Tuttosport
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Gela zerlegt Varese - Fünf Tore, ein Feuerwerk und viele lange Gesichter

Ein lauer Märzabend in Varese, 45.673 Zuschauer, Flutlicht, Vorfreude - und dann ein Albtraum für die Hausherren. Am 5. Spieltag der 1. Liga Italien wurde AS Varese von Gela regelrecht überfahren. 2:5 hieß es am Ende, und wer das Ergebnis liest, ahnt kaum, dass der Schaden schon nach einer halben Stunde angerichtet war.

Bereits in der ersten Minute hatte Lucas Cochran keine Lust auf Abtasten. Der Gela-Stürmer, ein Mann mit dem Selbstbewusstsein eines Rockstars, jagte den Ball nach Zuspiel von Charlie Smith ins Netz. "Ich dachte, ich träume noch", murmelte Vareses Torwart Toni Sjölund später. "Der Ball kam so früh, ich hatte noch nicht mal richtig die Handschuhe zu."

Varese antwortete immerhin couragiert: In der 10. Minute brachte Andrea Ferrando nach Vorarbeit von Alessio Melis den Ball über die Linie - 1:1, das Stadion erwachte. Trainer Georg Wagner brüllte ein "Jetzt sind wir da!" in den Abendhimmel. Leider irrte er.

Denn schon vier Minuten später stand Lucas Cochran wieder dort, wo es weh tut - frei vor Sjölund. 2:1 für Gela. Der Pass kam diesmal von Innenverteidiger Serhat Aydemir, der offenbar beschlossen hatte, an diesem Abend auch ein bisschen Spielmacher zu spielen.

Was dann folgte, war ein Offensivfestival der Gäste. Javier Vazques erhöhte in der 22. Minute nach Vorlage von Corey Staunton auf 3:1, und Charlie Smith legte kurz vor der Pause selbst nach - 4:1 für Gela, Halbzeitstand. "Ich weiß gar nicht, wie oft ich den Kopf geschüttelt habe", seufzte Varese-Kapitän Frideborg Lindblom. "Vielleicht öfter, als ich den Ball berührt habe."

Wagners Halbzeitansprache muss laut gewesen sein - jedenfalls kam Varese mit Dampf aus der Kabine. Alessio Melis verkürzte in der 47. Minute auf 2:4, ein satter Linksschuss nach einem langen Ball von Lindblom. Das Publikum jubelte, als sei der Ausgleich schon gefallen.

Doch Gelas Antwort war so kühl wie effizient. In der 60. Minute traf Javier Garcia, nachdem Rechtsverteidiger Samuel Perlman mit einem butterweichen Pass die Abwehr aushebelte. Das 5:2 war die endgültige Entscheidung - und eine Demonstration, dass Gela an diesem Abend einfach eine Klasse besser war.

"Wir hätten auch mit zwei Bällen spielen können, Gela hätte beide kontrolliert", knurrte Trainer Wagner nach Abpfiff. Sein Gegenüber Michael Müller hingegen grinste breit: "Wir wollten offensiv spielen, und das haben wir getan. Ich glaube, wir hätten noch ein paar mehr machen können." Ganz Unrecht hatte er nicht - 25 Torschüsse und 53,5 Prozent Ballbesitz unterstreichen die Dominanz der Gäste.

Varese kam immerhin auf neun Abschlüsse, aber vieles blieb Stückwerk. Xabi Barbosa hatte ein, zwei gute Szenen, wurde jedoch in der 70. Minute ausgewechselt. Sein Ersatz Hans Ostrander kassierte prompt eine Gelbe Karte - sinnbildlich für einen Abend, an dem Varese mehr Gegner als Ball sah.

Lucas Cochran, der Doppeltorschütze, musste in der 60. Minute runter, bekam Standing Ovations vom Gästeblock und kommentierte später mit einem Augenzwinkern: "Ich hätte gern noch ein drittes gemacht, aber der Trainer meinte, ich solle lieber mit Würde gehen, bevor ich überheblich werde."

In den Schlussminuten wechselten beide Trainer munter durch: Stefano Castelli durfte bei Varese mit 19 Jahren noch ein paar Minuten Erstligaluft schnuppern, während Gela in der 89. Minute gleich doppelt tauschte - Müller schenkte David Martin und Niels Wegener noch ein paar Einsatzsekunden.

Die Statistiken sprachen am Ende eine klare Sprache: 25:9 Torschüsse, 54 Prozent Ballbesitz, 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe für Gela. Die Gäste spielten so, wie man sich eine Mannschaft im Flow vorstellt - offensiv, selbstbewusst, fast lässig.

"Ich wünschte, wir hätten auch mal so viele Ideen wie sie", sagte Vareses Kapitän Lindblom nach dem Spiel. "Aber wir hatten heute eher das Gefühl, die falschen Noten zu spielen."

Vielleicht war es einfach einer dieser Abende, an denen alles gegen die Hausherren lief. Vielleicht aber auch einer, an denen Gela zeigte, dass sie in dieser Saison mehr als nur ein Geheimfavorit sind.

Und während die Fans von AS Varese enttäuscht nach Hause trotten, dürften die 45673 Zeugen dieses Spiels in ein paar Jahren noch erzählen: "Ich war dabei, als Gela in Varese Fußball zelebrierte."

Oder wie Trainer Müller es trocken zusammenfasste: "Manchmal ist Fußball einfach - man trifft fünfmal, und der Rest redet drüber."

27.12.643993 19:33
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Erich Ribbeck ist vom Fußball so weit weg wie die Erde vom Mars.
Werner Lorant
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