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Europaliga | Play-offs - Hinspiel | 29.08.26 | Gela - FC Sittard 3:2 Sittard begann, als hätte Trainer Patrick We den Spielern vor dem Anpfiff persönlich verboten, sich mit Nebensächlichkeiten wie Abwarten aufzuhalten. Bereits in der fünften Minute traf Karel Sutphen zur frühen Führung. Michel Devenpeck hatte den Angriff vorbereitet, Sutphen vollendete - und Gela durfte sich erstmals fragen, ob der Abend wirklich bis zum Ende dauern müsse. Die Antwort lautete: ja. Und er wurde lang. Gela reagierte mit Angriffen über die Flügel, wie es die taktische Marschroute von Müller vorsah. Nikola Budan und Alejandro Cascon sorgten für Betrieb, Tiago Almeida prüfte die Abwehr mehrfach. Doch zunächst war Sittard gefährlicher, zielstrebiger und unangenehm aggressiv. "Wir wollten mutig anfangen. Vielleicht waren wir dabei ein bisschen zu mutig", sagte Gela-Trainer Michael Müller später mit einem Lächeln, das eher nach Erleichterung als nach Humor klang. In der 24. Minute zahlte sich der Druck der Gastgeber erstmals aus: Ignacio Barbosa legte für Niels Wegener auf, der zum 1:1 traf. Die Stimmung im Stadion wechselte schlagartig von vorsichtigem Stirnrunzeln zu Europapokal-Euphorie. Allerdings hielt diese nur drei Minuten. In der 27. Minute schlug Sittard zurück, diesmal über Sutphen, dessen Zuspiel Gregor Weidman zum 2:1 verwertete. Zur Pause führte der Gast - und Gela hatte trotz größerer Spielanteile zunächst das Nachsehen. 54,2 Prozent Ballbesitz und insgesamt 15 Torschüsse sollten am Ende für sich sprechen, doch Fußball ist bekanntlich die Sportart, in der sich Statistiken regelmäßig benehmen wie schlecht gelaunte Orakel. Müller reagierte zur Halbzeit und brachte Caio Simao für Wegener sowie Isidoro Garcia für Alois Hable. Sittard blieb offensiv ausgerichtet, doch in der 58. Minute schwächte sich die Mannschaft selbst: Luís Antunes sah Rot. Von diesem Moment an wurde aus Sittards mutigem Auftritt ein Überlebenskampf gegen eine Gela-Mannschaft, die nun endgültig den Vorwärtsgang fand. "Nach dem Platzverweis war klar, dass wir sehr tief stehen würden. Vielleicht tiefer, als uns lieb war", sagte Sittards Trainer Patrick We. "Aber wir haben bis zum Schluss gekämpft." Das stimmte - zumindest in der Kategorie Einsatz. Im Spiel nach vorne blieb Sittard mit sechs Torschüssen deutlich hinter Gela zurück. In der 81. Minute fiel schließlich der Ausgleich. Barbosa traf nach Vorlage von Matias Rueda zum 2:2. Zwei Minuten später drehte Rueda die Partie selbst: Harvey Townsend bereitete vor, Rueda schoss Gela zum 3:2. Das Stadion explodierte, als hätte jemand versehentlich den Siegersekt bereits vor dem Rückspiel geöffnet. "Ich dachte kurz, der Ball sei noch unterwegs", sagte Rueda nach Abpfiff. "Dann war er plötzlich drin. So darf es gern öfter laufen." Müller lobte seine Mannschaft: "Wir haben weitergemacht, obwohl wir zur Pause hinten lagen. Das ist in einem Play-off-Hinspiel nicht die schlechteste Eigenschaft." Gela nimmt damit einen knappen, aber verdienten Vorsprung mit ins Rückspiel. Sittard hat zwei Tore erzielt, Gela drei - und vermutlich beide Trainer einige graue Haare gewonnen. Europapokal kann so einfach sein. Ist er aber selten. 29.08.2026 20:00 |
Sprücheklopfer
Wie war noch die zweite Frage? Das ist nicht so einfach, ich bin schließlich Fußballer.
Mehmet Scholl bei einer Pressekonferenz, nachdem ihm zwei Fragen auf einmal gestellt wurden