Tuttosport
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Gela dreht das Spiel spät: Sicilia verliert trotz Führung mit 1:2

Ein lauer Januarabend auf Sizilien, 36.561 Zuschauer im "Stadio delle Palme", und alles schien angerichtet für einen entspannten Fußballabend. Der FC Sicilia führte zur Pause, die Fankurve sang vom sicheren Sieg - und am Ende jubelte doch der Gegner. Gela entführte mit einem 2:1-Auswärtserfolg drei Punkte und ließ die Gastgeber ratlos zurück.

Dabei begann alles nach Plan für Mister Giacomos Mannschaft. In der 15. Minute schlug die rechte Seite zu: Serge Preher, der junge Außenverteidiger, marschierte nach vorn, flankte scharf in den Strafraum, und Nicolo Marano traf volley zum 1:0. Ein Tor, das so sauber war, dass selbst der Linienrichter kurz innehielt. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Marano später, "wenn ich überlegt hätte, wäre der Ball vermutlich auf dem Parkplatz gelandet." Sicilia führte, das Stadion bebte, und Trainer Giacomo klatschte zufrieden in die Hände - noch ahnungslos, dass seine Elf nach der Pause im eigenen Abwehrbollwerk eingeschlossen sein würde.

Denn dann kam Gela. Trainer Michael Müller hatte seine Mannschaft schon in der Kabine auf Angriff getrimmt. "Wir wollten nicht schön spielen, wir wollten treffen", sagte er nach dem Spiel mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Stolz und Erleichterung lag. Und seine Spieler verstanden. Pablo Tarrega, der bullige Mittelstürmer, hatte bereits in der 3. Minute einen Warnschuss abgegeben, und in der 54. Minute klingelte es dann wirklich: Lucas Cochran flankte von rechts, Tarrega stieg hoch, und der Ball zappelte im Netz. 1:1 - verdient, weil Gela zu diesem Zeitpunkt bereits viermal häufiger aufs Tor geschossen hatte als die Gastgeber.

Sicilia, das sich über 51 Prozent Ballbesitz freuen durfte, schien den Ball nur noch zur Beruhigung der Nerven zu halten. Von den insgesamt vier Torschüssen war keiner mehr wirklich gefährlich. Gela dagegen schoss sich warm - dreizehn Abschlüsse, elf davon in der zweiten Halbzeit, und ein Team, das immer mutiger wurde. "Wir hatten das Gefühl, dass sie müde werden", verriet Gelas Mittelfeldmotor Dennis Bedard. "Da haben wir einfach draufgehalten."

Mister Giacomo reagierte spät, vielleicht zu spät. Statt die Defensive neu zu ordnen, blieb er seiner "Defensiv-Konter"-Taktik treu, während Müller seine Elf immer offensiver stellte. Das Spiel entwickelte sich zu einem Angriff auf ein Tor, und in der Nachspielzeit passierte, was passieren musste: Ecke von links, Julian Martins brachte den Ball scharf vors Tor, und ausgerechnet der Innenverteidiger Serhat Aydemir köpfte wuchtig zum 2:1 ein. Es war die 91. Minute, und die Bank von Gela verwandelte sich in ein wildes Knäuel aus Jubel und Erleichterung.

"Ich wusste gar nicht, dass ich so hoch springen kann", lachte Aydemir später. Sein Trainer ergänzte trocken: "Ich auch nicht." Sicilia dagegen stand fassungslos da. Torwart Vincenzo Lattarico schlug die Hände vors Gesicht, und Kapitän Giovanni Colussi schimpfte lautstark über "diese verflixte letzte Minute".

Statistisch hatte Sicilia wenig entgegenzusetzen: 4:13 Torschüsse, 44 Prozent gewonnene Zweikämpfe und ein Spiel, das sinnbildlich für die aktuelle Saison steht - engagiert begonnen, aber am Ende ohne Ertrag. "Wir haben gut gearbeitet, aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb", meinte Giacomo nach Spielende und verschwand mit gesenktem Kopf in die Kabine.

Gela hingegen feierte ausgelassen. Im Mannschaftsbus soll Tarrega angeblich eine spontane Gesangseinlage gestartet haben - zur Freude seines Trainers, der schmunzelnd anmerkte: "Wenn er so trifft, darf er auch singen."

Für Sicilia war es eine bittere Niederlage, die sich wie ein Déjà-vu anfühlt. Schon zum dritten Mal in dieser Saison kassierte man in der Schlussphase den entscheidenden Treffer. Vielleicht liegt es an der Taktik, vielleicht am Nervenkostüm - oder vielleicht einfach am Fußball, der bekanntlich manchmal gemein ist.

Am Ende bleibt ein Spiel, das alles hatte: frühe Euphorie, späte Ernüchterung und einen Innenverteidiger als Helden. Gela lacht, Sicilia hadert, und die Fans gehen nach Hause mit dem Gefühl, Zeugen einer kleinen Tragödie gewesen zu sein. Oder, wie ein älterer Herr auf der Tribüne beim Abpfiff sagte: "Schöne Aussicht auf das Meer, aber kein schöner Abend für Sicilia."

03.05.643987 07:19
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