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Champions League Qualifikation | 2. Runde - Rückspiel | 09.07.26 | Gela - Mares Dupniza 1:1 Schon nach 13 Minuten wurde die Hoffnung der Heimfans auf eine ruhige Nacht zerschmettert. Jordan Christow, der bullige Mittelstürmer der Gäste, traf nach Pass des jungen Avraham Mordechai zum 0:1. Ein sauberer Abschluss, so präzise, dass Gelas Keeper Arkadiusz Dziekanowski nur staunen konnte. "Ich hab ihn kommen sehen, aber der Ball hatte diesen fiesen Drall - wie aus einem schlechten Videospiel", murmelte der Torwart später mit einem Lächeln, das zwischen Selbstironie und Galgenhumor pendelte. Doch wer Gela kennt, weiß: Sie brauchen den Rückstand, um wach zu werden. Danach rollte eine Angriffswelle nach der anderen auf das Tor von Peter Damgaard, dem 33-jährigen Schlussmann von Mares Dupniza. Schon in der 6. Minute hatte Tiago Almeida eine Riesenchance vergeben, in der 15. Minute verzog er erneut knapp - und in der 43. Minute wollte er es dann endgültig wissen. Nach einer Ecke von rechts kam der Ball über Umwege zu Innenverteidiger Tahsin Caliskan, der das Leder mit der Brust annahm und in den Strafraum spitzelte. Almeida nahm Maß - und donnerte den Ball ins lange Eck. 1:1! Die Fans tobten, Trainer Michael Müller riss die Arme hoch und brüllte: "Na also, geht doch!" Da hatte selbst der sonst stoische Linienrichter Mühe, nicht zu schmunzeln. Mit diesem Spielstand ging es in die Pause, und wer dachte, danach würde es ruhiger, wurde eines Besseren belehrt. Gela drückte, Mares konterte. Es war ein Duell zwischen Geduld und Chaos, zwischen portugiesischer Eleganz (Almeida und Rueda) und bulgarischer Robustheit (Christow und Pavard). Tiago Almeida hätte zum Helden des Abends werden können - und fast wurde er es. Zwischen der 50. und 75. Minute feuerte er gleich vier Mal auf das Tor, so wild entschlossen, dass selbst die Balljungen vorsorglich in Deckung gingen. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", scherzte Damgaard nach dem Spiel. "Ich hatte das Gefühl, er schießt auch in der Kabine noch weiter." Mares Dupniza blieb gefährlich, vor allem über Christow, der in der 30. Minute beinahe den Doppelschlag setzte. Doch Dziekanowski parierte glänzend, und Müller sprang an der Seitenlinie auf wie ein Teenager auf einem Rockkonzert. "Wenn der reingeht, können wir die Champions League im Fernsehen schauen", fauchte er Richtung Bank. In der Schlussphase gab’s dann noch Dramatik pur: Niels Wegener sah Gelb (74.), kurz darauf wurde er ausgewechselt - angeblich "zur eigenen Sicherheit", wie Müller trocken meinte. Auf der anderen Seite humpelte Javier Coelho nach einem Zweikampf vom Platz, während Hristo Stoichkov, der legendäre Trainer von Mares Dupniza, fassungslos den Kopf schüttelte. "Das ist kein Fußball, das ist ein Krimi ohne Drehbuch", sagte er später. Die Statistik spricht für Gela: 16 Torschüsse, 54 Prozent Ballbesitz, deutlich mehr Druck. Nur das Netz wollte eben nicht noch einmal wackeln. Mares Dupniza dagegen zeigte sich effizient und abgezockt - vielleicht einen Tick zu sehr auf das Ergebnis bedacht. Als der Schlusspfiff ertönte, stand es immer noch 1:1. Almeida sank auf die Knie, Caliskan klopfte ihm auf den Rücken, und irgendwo auf der Tribüne rief jemand: "Wir leben noch!" - was man nach diesem nervenaufreibenden Rückspiel durchaus als treffende Zusammenfassung sehen kann. Trainer Müller gab sich nach dem Spiel gewohnt launig: "Wir hätten gewinnen können, ja. Wir hätten aber auch verlieren können. Also nennen wir’s mal ein Unentschieden mit Charakter." Stoichkov konterte mit einem Lächeln: "Wenn Charakter Tore schießen würde, hätte Gela 5:1 gewonnen." So bleibt alles offen in dieser Champions-League-Qualifikation. Gela hat sich mit Herz und viel Schweiß ins Remis gekämpft, Mares Dupniza mit Cleverness und etwas Glück verteidigt. Und irgendwo zwischen diesen beiden Extremen liegt wohl die Wahrheit - und vielleicht auch das Geheimnis des Fußballs selbst. Am Ende gingen beide Teams in die Kabine, erschöpft, aber mit erhobenem Haupt. Und die Fans? Die hatten das Gefühl, etwas erlebt zu haben, das man so schnell nicht vergisst - ein Abend zwischen Verzweiflung und Begeisterung, zwischen Fluchen und Feiern. Oder, wie ein alter Gelaner beim Rausgehen sagte: "Wenn das Quali war, will ich gar nicht wissen, wie die Gruppenphase aussieht." 09.07.2026 21:10 |
Sprücheklopfer
Der österreichische Fußball ist sukzessive in eine schwierige Situation geschlittert, weil sehr viele durchschnittliche Ausländer gekauft worden sind. Da fahren Vereinspräsidenten an den Plattensee auf Urlaub und bringen sich dann vier Kellner mit.
Christoph Daum