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Süper Lig | 2. Spieltag | 18.09.26 | Gatalasaraj - Bursospor 4:2 Den Anfang machte Aitor Henrico. Der Innenverteidiger, offenbar mit dem dringenden Wunsch ausgestattet, seine eigentliche Stellenbeschreibung neu zu interpretieren, traf in der sechsten Minute nach Vorlage von Eric Bernheim. Zwei Minuten später war Henrico schon wieder zur Stelle - erneut bediente ihn Bernheim, erneut zappelte der Ball im Netz. 2:0 nach acht Minuten, und Bursospor sah aus, als hätte man die Mannschaft vor dem Anpfiff mit einer besonders komplizierten Bedienungsanleitung allein gelassen. "Ich dachte kurz, ich spiele plötzlich Mittelstürmer", sagte Henrico später mit einem Grinsen. "Aber wenn der Ball zweimal kommt, darf man auch zweimal schießen." Bursospor antwortete in der zwölften Minute. Morgan Warrington verkürzte nach Zuspiel von Burhan Davala auf 1:2 und brachte damit zumindest die Hoffnung zurück, dass dieser Abend nicht schon nach einer Viertelstunde entschieden sein würde. Die Gäste hatten offensiv begonnen und blieben ihrer Ausrichtung treu, doch in der Defensive klafften Lücken, durch die Gatalasaraj mit bemerkenswerter Höflichkeit immer wieder spazierte. In der 24. Minute stellte Eric Bernheim den alten Abstand wieder her. Meir Ramon lieferte die Vorlage, Bernheim vollendete - und hatte damit nach zwei Assists auch selbst getroffen. Trainer Ahmet Kaya konnte an der Seitenlinie zufrieden nicken. Oder, wie es in solchen Momenten heißt: Er sah aus, als hätte er alles genau so geplant. "Wir wollten sicher spielen und gute Chancen herausarbeiten", erklärte Kaya. "Dass wir dabei vier Tore erzielen, nehme ich natürlich trotzdem mit. Der Fußball ist manchmal großzügiger, als man verdient." Die Statistik bestätigte den Eindruck einer unterhaltsamen, aber keineswegs einseitigen Begegnung. Gatalasaraj kam auf 14 Torschüsse, Bursospor auf neun. Beim Ballbesitz lag der Gastgeber mit 53,9 Prozent nur leicht vorn. Es war also kein Abend, an dem eine Mannschaft den Ball versteckte und die andere vergeblich danach suchte. Beide Teams spielten ausgewogen im Passspiel, verzichteten weitgehend auf aggressives Pressing - offenbar in der Hoffnung, dass die gegnerische Abwehr sich auch ohne Einladung selbst in Schwierigkeiten bringt. Nach der Pause blieb Bursospor offensiv und wurde in der 74. Minute belohnt. Davala traf nach Vorlage von Warrington zum 2:3. Plötzlich war die Partie wieder offen, und auf den Rängen machte sich jene Mischung aus Nervosität und Vorfreude breit, die Fußballfans besonders schätzen: Man weiß nicht, ob man gleich jubeln oder sich über die eigene Hoffnung ärgern wird. Gatalasaraj ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen. In der 85. Minute sorgte Bernheim mit seinem zweiten Treffer für die Entscheidung, diesmal nach Zuspiel von Kari Suhonen. Bursospor hatte bis zum Schluss Möglichkeiten, doch der Anschlusstreffer blieb aus. Mathias Siebert sah in der 68. Minute Gelb, auf Seiten der Gastgeber wurden Fabio Espinosa, Henrico und Meir Ramon verwarnt. "Beim 3:2 wurde es kurz unangenehm", gab Kaya zu. "Aber wir haben nicht angefangen, mit dem Ergebnis zu verhandeln." Peter Müller, Trainer der Gäste, sah es ähnlich: "Wir haben nie aufgegeben. Leider haben wir Gatalasaraj zu viele Geschenke gemacht. Und die waren heute ausgesprochen hungrig." So blieb am Ende ein 4:2, sechs Tore und die Erkenntnis, dass Henrico zwar Innenverteidiger ist, Bernheim aber offenbar beschlossen hat, gleich eine halbe Mannschaft zu verkörpern. In Gatalasaraj dürfte sich darüber niemand beschweren. 18.09.2026 23:11 |
Sprücheklopfer
Schalke hat das Mittelfeld schnell überbrückt, mit schnellen, äh, Mittelfeldspielern.
Berti Vogts