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Ein Winterabend im Jänner, Flutlicht, 3057 frierende, aber tapfere Zuschauer - und ein FC Stadlau, der alles versuchte, aber an der jugendlichen Unbekümmertheit des FC Hallein verzweifelte. Am Ende stand ein schmales 0:1, das die Hausherren noch lange beschäftigen dürfte. Schon die achte Minute brachte die Entscheidung: Der 18-jährige Noah Gebhardt, dessen Bartwuchs noch in der Anlaufphase steckt, schlich sich nach einem Pass des 17-jährigen Harrison Willoughby in die Schnittstelle der Stadlauer Viererkette und schob den Ball eiskalt ins lange Eck. Torwart Niels Adam streckte sich, doch der Ball küsste nur kurz den Innenpfosten - und lag dann im Netz. 1:0 Hallein. "Ich dachte kurz, ich träume", grinste Gebhardt später. "Harrison hat mir den Ball serviert, da musste ich ja nur noch Danke sagen." Stadlau, sichtlich überrascht von der Frühattacke der Gäste, brauchte einen Moment, um sich zu sortieren. Trainer Krunkel, der Halleiner Coach, stand derweil an der Seitenlinie und rieb sich die Hände - nicht nur wegen der Kälte. "Wir wollten mutig sein. Wenn die Jungs schon so jung sind, dann sollen sie auch so spielen: frech, schnell, ohne Angst", erklärte er hinterher mit einem zufriedenen Schmunzeln. Die Hausherren hatten zwar mehr Ballbesitz (56 Prozent) und versuchten, das Spiel zu diktieren, aber Hallein blieb gefährlicher. Ganze 17 Torschüsse feuerten die Gäste ab - das war beinahe doppelt so viel wie Stadlau (9). Florian Busch prüfte Halleins Keeper Pal Zele bereits in der sechsten Minute, später auch mehrfach Nevio Freitag, doch Zele, gerade einmal 19, wehrte mit der Ruhe eines alten Torwartfuchses ab. "Ich hab mir gedacht: Wenn ich schon Handschuhe trage, sollen sie sich lohnen", sagte er später lachend. Stadlaus Trainer - man hörte ihn mehrfach auf der Linie fluchen - versuchte seine Elf mit lautstarken Kommandos wachzurütteln. "Mehr Druck!", rief er, und bekam prompt eine Flanke, die im Seitenaus landete. Der Ballbesitz war da, die Ideen eher nicht. Mathias Burger und Johann Eder verzettelten sich im Mittelfeld, während vorne Busch und Freitag oft auf sich allein gestellt waren. Hallein dagegen spielte schnörkellos: ein, zwei Pässe, dann der Abschluss. Nicht alles zielgenau, aber konsequent. Die zweite Halbzeit brachte kaum Besserung für Stadlau. Hallein verteidigte diszipliniert, die Innenverteidiger Ben Franke und Michail Burkhardt klärten kompromisslos. Wenn’s brenzlig wurde, half auch mal ein Befreiungsschlag Richtung Parkdeck. Krunkel gestikulierte an der Linie, rief seinem Team zu: "Konzentriert bleiben, Jungs!", während auf der anderen Seite der Stadlauer Trainer zunehmend in seine Jacke murmelte. In der 65. Minute wechselte Hallein frischen Wind ein: Jose Rocha kam für Niclas Schöne, kurz darauf Jefrem Chmyljow für den müden Dirk Petersen. Und selbst der Torwart wurde noch ausgetauscht - Arseni Ragulin ersetzte Zele in der 72. Minute. "Pal wollte nicht raus, aber wir wollten Arseni auch mal Eisluft schnuppern lassen", sagte Krunkel augenzwinkernd. Ragulin bedankte sich in der 89. Minute mit einer Parade gegen Burger, die das 0:1 festhielt. Nach dem Abpfiff standen die Halleiner Spieler Arm in Arm vor den 30 mitgereisten Fans und sangen in die kalte Nacht. Stadlau dagegen schlich vom Feld - kopfschüttelnd, aber nicht ohne Stolz, denn ganz ohne Chancen war es eben nicht. "Wenn du 56 Prozent Ballbesitz hast, aber keiner weiß, was er damit anfangen soll, dann hilft dir auch kein Statistikzettel", meinte Kapitän Gustav Link trocken. Halleins Jungspunde feierten ihren knappen, aber verdienten Auswärtssieg wie einen Pokalerfolg. "Wir haben gelernt, dass man auch mit 18 die Großen ärgern kann", sagte Gebhardt, der Torschütze, und grinste in die Kameras. Für Stadlau heißt es nun: Mund abputzen, weitermachen. Die Saison ist jung, und wer so viel den Ball hat, wird irgendwann auch das Tor treffen. Vielleicht schon beim nächsten Mal - wenn nicht wieder ein 18-Jähriger beschließt, die Geschichte anders zu schreiben. Und so endete ein frostiger Abend mit einem warmen Gefühl für Hallein: drei Punkte, ein Tor, und ein Teenager, der plötzlich zum Matchwinner wurde. 10.04.643987 03:46 |
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