Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Fyssas-Festspiele in Piräus: Olympiokos schießt Panachaiki 4:1 ab

Wer am Mittwochabend in Piräus eine ruhige Zweitligapartie erwartete, wurde bereits nach 60 Sekunden eines Besseren belehrt. Kaum hatte der Schiedsrichter angepfiffen, zappelte der Ball im Netz - und zwar im Tor von Panachaiki. Astianax Fyssas, der Mann des Abends, hatte keine Lust auf Abtasten, keine Lust auf Geduld. Nach einem beherzten Antritt über links und einem präzisen Zuspiel des jungen Veli Nurmela schob er den Ball trocken ein. 1:0 nach einer Minute - der erste Espresso war daheim vermutlich noch nicht fertig aufgebrüht.

"Ich habe einfach draufgehalten. Warten ist nichts für mich", grinste Fyssas nach dem Spiel, während er seinen Hattrick-Ball unter den Arm klemmte. Hattrick? Mehr noch: Vier Tore, eine persönliche Gala, ein Familientreffen der besonderen Art.

Denn in der 26. Minute meldete sich ein anderer Fyssas zu Wort - Archondis, 34, Mittelfeldmann bei Panachaiki und, wie sich herausstellte, Cousin des Torschützen. Der ältere der beiden nutzte einen Moment der Unordnung in der Olympiokos-Abwehr, nachdem Gerard Weise über rechts durchgebrochen war, und traf zum 1:1. "Ich wusste, dass er schießt, wenn er den Ball kriegt", erzählte Archondis hinterher und lachte. "Er hat’s halt von mir gelernt."

Das Familienidyll hielt allerdings nur acht Minuten. In der 34. Minute war es wieder der jüngere Fyssas, der mit einem wuchtigen Linksschuss die Führung zurückholte. Diesmal hatte ihn der 17-jährige Marinos Tsitsis bedient - ein Talent, das vielleicht noch nicht volljährig, aber offenbar schon alt genug ist, um den Strafraum zu beherrschen. 2:1 zur Pause, und im Stadion brodelte es.

Dabei hatte Panachaiki mehr Ballbesitz (54 Prozent) und wollte das Spiel kontrollieren. Doch Kontrolle ist nur so viel wert, wie man damit anfangen kann. Olympiokos konterte aggressiv, mit 15 Torschüssen gegenüber mageren vier der Gäste. Trainer Marius Münni, der Mann mit dem ewigen Notizblock, kommentierte trocken: "Wir hatten heute keine Zeit zum Denken. Nur zum Laufen, Schießen und Jubeln."

Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, klingelte es erneut. Wieder Fyssas, wieder eiskalt, diesmal nach einem Pass von Jacob Lithgow in der 46. Minute. Der Angreifer rannte jubelnd zur Trainerbank, rief "Das war für dich, Coach!" - worauf Münni nur die Stirn runzelte und murmelte: "Dann soll er mir beim nächsten Mal lieber ein Tor schenken."

Panachaiki versuchte, sich zurückzukämpfen, schob die Linie nach vorn, kombinierte gefällig - aber ohne Durchschlagskraft. Die besten Chancen hatte Aigefs Apostolakis (64.) und der junge Papadopoulos in der Nachspielzeit, doch Olympiokos-Keeper Stathis Giannopoulos blieb souverän. Mehr als ein paar verzweifelte Fernschüsse sprang nicht heraus.

In Minute 85 folgte schließlich das Sahnehäubchen: Fyssas zum Vierten. Wieder auf Zuspiel von Tsitsis, wieder präzise, wieder lässig. Der Stadionsprecher kam kaum hinterher mit dem Ansagen. "Ich wollte eigentlich ausgewechselt werden", scherzte Fyssas später, "aber der Ball hat mich überredet, noch einmal zu bleiben."

Kurz darauf durfte er sich doch verabschieden - nicht offiziell, sondern mit Standing Ovations der 11.179 Zuschauer. Seine Mitspieler klopften ihm auf die Schulter, Trainer Münni verzog sogar ein seltenes Lächeln. Nur einer schüttelte den Kopf: Cousin Archondis, der nach dem Spiel meinte: "Das nächste Familienfest wird unangenehm. Ich bringe den Pokal mit - er bringt vier Tore."

Panachaiki-Coach war nach dem Spiel um Fassung bemüht: "Wir hatten den Ball, aber sie hatten Fyssas. Und das reicht offenbar." Treffender kann man es kaum sagen.

Auch die Statistik schrieb ein klares Urteil: 15:4 Torschüsse, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe für Olympiokos - und ein überragender Angreifer, der den Unterschied machte. Dass seine Mannschaft formal nur 46 Prozent Ballbesitz hatte, dürfte Fyssas nicht stören. "Ballbesitz ist was für Leute, die nicht wissen, wohin mit dem Ding", sagte er augenzwinkernd.

Olympiokos bleibt damit im Rennen um die Tabellenspitze der 2. Liga Griechenlands. Panachaiki hingegen reist mit einem Koffer voller Fragezeichen zurück nach Patras - und vielleicht mit dem stillen Vorsatz, beim nächsten Mal einen Fyssas weniger auf dem Platz zu haben.

Ein Abend, der in Piräus noch lange nachhallte. Zwischen Zaziki und Jubelgesängen verließen die Fans das Stadion - und irgendjemand rief noch: "Astianax for Präsident!" Warum auch nicht? Nach so einem Spiel würde ihn wohl niemand stoppen.

10.04.643987 03:42
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wir sind in der Arena der Buhmann der Nation. Es geht um Millionen, und die Fehlentscheidungen häufen sich. Sobald es strittig wird, wird gegen uns gepfiffen. Da müssen wir das Ding eben wieder abreißen.
Rudi Assauer
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager