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Dabei begann Gela mit bemerkenswertem Eifer. Alejandro Cascon prüfte Neapels Torwart bereits nach einer Minute, Liam Carlsson legte in der neunten und 18. Minute nach. Neapel antwortete über Eugenio Di Iorio und Vincenzo Fumagalli, blieb im Abschluss aber zunächst so höflich, als wolle man den Gastgebern bloß nicht zu nahe treten. In der 20. Minute war es dann vorbei mit der Zurückhaltung. Tyler O’Halloran traf für den AC Neapel, vorbereitet von Gojko Ilic. Ein sauberer Angriff über die rechte Seite, ein präziser Abschluss - und plötzlich hatte Gela die unangenehme Aufgabe, einem Rückstand hinterherzulaufen. "Wir wollten weiter mutig bleiben und nicht anfangen, den Ball wie ein heißes Bügeleisen zu behandeln", sagte Trainer Michael Müller nach dem Spiel sinngemäß. Eine nachvollziehbare Strategie, zumal Gela den Ball ohnehin nicht dauerhaft besaß. Neapel kam auf 51,2 Prozent Ballbesitz, Gela auf 48,8. Statistisch also ein kleiner Vorteil für die Gäste, praktisch jedoch ein Abend, an dem Gela deutlich häufiger den Weg Richtung Tor fand. 15 Torschüsse verzeichnete die Heimmannschaft, Neapel lediglich fünf. Cascon war dabei besonders umtriebig und tauchte immer wieder vor dem Tor auf - ein Mann, der offenbar beschlossen hatte, den gegnerischen Torwart persönlich mit Arbeit zu versorgen. In der 38. Minute zahlte sich das aus. Cascon erzielte den Ausgleich, vorbereitet von Jozef Kona. Die Gela-Fans feierten, als hätten sie gerade erfahren, dass Nachspielzeit ab sofort abgeschafft wird. Neapel wirkte dagegen kurz so, als müsse jemand erklären, warum ein Spiel plötzlich wieder offen war. Kurz vor der Pause sorgte Gela zudem für eine Personalrochade in der Innenverteidigung: Isidoro Garcia kam für Alois Hable. Hable hatte bereits in der zweiten Minute die Gelbe Karte gesehen, was den Trainer möglicherweise vor der zweiten Halbzeit zu einer vorsichtigen Entscheidung bewog. Vorsicht ist im Fußball selten spektakulär, manchmal aber ausgesprochen nützlich. Neapel blieb über die Flügel gefährlich, wie es die taktische Ausrichtung der Gäste vorsah. Die Mannschaft von Giovanni Diaco spielte ausgewogen, suchte den Abschluss erst bei guten Gelegenheiten und agierte mit hoher Aggressivität. Das Problem: In der 53. Minute übertrieb Rhys Lankford diese Interpretation. Nach seiner zweiten Verwarnung musste der rechte Verteidiger mit Gelb-Rot vom Platz. Neapel war fortan in Unterzahl - und Gela bekam den zusätzlichen Schub, den man sonst nur aus sehr starken Espressi oder sehr lauten Kabinenansprachen kennt. Gela erhöhte den Druck. Gawriil Tregubow schoss mehrfach, auch Vitorino Postiga und David Martin suchten den Abschluss. In der 71. Minute wechselte Müller Simao für Postiga ein - und bewies damit ein Timing, das man sich im Nachhinein natürlich besonders gern zuschreibt. Denn in der 79. Minute traf Caio Simao zum 2:1. Kein weiterer Treffer sollte fallen. Gela verteidigte den Vorsprung mit starkem Einsatz und schaltete in der Schlussphase sogar ins aktive Pressing. Neapel hatte mehr Ball, aber keine Antwort mehr. "Nach dem Platzverweis mussten wir leiden, aber wir haben es gemeinsam getan", lautete Müllers sinngemäße Einschätzung. Am Ende gewann Gela auch die Zweikampfstatistik mit 54,6 zu 45,4 Prozent. Neapel hatte den Ball etwas länger, Gela aber die besseren Argumente - und vor allem die Tore. Fußball kann manchmal erstaunlich ungerecht sein. An diesem Abend war er es ausnahmsweise zugunsten der richtigen Mannschaft. 27.08.2026 21:27 |
Sprücheklopfer
Man sollte nicht Sachen aufwirbeln, die Jahrhunderte zurückliegen.
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