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Champions League Qualifikation | 1. Runde - Hinspiel | 17.09.26 | Gela - Minerul Lupeni 0:0 Vor 43.500 Zuschauern begann das Hinspiel um 19 Uhr mit einer klaren Ansage der Gastgeber: Gela wollte offensiv auftreten, Minerul Lupeni zunächst ausgewogen und ohne aktives Pressing. Nach wenigen Sekunden war bereits klar, dass die Heimelf nicht gekommen war, um sich die internationale Bühne von der Tribüne aus anzusehen. Jozef Kona prüfte in der ersten Minute das Tor, kurz darauf folgten Tiago Almeida, Mattias Lindstrom und Jan Michalik. Vier Abschlüsse in den ersten acht Minuten - der Ball hatte kaum Zeit, sich an den Rasen zu gewöhnen. "Wir wollten von Anfang an zeigen, dass wir zu Hause sind", soll Gela-Trainer Michael Müller nach der Partie gesagt haben. "Leider hat der Ball diese Information nicht ganz verstanden." Sein Namensvetter und Gegenüber Karl-Heinz Müller dürfte diese Entwicklung deutlich entspannter betrachtet haben. Minerul verteidigte konzentriert, blieb aber offensiv zunächst sparsam. Dudu Bükössy gab in der 12. Minute den ersten Warnschuss der Gäste ab. Gela blieb am Drücker. Alejandro Cascon scheiterte in der 24. Minute, Nikola Budan sechs Minuten später. Niels Wegener versuchte es in der 35. Minute, doch auch sein Versuch brachte keine Bewegung auf die Anzeigetafel. Kurz vor der Pause meldete sich Minerul durch Emil Rotariu zurück. Der linke Verteidiger schoss in der 45. Minute - vermutlich auch, weil die Gäste bis dahin schon länger überlegt hatten, ob ein Torschuss im Hinspiel wirklich notwendig sei. Zur Halbzeit stand es 0:0. Die Statistik sah Gela deutlich überlegen: 13 Torschüsse standen zu diesem Zeitpunkt auf dem imaginären Notizzettel des Spielberichts, am Ende sollten es 19 sein. Beim Ballbesitz lagen die Gastgeber mit 50,66 Prozent allerdings nur knapp vorne. Ein Fußballspiel auf Augenhöhe also - wenn man die Torproduktion großzügig ausblendet. Nach dem Seitenwechsel setzte Gela seine Belagerung fort. Cascon, Budan und Almeida schossen zwischen der 51. und 62. Minute, ohne den entscheidenden Moment zu erzwingen. In der 61. Minute brachte Michael Müller Vitorino Postiga für Jan Michalik. Ein Wechsel mit dem klaren Auftrag: bitte noch mehr Druck. "Wir hatten genug Chancen für ein kleines Lehrbuch", wurde Postiga später zugeschrieben, "aber offenbar fehlte das Kapitel mit dem Tor." In der 70. Minute wurde es hektisch: Mineruls Vasile Chivu sah die Rote Karte. Die Gäste mussten fortan in Unterzahl auskommen, was Gela endgültig zur Schlussoffensive einlud. David Martin, Sander Van Zandt, Budan und Almeida feuerten weiter. Gela spielte nun mit starkem Einsatz und aktivem Pressing - die taktische Brechstange wurde ausgepackt, poliert und mehrfach gegen die Abwehrwand gehalten. Doch Minerul hielt. Luka Beer und Rotariu kamen in der Schlussphase noch zu Abschlüssen, Ramon Rivilla versuchte es in der Nachspielzeit für Gela. Vergeblich. Nach 90 Minuten plus Nachspielzeit stand ein 0:0 (0:0), das sich für Minerul Lupeni wie ein Sieg anfühlen dürfte und für Gela wie eine besonders langwierige Bewerbung um den Titel "Effizientester Chancenvergeber Europas". "Wir nehmen das Ergebnis mit", sagte Karl-Heinz Müller angeblich. "Es war leicht - man musste nur kein Tor kassieren." Gela hat im Rückspiel weiterhin alle Möglichkeiten. Vorausgesetzt, der Ball reist mit und findet diesmal den Weg ins Tor. 17.09.2026 20:14 |
Sprücheklopfer
Mir ist es egal, ob es ein Brasilianer, Pole, Kroate, Norddeutscher oder Süddeutscher ist. Die Leistung entscheidet, nicht irgendeine Blutgruppe.
Christoph Daum