Tuttosport
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Gela fegt Sicilia mit 4:0 vom Platz - Garcia glänzt doppelt

Ein lauer Winterabend in Gela, 43.500 Zuschauer im Stadion, und ein Spiel, das man wohl am besten mit "einseitig, aber unterhaltsam" beschreibt. Gastgeber Gela zeigte am 27. Spieltag der 1. Liga Italien, dass man auch ohne spektakuläre Ballzauberei Großes vollbringen kann - nämlich den FC Sicilia in seine Einzelteile zerlegen. Das 4:0 war nicht nur deutlich, sondern in seiner Entstehung fast lehrbuchreif.

Schon nach nicht einmal 60 Sekunden lag der Ball im Netz. Javier Garcia, der Gela-Stürmer mit dem Killerinstinkt eines Raubtiers kurz vor der Fütterung, nutzte die erste Gelegenheit, um die Gäste kalt zu erwischen. Nach einem schnellen Doppelpass mit Corey Staunton zog Garcia ab - und während der Sicilia-Torhüter Fabio Zuliani noch die Handschuhe sortierte, zappelte der Ball schon im Netz. "Ich dachte ehrlich, das war noch die Aufwärmphase", meinte Garcia später grinsend.

Wer nun glaubte, Sicilia würde sich fangen - der irrte. In der 13. Minute folgte das 2:0: Lucas Cochran vollendete nach Vorarbeit von, na klar, Javier Garcia. Der Mann war überall. "Manchmal spiele ich einfach, wo der Ball hingeht", erklärte Garcia lapidar. Sicilia hingegen wirkte, als hätten sie das Memo über den Spielbeginn verpasst. Ihr einziger Torschuss des gesamten Abends kam übrigens in der zweiten Minute - ein harmloser Versuch des 18-jährigen Ferruh Kücükandonyadis, der mehr Symbolwert als Gefahr besaß.

Gelas Trainer Michael Müller stand währenddessen an der Seitenlinie, die Hände tief in den Taschen, und sah aus, als hätte er genau das einkalkuliert. "Wir wollten früh Druck machen. Dass es gleich so knallt, war natürlich angenehm. Danach haben wir’s souverän runtergespielt", fasste er später trocken zusammen. Mit 19 Torschüssen zu einem (!) war die Angelegenheit statistisch ebenso klar wie optisch.

Zur Pause stand es 2:0, und Sicilia-Coach Mister Giacomo versuchte in der Kabine offenbar eine Motivationsrede, die irgendwo zwischen Oper und Tragödie lag. "Ich sagte den Jungs: Glaubt an euch! Leider glaubten sie eher an das Schicksal", seufzte der Trainer nach Schlusspfiff.

Die zweite Hälfte begann, wie die erste geendet hatte: Gela kontrollierte Ball und Gegner. 52 Prozent Ballbesitz genügten, um den überforderten Gästen keinen Zentimeter Luft zu lassen. Selbst als Gela nach rund einer Stunde etwas Tempo herausnahm, blieb Sicilia harmlos.

In der 83. Minute legte Julian Martins, gerade einmal 38 Minuten zuvor eingewechselt, das 3:0 nach. Wieder hatte Garcia seine Füße im Spiel - diesmal als Vorlagengeber. Martins nahm den Ball elegant an, schaute kurz und schlenzte ihn ins lange Eck. Der Jubel war ausgelassen, die Fans sangen, und der FC Sicilia wollte vermutlich nur noch den Bus finden.

Doch Garcia hatte noch nicht genug. In der 90. Minute krönte er seinen Abend mit seinem zweiten Treffer - eine Koproduktion mit Lucas Cochran, der diesmal den Assist beisteuerte. 4:0, und der Jubel im Stadion klang, als hätte Gela gerade die Champions League gewonnen.

"Wenn wir so weiterspielen, muss man uns ernst nehmen", sagte Müller später mit einem kaum verhohlenen Lächeln. Und Garcia fügte hinzu: "Zwei Tore sind schön, aber das Wichtigste ist, dass wir als Team Spaß hatten. Und vielleicht, dass Mister Giacomo jetzt weiß, wer wir sind."

Der arme Mister Giacomo wiederum suchte nach einer Erklärung, fand aber nur Galgenhumor: "Wir waren offensiv aufgestellt, aber leider nur auf dem Papier."

Am Ende bleibt ein Spiel, das für Gela fast alles bot - frühe Tore, Kontrolle, Spielfreude - und für Sicilia eine Lektion in Demut. Die Gäste wirkten so jung und unerfahren, dass man ihnen am liebsten ein Eis spendiert hätte.

Der Schiedsrichter pfiff pünktlich ab, und während die Gela-Fans noch feierten, stapften die Sizilianer wortlos Richtung Kabine. Nur Ferruh, der 18-jährige Mittelfeldmann, drehte sich kurz um und klatschte artig in Richtung der Fans. Vielleicht ahnte er: Solche Abende gehören zum Erwachsenwerden dazu.

Und so ging ein 4:0 zu Ende, das klarer kaum hätte sein können - ein Spiel, in dem Gela Fußball als Machtdemonstration zelebrierte und Sicilia wohl lernte, dass Offensive ohne Idee ungefähr so nützlich ist wie ein Regenschirm im Vulkan.

Kurzum: Gela tanzt, Garcia trifft, und Sicilia fällt - sinnbildlich - vom Vesuv direkt in den Ätna.

27.11.643987 14:46
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