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Europaliga | Play-offs - Rückspiel | 31.08.26 | FC Sittard - Gela 3:4 Gela begann, als hätte Trainer Michael Müller persönlich den Turbo-Knopf gesucht und gefunden. Bereits in der dritten Minute prüfte Alejandro Cascon den Sittarder Torwart Karol Vencel, eine Minute später zog Nikola Budan nach. Sittard antwortete durch Karel Sutphen, doch die Gäste blieben zunächst deutlich zielstrebiger. Insgesamt brachte Gela 15 Torschüsse zustande, Sittard lediglich sechs. Der Ballbesitz war mit 52,2 Prozent ebenfalls leicht aufseiten der Gäste - kein erdrückendes Übergewicht, aber offenbar genug, um die Hausherren regelmäßig in unangenehme Laufwege zu schicken. In der 26. Minute schlug es erstmals ein. Ignacio Barbosa traf für Gela, vorbereitet von Matias Rueda. Sittard benötigte gerade einmal drei Minuten, um zurückzuschlagen: Gregor Weidman verwertete die Vorarbeit von Malcom Silva zum 1:1. Für einen kurzen Moment durfte das Publikum glauben, dieses Spiel könnte doch ein kontrollierter Fußballabend werden. Ein bemerkenswert naiver Gedanke. Denn in der 36. Minute war erneut Budan zur Stelle. Cascon legte auf, Budan vollendete - 2:1 für Gela. Der rechte Angreifer hatte schon zuvor mehrfach auf das Tor geschossen und wirkte zunehmend wie ein Mann, der die gegnerische Abwehr als persönliche Einladung verstand. "Wir wollten über die Flügel kommen, und Nikola hat dort sehr viel Unruhe gestiftet", sagte Müller in einer nachgestellten Szene am Spielfeldrand. Ein tatsächlicher O-Ton ist in den vorliegenden Spieldaten nicht dokumentiert; die Szene beschreibt jedoch ziemlich genau den Eindruck dieses Abends. Kurz vor der Pause musste Gela wechseln. In der 42. Minute kam es rund um Tiago Almeida zu einem verletzungsbedingten Einsatz und einer Auswechslung. Der Spielfluss war damit kurz unterbrochen, die Hektik aber keineswegs. Gela hatte bis dahin wesentlich häufiger abgeschlossen, während Sittard vor allem versuchte, mit ausgewogenem Passspiel und offensiver Grundhaltung Anschluss zu halten. Das gelang nach dem Seitenwechsel zunächst prächtig. Nur drei Minuten nach Wiederbeginn erzielte Weidman sein zweites Tor. Luke Kinsella hatte den Treffer vorbereitet, Sittard glich zum 2:2 aus. Die Gastgeber witterten nun ihre Chance - und wurden trotzdem binnen 14 Minuten zweimal kalt erwischt. In der 58. Minute traf Budan erneut, diesmal nach Vorlage von Harvey Townsend. Vier Minuten später erhöhte Mattias Lindstrom nach Zuspiel von Niels Wegener auf 4:2. Gela spielte nun mit starkem Einsatz und schaltete zudem ins aktive Pressing. Sittard hatte plötzlich nicht nur einen Rückstand, sondern auch deutlich weniger Zeit als Geduld. Barend Wyman brachte die Hausherren in der 66. Minute noch einmal heran. Malcom Silva legte auf, Wyman traf zum 3:4. Danach drängte Sittard, doch die Statistik blieb gnadenlos: Nur noch wenige klare Abschlüsse, während Gela bis zur 90. Minute weiter Gefahr erzeugte. Denzel Dumfries sah in der 84. Minute noch die Gelbe Karte - vermutlich als Erinnerung daran, dass ein Abend mit sieben Toren nicht auch noch ohne Verwarnung enden musste. Patrick We sah seine Mannschaft offensiv eingestellt und kämpferisch, doch Gela war im Abschluss schlicht effizienter. "Wir haben nie aufgegeben", hätte der Sittarder Trainer nach dieser wilden Partie sagen können. Das stimmt. Es ändert nur leider nichts daran, dass Gela gewonnen hat. Und dass 57695 Menschen nun vermutlich sehr genau wissen, wie sich ein Fußballabend mit zu vielen Wendungen anfühlt. 31.08.2026 21:58 |
Sprücheklopfer
Wie war noch die zweite Frage? Das ist nicht so einfach, ich bin schließlich Fußballer.
Mehmet Scholl bei einer Pressekonferenz, nachdem ihm zwei Fragen auf einmal gestellt wurden