Tuttosport
+++ Sportzeitung für Italien +++

Gela zerlegt Doria Genua - ein Abend voller Gegensätze im Marassi

43500 Zuschauer kamen am Dienstagabend ins altehrwürdige Stadio Luigi Ferraris, um den 27. Spieltag der 1. Liga Italien zu erleben - und wurden Zeugen eines Spiels, das für Doria Genua in die Kategorie "bitte schnell vergessen" fällt. Die Gäste aus Gela feierten hingegen ein Fußballfest der Extraklasse und nahmen beim 5:1-Erfolg die drei Punkte mit einem Lächeln und wohl auch einem leichten Sonnenbrand von den Flutlichtern mit nach Hause.

Von Beginn an war klar: Gela hatte heute etwas vor. Schon in der 2. Minute prüfte Niels Wegener den jungen Genua-Keeper Davide Mangone - ein Warnschuss, der seine Wirkung verfehlte. In der 20. Minute klingelte es dann tatsächlich: Pablo Tarrega verwertete eine butterweiche Vorlage von Javier Vazques zum 0:1. Trainer Michael Müller sprang an der Seitenlinie auf wie ein Teenager beim ersten Konzertbesuch. "Das war genau der Spielzug, den wir dreimal im Training vergeigt haben", grinste er später.

Nur acht Minuten später, kaum hatten die Heimfans den ersten Schock verdaut, folgte der nächste. Innenverteidiger Francisco Dominguez - sonst eher für rustikale Grätschen bekannt - traf nach einer Ecke per Kopf zum 0:2. "Ich dachte, ich hätte den Ball nur gestreift", sagte Dominguez hinterher, "aber vielleicht war das einfach göttliche Fügung."

Doria Genua, unter der Leitung von Trainer Gurkennose Gurk, zeigte zwar mit 57 Prozent Ballbesitz, dass sie gern den Ball hatten - aber leider nicht das Tor. Erst in der 34. Minute sorgte Domingo Granero für ein kurzes Aufflackern der Hoffnung. Nach Vorarbeit von Fabio Goncalves drückte er den Ball zum 1:2 über die Linie. Das Stadion erwachte, das Bier floss etwas schneller, und Gurk ballte die Faust. Doch das war’s dann auch mit der Herrlichkeit.

Kurz vor der Pause die Ernüchterung: Innenverteidiger Sergi Dominguez sah Gelb, nachdem er versuchte, den flinken Vazques mit einer Grätsche zu stoppen, die eher an eine Notbremsung im Straßenverkehr erinnerte. "Ich wollte nur den Ball", verteidigte sich Dominguez - was der Schiedsrichter mit einem milden Lächeln quittierte.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte - mit Gela im Vorwärtsgang. In der 47. Minute war es wieder Javier Vazques, diesmal nach feinem Zuspiel von Julian Martins, der das 1:3 erzielte. Doria taumelte, und man konnte fast hören, wie die Zuversicht aus den Gesichtern der Heimfans entwich.

Als dann Javier Deco in der 57. Minute nach Pass von Wegener das 1:4 erzielte, war das Spiel praktisch entschieden. Gurkennose Gurk reagierte, brachte Dusko Neziri für den angeschlagenen Granero - ein Wechsel, der eher aus Pflichtgefühl denn aus taktischer Raffinesse geboren schien. "Ich wollte ein Zeichen setzen", erklärte Gurk später, "welches, weiß ich allerdings selbst nicht mehr so genau."

In der 68. Minute setzte Vazques mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt zum 1:5. Eine Kombination über Deco und Vazques, so gnadenlos präzise, dass selbst die Heimfans kurz applaudierten - vermutlich aus Verzweiflung oder sportlicher Fairness.

Danach verwaltete Gela das Ergebnis mit der Gelassenheit eines Teams, das wusste: Heute läuft alles. 18 Torschüsse, davon fünf Treffer - eine Effizienz, die jedem Statistikliebhaber Freudentränen beschert. Genua kam dagegen trotz mehr Ballbesitz nur auf sechs Abschlüsse, von denen kaum einer ernsthaft gefährlich war.

Nach dem Spiel versuchte Gurk, Fassung zu bewahren: "Wir hatten den Ball, sie hatten die Tore - vielleicht sollten wir das nächste Mal tauschen." Kapitän Jakob Bloch ergänzte trocken: "Wenn wir schon 57 Prozent Ballbesitz haben, könnten wir wenigstens einmal den Ball ins richtige Netz schießen."

Bei Gela dagegen pure Freude. Doppel-Torschütze Vazques strahlte: "Das war einer dieser Abende, an denen selbst der Rasen mitgespielt hat." Trainer Müller klopfte ihm auf die Schulter und meinte: "Ich sage ja immer, wir sind besser, wenn wir nicht nachdenken."

Am Ende blieb für Doria Genua nur die Erkenntnis, dass Ballbesitz zwar schön, aber Tore entscheidend sind - eine alte Fußballweisheit, die an diesem Abend in Stein gemeißelt wurde. Für Gela war es ein Statement-Sieg, der sie in der Tabelle nach oben klettern lässt.

Und irgendwo auf der Tribüne soll ein Genua-Fan beim Abpfiff gesagt haben: "Wenn man schon verliert, dann wenigstens gegen Künstler." Sarkastisch oder ehrlich gemeint? Schwer zu sagen. Aber an diesem Dienstagabend waren die Gäste tatsächlich die Künstler - und Doria nur die unfreiwilligen Statisten.

17.04.644000 23:31
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Da muß man schon gucken, ob noch alles dran ist.
Oliver Kahn nachdem er einen Schuss des Stuttgarters Ganea mit dem Unterleib abgewehrt hatte
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