// Startseite
| Tuttosport |
| +++ Sportzeitung für Italien +++ |
|
|
|
Von Beginn an war klar, wer an diesem Freitagabend um 20.30 Uhr die Initiative übernehmen wollte. Gela rückte offensiv an, suchte vor allem über die Flügel den Weg nach vorn und ließ Udinese zunächst höflich gewähren. Alejandro Cascon prüfte bereits in der ersten Minute die Aufmerksamkeit der Gastgeber, kurz darauf folgten Versuche von Vitorino Postiga, Ignacio Barbosa, Ramon Rivilla und Pau Tonel. Der Ball schien Gela zu gehören wie der eigene Mannschaftsbus. Udinese hielt mit einer ausgewogenen Formation dagegen, blieb im Passspiel ordentlich und wartete geduldig auf die passende Gelegenheit. Das Problem: Die Gelegenheit kam nur äußerst selten vorbei. In der zwölften Minute gab Carl Barros den ersten nennenswerten Torschuss der Hausherren ab. Danach durfte sich Torhüter Rikki Vogel vermutlich über die angenehm überschaubare Arbeitsbelastung freuen - während sein Gegenüber Arkadiusz Dziekanowski deutlich mehr zu tun bekam. "Wir wollten sicher stehen und auf unsere Chance warten", lautete die sinngemäße Erklärung von Udinese-Trainer Franz Huber. Eine Strategie, die theoretisch klug klingt, praktisch aber ungefähr so aufregend war wie das Warten auf einen Drucker, der endlich Papier nachlegt. Gela blieb am Drücker. Cascon und Rivilla tauchten immer wieder gefährlich auf, Postiga schaltete sich aus dem Mittelfeld ein. In der 34. Minute musste Gela zudem Liam Carlsson verletzungsbedingt vom Feld nehmen. Tiago Almeida kam ins Spiel - und fügte sich später mit einem eigenen Abschluss in die Angriffsbemühungen ein. Die Gäste ließen sich weder vom personellen Rückschlag noch von der Gelben Karte gegen Tonel in der 54. Minute aus dem Rhythmus bringen. Kurz nach der Pause fiel dann das Tor, auf das Gela längst hingearbeitet hatte. In der 52. Minute bediente David Martin den auf der rechten Seite lauernden Ramon Rivilla. Der 28-Jährige blieb offenbar ruhig, obwohl Udinese bis dahin erstaunlich lange ohne Gegentor davongekommen war, und vollendete zum 1:0. Martin durfte sich über die Vorlage freuen, Rivilla über den Treffer - und Udinese über die Erkenntnis, dass 20 gegnerische Torschüsse selten folgenlos bleiben. "Wir haben immer weitergespielt und nicht nervös geworden", hätte Gela-Trainer Michael Müller den Auftritt wohl zusammengefasst. Tatsächlich blieb seine Mannschaft offensiv. Rivilla schoss weiter, Cascon ebenfalls, Almeida versuchte es in der Nachspielzeit. In der 55. Minute kam zudem Niels Wegener für Tonel, der zuvor bereits verwarnt worden war. Udinese bemühte sich um eine Antwort. Rafael Berndt kam in der 62. Minute zum Abschluss, Mario Enriquez versuchte es in der 81. Minute aus der hinteren Reihe. Doch insgesamt blieben es drei Torschüsse der Gastgeber. Gela hatte nicht nur deutlich mehr Abschlüsse, sondern gewann auch 57,3 Prozent der Zweikämpfe. Beim Ballbesitz lagen beide Teams hingegen nahezu gleichauf: Udinese kam auf 50,2 Prozent, Gela auf 49,8. Der Ball war also gerecht verteilt - die Gefahr nicht. So brachte Gela den knappen Vorsprung über die Zeit. Udinese sah in der Schlussphase noch Gelb für Matteo Sabatini, änderte aber nichts mehr am Ergebnis. 1:0 für die Gäste, Rivilla als Torschütze und Martin als Vorbereiter. Für Gela war es ein Auswärtssieg mit Ansage. Für Udinese blieb vor allem die Frage, ob man beim nächsten Heimspiel vielleicht vorsichtshalber das Tor etwas größer aufstellen sollte. 04.09.2026 21:33 |
Sprücheklopfer
Wenn wir kein Tor machen, können wir nicht einmal in Kaiserslautern gewinnen.
Aleksandar Ristic