Tuttosport
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Gela zerlegt Intar Mailand - ein Viertelfinale mit Lehrbuchcharakter

Wenn 27.000 Zuschauer in Mailand auf ein Pokalwunder hoffen, und am Ende die Gäste aus Gela vier Tore und ein breites Grinsen im Gepäck haben, dann ist das keine Sensation - das ist schlichtweg eine Demonstration. Intar Mailand ging im Viertelfinale des Pokals mit 1:4 (0:2) unter und darf sich bei Torhüter Matteo Giorgio bedanken, dass es nicht zweistellig wurde.

Von Beginn an war klar, wer hier das Kommando übernehmen wollte. Schon in der vierten Minute prüfte Lucas Cochran mit einem strammen Schuss aus halbrechter Position die Reflexe des Mailänder Keepers. Das war der Auftakt zu einem Feuerwerk aus 23 Torschüssen der Gäste - gegen ganze drei kümmerliche Versuche der Hausherren. Gela spielte offensiv, zielstrebig, fast schon akademisch präzise. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht zufällig hier stehen", sagte Trainer Michael Müller später mit der Gelassenheit eines Mannes, der wusste, dass sein Plan aufging.

In der 17. Minute fiel das logische 0:1: Filipe Meira traf nach Vorarbeit von Jeno Lisztes. Ein Angriff über die Flügel, wie ihn jeder Taktiklehrgang lieben würde - kurz, direkt, schnörkellos. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen, aber dann war er plötzlich im Tor", murmelte Intar-Coach Jason Statham später mit einem bitteren Grinsen. Wenige Minuten später musste Gela allerdings kurzfristig umstellen: Meira humpelte nach einem Zusammenprall vom Platz, ersetzt durch Ignacio Barbosa, der sich jedoch prompt am Knöchel verletzte - eine Szene, die kurzzeitig für Chaos sorgte.

Doch Gela ließ sich nicht beirren. In der 36. Minute machte Niels Wegener das 0:2, bedient von Cochran, der auf dem rechten Flügel schaltete, als hätte er einen eigenen Stromkreis. Das Publikum quittierte die Vorstellung mit einer Mischung aus Staunen und Unglauben.

Nach der Pause versuchte Intar Mailand, sich aufzubäumen. Trainer Statham rückte die Abwehr ein Stück nach vorne und ließ seine Mannschaft mit mehr Aggressivität pressen - zumindest auf dem Papier. In Wirklichkeit wirkte der Versuch, das Spiel zu drehen, eher wie das Anrennen gegen eine Wand aus Beton. Doch dann, in der 50. Minute, aus dem Nichts: Bram Van Antwerp zog aus 20 Metern ab und traf zum 1:2. Das Stadion erwachte, man hörte sogar wieder Trommeln. "In dem Moment dachte ich: Vielleicht geht doch was", so Van Antwerp nach dem Spiel.

Aber Hoffnung ist bekanntlich ein gefährlicher Gegner der Realität. Nur 17 Minuten später stellte Cochran mit dem 1:3 den alten Abstand wieder her, nach einem Eckball von Verteidiger Tahsin Caliskan. Ein Tor, das sinnbildlich war: Gela gefährlich bei Standards, Mailand schläfrig bei allem. Der Rest des Spiels wurde zu einer Lehrstunde in Spielkontrolle. Zwar hatte Intar etwas mehr Ballbesitz (51 Prozent), doch das war von der Sorte, die man lieber nicht in die Statistik schreibt - quer, rückwärts, folgenlos.

Den Schlusspunkt setzte Javi Garcia in der 90. Minute. Eingeleitet wurde der Angriff von Marco Frechaut, der mit einem eleganten Hackenpass die gesamte Mailänder Abwehr aushebelte. Garcia bedankte sich artig mit dem 1:4. Danach war Schicht.

"Wir haben sie laufen lassen - und sie sind gelaufen", lachte Gela-Trainer Müller nach Abpfiff. "Manchmal ist Fußball ganz einfach." Sein Gegenüber Statham fand weniger heitere Worte: "Unsere Verteidigung stand wie ein Kartenhaus im Wind. Und die Offensive... naja, sie war wohl im falschen Stadion."

Statistisch betrachtet passte alles zusammen: 23 zu 3 Torschüsse, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe für Gela, vier verschiedene Vorlagengeber, ein klarer taktischer Plan. Intar Mailand dagegen wirkte, als hätte man den Begriff "Pressing" für ein Reinigungsverfahren gehalten.

Nach dem Spiel applaudierten die Heimfans trotzdem - vielleicht aus Respekt, vielleicht aus Fassungslosigkeit. Und irgendwo im Tunnel hörte man einen Spieler murmeln: "Zum Glück ist das kein Hinspiel."

So zieht Gela verdient ins Halbfinale ein - mit der Eleganz eines Teams, das weiß, was es tut, und der Effizienz eines Uhrwerks. Mailand dagegen bleibt nur die Erkenntnis, dass man mit 51 Prozent Ballbesitz noch lange kein Spiel gewinnt. Oder, wie es Statham trocken formulierte: "Wir hatten Kontrolle - nur leider nicht über den Ball."

Ein Pokalabend, der in Erinnerung bleibt. Nicht, weil er spannend war, sondern weil er so eindeutig zeigte, was passiert, wenn eine Mannschaft Fußball spielt - und die andere zuschaut.

03.11.643996 04:02
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Da müssten wir uns aber lange unterhalten jetzt.
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