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Champions League Qualifikation | 1. Runde - Rückspiel | 06.07.26 | Rush Chorzow - Gela 4:7 Schon nach wenigen Minuten wurde klar, dass Trainer Michael Müller seine Gela-Elf mit klarer Ansage ins Spiel geschickt hatte: Flügel, Flügel, Flügel! Tiago Almeida, der bullige Mittelstürmer, bekam den Ball in der 25. Minute mustergültig von Linksverteidiger Mattias Lindström serviert - und vollstreckte humorlos. 0:1. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn man so viele Flanken kriegt, muss mal einer rein", grinste Almeida nach der Partie, während er einen verschwitzten Stutzen aus dem Schuh zog. Rush Chorzow, unter der Leitung von Trainer Herth Ussia, brauchte lange, um das eigene Offensivkonzept zu ordnen. Arkadiusz Wojcicki ackerte vorne, rannte, schoss - aber traf nicht. Elf Torschüsse verzeichneten die Gastgeber am Ende, doch nur einer sollte regulär den Weg ins Netz finden. Und das auch erst, nachdem die Lage schon prekär war. Denn in der 49. Minute flog Rechtsverteidiger Linus Willimowski nach einem übermotivierten Einsteigen vom Platz. "Ich wollte nur den Ball treffen. Leider war der Ball etwas kleiner als gedacht", murmelte der 20-Jährige später und verschwand Richtung Kabine, bevor sein Trainer noch etwas sagen konnte. Gela nutzte die Überzahl eiskalt. Matias Rueda traf in der 56. Minute nach feinem Zuspiel von Niels Wegener zum 0:2, ehe nur eine Minute später Manuel Tiago für Chorzow die Hoffnung zurückbrachte - ebenfalls nach Assist von Diego Derlei. Doch wer glaubte, das Momentum kippe, irrte: Eric Jonsson stellte in der 61. Minute den alten Abstand wieder her. "Da war’s kurz still im Stadion", erinnerte sich Chorzows Kapitän Egil Persson. "Man hörte nur noch das Rascheln der Chipstüten in Block F." Aber Fußball wäre nicht Fußball, wenn er nicht für unerwartete Wendungen sorgte. In der Verlängerung, als Gela bereits den sicheren Sieg wähnte, tauchte Zoran Duljaj in der 101. Minute auf und köpfte nach einem Freistoß von Dennis Majak zum 2:3 ein. Das Stadion explodierte - zumindest für gut zehn Minuten. Denn in der 112. Minute schlug wieder Matias Rueda zu, erneut mit Vorarbeit von Wegener. 2:4. Damit ging es ins Elfmeterschießen - und in eine kleine Lehrstunde in Sachen Nervenstärke. Liam Carlsson eröffnete für Gela eiskalt, während Chorzows Duljaj prompt vergab. Dann traf Persson, Gela patzte mit Townsend, und so ging es weiter, bis schließlich Wojcicki und Zarzycki ebenfalls scheiterten. Gela hingegen hatte mit Almeida und Rueda zwei Männer, die sich nicht beirren ließen - und das Weiterkommen besiegelten. Am Ende hieß es 4:7 nach Elfmeterschießen - ein Ergebnis, das in seiner Zahlenschönheit fast mathematisch wirkt, in Wahrheit aber Chorzows Albtraum darstellt. Trainer Michael Müller von Gela brachte es auf den Punkt: "Wir hatten mehr Torschüsse, mehr Mut und weniger Mitleid. Das reicht manchmal." Er hatte recht: 27 Abschlüsse und 48,9 Prozent Ballbesitz reichten, um ein intensives Spiel zu kontrollieren. Herth Ussia, der Chorzow-Coach, rang dagegen um Fassung. "Ich habe den Jungs gesagt, dass man auch mit zehn Mann gewinnen kann. Leider hat’s nur bis zur 120. Minute gereicht - danach waren wir wohl elf Meter zu kurz." Ein bitterer Abend für Rush, ein Triumph für Gela - und ein Spiel, das wohl noch lange in den Kabinen erzählt wird. Vielleicht wird Willimowski eines Tages darüber lachen. Vielleicht. Und irgendwo in Chorzow wird ein Fan noch heute murmeln: "Wir waren nah dran - aber die Latte ist auch rund." 06.07.2026 22:01 |
Sprücheklopfer
Eines möchte ich noch kurz anfügen. Auf der Homepage meines Kollegen Thomas Sobotzik habe ich gelesen, dass ich seinem Sohn so ähnlich sehe. Mit Frau Sobotzik habe ich aber schmunzelnd ausgemacht, dass an dieser Geschichte nichts dran ist.
Jan-Aage Fjörtoft