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Garcia-Gala in Gela: Dreierpack lässt San Marino alt aussehen

Ein kühler Januarabend in Gela, 43.500 Zuschauer, Flutlicht, und dieser ganz besondere Geruch nach gegrillten Würstchen und Spannung in der Luft - perfekte Bedingungen für ein Fußballfest. Und das bekamen sie: Gela zerlegte San Marino mit 4:2 (1:0) und vor allem einer stahl sich ins Rampenlicht - Javier Garcia, der Mann mit dem Torriecher eines Trüffelschweins.

Schon nach 14 Minuten bebte das Stadion. Dennis Bedard hatte sich im Mittelfeld elegant durch die blau-weißen Reihen gedribbelt, legte quer, und Garcia musste nur noch einschieben - 1:0! San Marinos Keeper Irakli Schadrin sah dabei aus, als hätte er gerade ein besonders kompliziertes Sudoku gelöst - zu spät, zu verwirrt. "Ich hab den Ball schon gerochen, aber nicht mehr gesehen", stöhnte der Schlussmann später mit einem gequälten Grinsen.

Bis zur Pause kontrollierte Gela das Spiel, auch wenn die Statistik knapp blieb: 49,9 Prozent Ballbesitz für die Hausherren, 50,1 für San Marino, aber 14:5 Torschüsse sprechen eine deutlichere Sprache. Trainer Michael Müller wirkte an der Seitenlinie trotzdem nicht ganz zufrieden. "Wir hätten in der ersten Halbzeit schon den Sack zumachen müssen. Aber meine Jungs wollten’s wohl spannend halten - oder mich ärgern", lachte er nach dem Spiel.

Direkt nach dem Wiederanpfiff dann der Schock für Gela: San Marinos Innenverteidiger Nael Goncalves, sonst eher für rustikale Grätschen bekannt, traf in der 46. Minute nach einer Ecke per Kopf zum 1:1. Die Gästefans - ungefähr 200 an der Zahl, laut und mit erstaunlich vielen Trompeten ausgestattet - feierten, als wäre es der Siegtreffer im WM-Finale.

Doch wer glaubte, San Marino könnte hier etwas mitnehmen, hatte die Rechnung ohne Garcia gemacht. In der 63. Minute, nach feinem Zuspiel von Corey Staunton, drosch er den Ball humorlos ins rechte Eck. Acht Minuten später wieder die gleiche Kombination, wieder Garcia, wieder Tor - 3:1! "Corey hat mir zweimal den Ball auf dem Silbertablett serviert. Ich musste nur noch höflich ’Grazie’ sagen", grinste der dreifache Torschütze später mit einem Augenzwinkern.

San Marino antwortete prompt, Simeon Galitsios verkürzte in der 72. Minute auf 3:2 - ein wuchtiger Schuss aus der Distanz, der Gelas Keeper Pattrick Gabriel keine Chance ließ. Kurz flackerte Hoffnung auf, doch die wurde schnell wieder gelöscht. In der 86. Minute setzte Lucas Cochran mit dem 4:2 den Deckel drauf, nach cleverem Pass von Patrik Licka. Die Fans sangen, das Stadion vibrierte, und Trainer Müller ballte die Faust in Richtung Tribüne - wohl mehr vor Erleichterung als vor Triumph.

San Marinos Coach Husti Nette nahm die Niederlage gefasst: "Wir haben offensiv gespielt, vielleicht etwas zu offensiv. Aber wenn Gela mit Garcia so einen Tag erwischt, kannst du nur hoffen, dass der Ball irgendwann von selbst das Stadion verlässt." Immerhin blieb sein Team fair - na ja, fast: Zwei Gelbe Karten (Douglas in der 62., Goncalves in der 75.) erinnerten daran, dass auch Verzweiflung eine Farbe hat.

Die letzten Minuten gehörten dann Gela, das plötzlich richtig Spaß am Pressing fand. Müller hatte offenbar in der Schlussphase auf "Alles nach vorn" gestellt - und das zeigte Wirkung. In der 81. Minute sah Marco Frechaut noch Gelb, weil er wohl etwas zu enthusiastisch in einen Zweikampf ging. "Ich wollte nur zeigen, dass wir noch leben", sagte er hinterher schmunzelnd.

Als Schiedsrichter Moretti abpfiff, standen die Zuschauer längst. Garcia wurde mit Sprechchören gefeiert, Müller klatschte seine gesamte Bank ab, und die Spieler posierten für Selfies, als hätten sie gerade den Scudetto gewonnen.

"So ein Abend bleibt hängen", sagte Müller noch auf der Pressekonferenz. "Nicht nur wegen der Tore, sondern weil wir gezeigt haben, dass wir kämpfen und lachen können - manchmal sogar gleichzeitig."

Und Garcia? Der verschwand in der Kabine, grinste breit und rief über die Schulter: "Ich hab noch Platz für einen vierten - aber das heben wir uns fürs nächste Mal auf."

Ein Abend, der in Gela wohl noch lange erzählt wird - irgendwo zwischen Bier, Stolz und der leisen Frage, ob San Marino wirklich so schlecht war oder Garcia einfach zu gut. Wahrscheinlich Letzteres.

04.11.643987 10:58
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