verheißungsvoll. Schon in der 9. Minute prüfte Albin Villadsen den Blokhus-Keeper Nelio Vaz mit einem strammen Linksschuss. Kurz darauf versuchte sich Egil Sommer gleich zweimal - in der 15. und 21. Minute -, doch Vaz war hellwach, vielleicht zu hellwach für Fyns Geschmack. "Der Mann hatte heute wohl Koffein im Blut", murmelte Sommer nach Abpfiff, noch immer kopfschüttelnd.

Blokhus FC stand tief, lauerte auf Konter und schien sich in der Rolle des geduldigen Gastes wohlzufühlen. Nur einmal in der ersten Hälfte wagte sich Pierre Barre in der 27. Minute gefährlich nach vorne, doch auch Fyns Torhüter Albert de la Sota zeigte, dass er nicht nur zum Dekor aufgestellt war. Nach 45 Minuten stand es 0:0, das Publikum forderte Tore, bekam aber vorerst nur Ballbesitzstatistik: 52,7 Prozent für Fyn, 47,3 für Blokhus.

"Wir wussten, dass sie kommen würden wie ein Sturm und wir wie ein Regenschirm", sagte Blokhus-Trainer trocken in der Pause zu einem Kollegen. Und tatsächlich - der Schirm hielt.

Dann kam die 53. Minute, und mit ihr die eine Szene, die alles entschied. Asger Povlsen behauptete den Ball an der Strafraumgrenze, legte clever quer auf Andreas Enevoldsen, der mit einem flachen Schuss ins rechte Eck traf. 0:1 - eiskalt, effizient, typisch Blokhus. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Enevoldsen nach dem Spiel. "Und gehofft, dass keiner merkt, dass ich eigentlich flanken wollte."

Fyn reagierte wütend. Santiago Velazquez und Einar Munch feuerten aus allen Lagen, Milos Hasa versuchte es in der 78. und 85. Minute - doch das Tor war wie vernagelt. Selbst eine Flanke von Julian Teixeira klatschte in der 29. Minute ans Außennetz, als wäre der Fußballgott selbst Verteidiger bei Blokhus.

Luis Pinheiro war nach dem Abpfiff bemüht, Fassung zu wahren. "Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben aggressiv, mutig und mit Herz gespielt. Nur das Tor hat gefehlt - aber das ist ja bekanntlich nebensächlich", sagte er mit bitterem Sarkasmus.

Blokhus-Coach hingegen genoss den Moment. "Wir haben zwei Schüsse aufs Tor und gewinnen. Wenn das kein taktisches Meisterwerk ist, weiß ich auch nicht", witzelte er, während seine Spieler ausgelassen vor den rund 200 mitgereisten Fans tanzten.

Und da war sie wieder, diese paradoxe Wahrheit des Fußballs: Statistiken sind hübsch, aber Tore zählen. SC Fyn hatte mehr vom Spiel, mehr Ideen, mehr Leidenschaft - aber Blokhus hatte Enevoldsen.

Am Ende applaudierten die Fans trotzdem. Vielleicht aus Dankbarkeit für die Spannung, vielleicht aus Verzweiflung, vielleicht auch einfach, weil man in Dänemark höflich ist.

"Wir werden das nächste Mal treffen", versprach Egil Sommer beim Verlassen des Rasens. "Notfalls köpfe ich den Ball selbst rein - mit dem Rücken."

Ein Abend, der zeigte, dass Fußball manchmal nicht gerecht ist - aber immer Geschichten schreibt. Und diesmal schrieb er eine über 90 Minuten vergeblicher Mühe, einen einzigen Moment der Kaltschnäuzigkeit und 41.940 Zuschauer, die nach Hause gingen und dachten: Eigentlich hätten wir das gewinnen müssen.

Und vielleicht dachte der Fußballgott beim Hinausgehen dasselbe - nur grinste er dabei ein bisschen.

02.04.643997 21:18
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Sprücheklopfer
Ich habe früher auch die großen Philosophen gelesen. Doch dann habe ich gemerkt, dass die von meinem normalen Denken absolut abweichen. Jetzt lese ich nur noch Fußballfachbücher.
Peter Neururer
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