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Dabei meldeten die Gäste zunächst Ansprüche an. Riccardo Marinelli prüfte in der 7. Minute die Aufmerksamkeit der Gela-Abwehr. Eine Minute später antwortete Vitorino Postiga auf der anderen Seite. Danach übernahm Gela immer mehr das Kommando - nicht hektisch, sondern mit jener unangenehmen Selbstverständlichkeit, die Gegner besonders schlecht gelaunt macht. In der 32. Minute fiel das 1:0: Ramon Rivilla vollendete eine von Fritz Eschkol vorbereitete Aktion. Rivilla, der bereits zuvor einen Abschluss abgegeben hatte, war zur Stelle, als AS Mailand im Strafraum offenbar gerade über die taktische Bedeutung des Wortes "Ordnung" diskutierte. Acht Minuten später schlug der rechte Angreifer erneut zu. Diesmal lieferte Vitorino Postiga die Vorlage, Rivilla erhöhte auf 2:0 - und Gela hatte den Spielverlauf endgültig in die gewünschte Richtung geschoben. "Wir wollten mutig auftreten und nicht erst bis zur 80. Minute warten, um Fußball zu spielen", sagte Gela-Trainer Michael Müller nach der Partie. "Ramon war heute besonders wach. Vielleicht sogar wacher als einige von uns beim Frühstück." Die Zahlen gaben dem Trainer recht. Gela kam auf 14 Torschüsse, AS Mailand lediglich auf fünf. Auch beim Ballbesitz war die Rollenverteilung eindeutig: 60,1 Prozent für die Gastgeber, 39,9 Prozent für die Mannschaft von Onerom Jackson. Gela spielte offensiv, suchte kontrolliert gute Chancen und trat in den Zweikämpfen sichtbar entschlossener auf. Die Tackling-Quote von 54,5 Prozent gegenüber 45,5 Prozent für Mailand war kein Zufall, sondern Ausdruck eines Abends, an dem die Hausherren jeden zweiten Ball wie eine persönliche Einladung verstanden. Kurz nach dem Seitenwechsel wurde es für die Gäste noch ungemütlicher. In der 49. Minute traf Postiga selbst zum 3:0, vorbereitet von Innenverteidiger Alois Hable. Ein Mittelfeldspieler, ein Verteidiger, ein Tor - Gela verteilte die Verantwortung großzügig. "Ich habe Hable angesehen und gedacht: Wenn der Innenverteidiger schon so einen Ball spielt, muss ich mich ja beinahe bedanken", sagte Postiga. "Das habe ich dann auf dem Platz erledigt." AS Mailand reagierte mit mehreren Wechseln. Matteo Soveria Mannelli, Javier Vazques und Bruno Peragon kamen im Verlauf der zweiten Hälfte, doch der erhoffte Umschwung blieb aus. Die Gäste hatten zwar einzelne Abschlüsse durch Luigi Soveria Simeri, Alberto Pozzi und Henrich Janocko, fanden aber keinen Weg durch die stabile Gela-Defensive. Trainer Jackson ließ seine Mannschaft offensiv ausgerichtet, verzichtete jedoch auf aktives Pressing - eine Entscheidung, die im Nachhinein ungefähr so überzeugend wirkte wie ein Regenschirm im Trockenschrank. In der 76. Minute setzte Caio Simao den Schlusspunkt. Vicente Peyroteo bereitete vor, Simao traf zum 4:0. Danach verwaltete Gela die Partie souverän, ohne den Gästen noch Hoffnung zu schenken. Harvey Townsend sah in der 85. Minute Gelb, weitere Aufregung blieb aus. "Nach dem 3:0 war das Spiel nicht vorbei, aber es war deutlich entspannter", meinte Müller. "Die Jungs haben dann sogar angefangen, vernünftige Entscheidungen zu treffen. Das war schön anzusehen." Gela startet damit mit einem Ausrufezeichen in die neue Serie-A-Saison. AS Mailand dagegen muss sich fragen, wie aus offensiver Aufstellung ohne Pressing und mit nur fünf Torschüssen ein Fußballspiel gewonnen werden soll. Die Antwort dürfte länger dauern als die Zusammenfassung dieses Abends. 17.09.2026 21:21 |
Sprücheklopfer
Als ich zuletzt Sergio in Eurosport gesehen habe, dachte ich mir auch nur: Das kann er nicht sein, da muss sich einer maskiert haben.
Rainer Calmund