Tuttosport
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Gela ringt Udinese nieder: Später Doppelschlag bringt die Entscheidung

Ein lauer Märzabend, 43.500 Zuschauer, Flutlicht, italienische Leidenschaft - und am Ende ein verdienter 2:0-Sieg für Gela über den FC Udinese. Es war ein Spiel, das lange auf der Kippe stand, ehe Lucas Cochran und Charlie Smith binnen drei Minuten die Geduld der Heimfans in Jubel umwandelten.

Die erste Halbzeit war ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie man sich gegenseitig neutralisiert. Gela, von Trainer Michael Müller gewohnt offensiv eingestellt, kam früh zu Chancen: Julian Martins prüfte Udineses Torwart Luca Lange bereits in der 7. und 14. Minute, Cochran scheiterte kurz darauf knapp. Doch der Ball wollte nicht ins Netz - "Ich hatte das Gefühl, da steht jemand Unsichtbares auf der Linie", grinste Müller später.

Udinese, taktisch auf Konter eingestellt, lauerte - und tatsächlich tauchte Mattia Tomasi nach fünf Minuten gefährlich vor Gela-Keeper Willem Veeder auf. Doch spätestens nach diesem Warnschuss war Gela wach und ließ kaum noch etwas zu. Der Rest der ersten Halbzeit? Ein Gedränge aus Halbchancen, Fehlpässen und der leisen Hoffnung auf ein bisschen Drama.

Das Drama kam dann tatsächlich - allerdings mit etwas Verspätung. Nach der Pause erhöhte Gela den Druck, wie ein Espresso doppelt stark serviert. Pablo Tarrega und Javier Vazques feuerten aus allen Lagen, Udinese verteidigte mit Zähnen und gelber Karte: Lionel Couto sah nach einem rustikalen Einsteigen in der 48. Minute Gelb. Trainer Emiliano Dicetutto hob nur die Schultern: "Das war Ball gespielt - und vielleicht noch ein bisschen Bein."

In der 65. Minute brach schließlich der Bann. Corey Staunton flankte maßgenau von rechts, Lucas Cochran rauschte heran und drückte den Ball per Direktabnahme ins Netz. 1:0 - endlich. Das Stadion explodierte, Müller ballte die Faust, und Cochran rannte jubelnd zur Eckfahne. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du zu viel denkst, geht er daneben", sagte der Torschütze mit einem Grinsen, das Bände sprach.

Kaum hatten sich die Fans wieder gesetzt, zappelte der Ball erneut im Netz. Nur drei Minuten nach dem Führungstreffer fasste sich Charlie Smith ein Herz und zog aus 20 Metern ab - flach, präzise, unhaltbar. 2:0. "Ich wollte eigentlich eine Flanke schlagen", gab Smith später lachend zu, "aber manchmal hilft der Fußballgott eben mit."

Udinese wirkte geschockt und fand kaum noch ins Spiel. Dicetutto reagierte mit Wechseln - Fjortoft kam für Couto, später der junge Luca Bianchi für Leonardo Iezzi. Doch selbst frischer Wind konnte die Gäste nicht mehr beleben. Gela dominierte, hatte am Ende 15 Schüsse aufs Tor gegenüber nur vier der Gäste, und auch beim Ballbesitz lag man mit 52 zu 48 Prozent leicht vorn.

In der Schlussphase gönnte sich Müller den Luxus, seine Helden auszuwechseln: Martins wich in der 67. Minute David Martin, der prompt mit jugendlichem Elan auf der linken Seite wirbelte. In der 83. Minute kam Niels Wegener für den verwarnten Aydemir - "Wir wollten kein Risiko mehr eingehen", erklärte Müller, "Serhat spielt gern mit offenem Visier."

Udinese versuchte in den letzten Minuten noch etwas Ergebniskosmetik, doch selbst das blieb aus. Der letzte gefährliche Schuss kam in der 58. Minute von Iezzi - Veeder hielt sicher. Danach war Gela näher am dritten Tor als Udinese am ersten. Vazques prüfte Lange bis in die Nachspielzeit hinein, doch der Keeper rettete zumindest die Ehre.

Nach Abpfiff stand Müller mit verschränkten Armen am Spielfeldrand, zufrieden, aber ohne Pathos. "Wir haben endlich das gespielt, was wir trainieren - mit Herz, Mut und weniger Quatsch hintenrum." Cochran klopfte ihm lachend auf die Schulter: "Chef, das war doch gar nicht so schlecht für einen Donnerstagabend."

Udinese-Coach Dicetutto nahm es sportlich. "Wir waren gut im Plan, bis sie getroffen haben", sagte er, "danach hat Gela einfach das gemacht, was sie am besten können - den Gegner laufen lassen."

Ein fairer Satz nach einem fairen Spiel. Keine roten Karten, kaum Nickligkeiten, aber jede Menge Tempo. Am Ende blieb das Gefühl, dass Gela an diesem Abend einfach reifer, wacher und entschlossener war.

Vielleicht war es auch dieser Hauch süditalienischer Gelassenheit, der den Unterschied machte. Oder, wie es ein Fan beim Verlassen des Stadions auf den Punkt brachte: "Wenn du 15-mal aufs Tor schießt, darfst du auch mal treffen."

So bleibt Gela nach dem vierten Spieltag der 1. Liga Italien mit Rückenwind im Rennen. Und Udinese? Sie werden sich fragen, wo ihre Offensive geblieben ist - vermutlich noch irgendwo auf der Autobahn nach Gela.

16.12.643993 06:42
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