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Lazio kontrollierte den Ball zu 53,6 Prozent, Gela kam auf 46,4 Prozent. Eine Zahl, die den Römern vermutlich im Mannschaftsbus noch Freude bereiten wird - dort, wo bekanntlich keine Tore fallen. Auf dem Platz war Gela deutlich zielstrebiger: 15 Torschüsse standen neun Versuchen der Gäste gegenüber. Die Mannschaft von Michael Müller begann offensiv und suchte konsequent den Weg über die Flügel. Nikola Budan auf rechts und Alejandro Cascon auf der linken Seite beschäftigten Lazios Abwehr früh. Bereits in der zehnten Minute prüfte Budan Torwart Lewis Dubois, wenig später versuchten sich Niels Wegener und Vicente Peyroteo. Lazio hatte seine erste nennenswerte Möglichkeit in der 27. Minute durch Salvador Guerrero, doch insgesamt blieb Gela zunächst die gefährlichere Mannschaft. In der 31. Minute war es dann so weit: Tiago Almeida brachte die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Niels Wegener hatte den Angriff vorbereitet, Almeida vollendete als Mittelstürmer. "Ich habe den Ball gesehen und gedacht: Wenn ich jetzt noch eine Einladung schreibe, wird es kompliziert", sagte Almeida später mit einem Grinsen. Die Heimkurve nahm das Angebot dankbar an und verwandelte das Stadion in eine Mischung aus Fußballarena und sehr lauter Familienfeier. Lazio bemühte sich, über längere Ballbesitzphasen zurück ins Spiel zu kommen. Trainer Lukas Teuber hatte sein Team zunächst ausgewogen aufgestellt, mit kontrolliertem Passspiel und eher abwartendem Pressing. Gela dagegen blieb offensiv ausgerichtet, presste zunächst nicht und setzte auf direkte Angriffe über außen. Ein Plan, der erstaunlich gut funktionierte - vermutlich auch deshalb, weil Gela ihn nicht nach zehn Minuten wieder vergaß. Kurz vor der Pause musste Müller reagieren: Mattias Lindstrom kam für den verwarnten Vicente Peyroteo. Der Wechsel nahm Gela jedoch nicht den Schwung. In der 58. Minute erhöhte Budan auf 2:0. Der rechte Angreifer hatte bereits zuvor mehrfach den Abschluss gesucht und belohnte seine Hartnäckigkeit. "Nikola ist heute so oft geschossen, dass der Ball irgendwann aus Mitleid ins Tor musste", witzelte Müller später. Der Trainer lobte zugleich die Konsequenz seiner Mannschaft: "Wir wollten nicht verwalten. Das wäre bei dieser Kulisse auch ziemlich unhöflich gewesen." Lazio gab sich nicht geschlagen. Mariusz Chalaskiewicz, der bereits vor der Pause für Unruhe gesorgt hatte, verkürzte in der 67. Minute auf 1:2. Filip Jelic lieferte die Vorlage. Für einige Minuten wurde es still im Stadion, und ein Lazio-Spieler soll beim Anstoß leise "Jetzt vielleicht?" gefragt haben. Gela antwortete sportlich - und lautstark. In der 82. Minute stellte Budan den alten Abstand wieder her. Almeida legte auf, Budan traf erneut. Doppelpack, Jubel, kollektive Erleichterung. Lazio warf in der Schlussphase alles nach vorn, stellte auf lange Bälle und aktives Pressing um. Doch Gela verteidigte aufmerksam und blieb selbst gefährlich. Die Gastgeber wechselten in den letzten Minuten noch Vitorino Postiga und Ramon Rivilla ein und brachten den Vorsprung sicher über die Zeit. "Wir hatten weniger Ballbesitz, aber offenbar den besseren Plan für die wichtigen Momente", sagte Müller. Teuber erkannte an: "Gela war heute effizienter und mutiger. Wir haben den Ball gehabt, aber Gela hatte die Geschichte." So endet ein unterhaltsamer Abend mit einem verdienten 3:1. Gela schoss öfter, traf dreimal und ließ sich auch vom Gegentreffer nicht aus der Ruhe bringen. Lazio darf immerhin den Ballbesitz mit nach Hause nehmen. Er passt vermutlich bequem in den Koffer. 05.09.2026 21:33 |
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Die ran-Datenbank trägt eine Mitschuld daran, dass die Spieler oft das Risiko scheuen.
Erich Ribbeck