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Gerda GFC Berlin startet mit Feuerwerk in die neue Oberliga-Saison

Oberliga A | 1. Spieltag | 05.07.26 | Gerda GFC Berlin - SC Hoffenheim 3:0

Berlin, Sommerabend, 20:15 Uhr: Während andere noch den Grill anschmeißen, brennt Gerda GFC Berlin im heimischen Stadion ein kleines Fußballfeuerwerk ab. Zum Saisonauftakt der Oberliga A schickt das junge Team von Trainer Tom Motzius den SC Hoffenheim mit einem satten 3:0 nach Hause - und das vor 3.501 bestens gelaunten Zuschauern, die sich den Staub von der Sommerpause aus den Lungen jubelten.

"Das war wie ein Befreiungsschlag nach Wochen der Vorbereitung", grinste Motzius nach dem Abpfiff, die Stirn glänzend, das Hemd durchgeschwitzt. "Ich hab den Jungs gesagt: Spielt mutig, aber bitte nicht gleich übermütig. Sie haben’s dann wohl wörtlich genommen - mutig ja, übermütig erst beim Jubeln."

Die Berliner begannen druckvoll, ließen den Ball laufen und verteilten ihn mit einer Selbstverständlichkeit, die man sonst nur bei Mannschaften sieht, die schon drei Spieltage Vorsprung in der Tabelle haben. Hoffenheim dagegen wirkte, als hätte man sie kurzfristig aus einem Grillfest in den Bus gezerrt. Zwar gehörte der erste Torschuss Niclas Bremer (4.), doch das war’s dann auch fast mit der Offensivstatistik der Gäste. Zwei Torschüsse insgesamt - das sagt alles über die Durchschlagskraft der Kraichgauer an diesem Abend.

Gerda dagegen schoss im Minutentakt: 13 Mal ging’s aufs Tor, dreimal hinein. Und wie! In der 30. Minute fasste sich der 19-jährige Tommy Berntsen ein Herz, nachdem Günter Kirsch ihn auf rechts bedient hatte. Kaltschnäuzig, flach, präzise - 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Berntsen später mit einem Augenzwinkern zu, "aber der Ball hat sich entschieden, lieber reinzugehen."

Nur fünf Minuten später folgte der nächste Streich: Mariusz Bosacki, ebenfalls 19, jagte den Ball nach einer unübersichtlichen Szene im Strafraum unter die Latte - 2:0. Der Jubel war laut, das Selbstbewusstsein größer, und Hoffenheim? Gelb gesehen (Stefan Lehmann, 19. Minute) und ansonsten kaum zu sehen.

Bitter wurde es für die Gastgeber kurz vor der Halbzeit, als Martin Mykland nach einem unglücklichen Zweikampf verletzt raus musste. Doch selbst das schien Gerda GFC nicht aus dem Tritt zu bringen. "Die Jungs haben sofort signalisiert: Wir machen weiter für Martin", erzählte Kapitän Karsten Schlegel. "Und das hat man gespürt."

In der zweiten Halbzeit ließ Berlin nichts mehr anbrennen. Der Ballbesitz war mit knapp 52 Prozent zwar ausgeglichen, aber wer das Spiel sah, wusste: Gerda hatte den Taktstock in der Hand. Hoffenheim mühte sich redlich, doch die Pässe kamen zu spät, die Beine zu schwer, und Torwart Knut Barth verhinderte Schlimmeres. Besonders in der Schlussphase wurde es noch einmal wild: Schuss Berntsen (80.), Bosacki (90.), dann in der Nachspielzeit Stanislav Mila - und der traf! Nach feiner Vorarbeit von Jürgen Schmitz hämmerte der junge Linksverteidiger den Ball in der 93. Minute zum 3:0-Endstand in die Maschen.

"Ich hab gar nicht kapiert, dass das wirklich drin war", sagte Mila später lachend. "Dann hab ich nur noch Arme, Schultern und irgendjemanden mit Bierbecher gesehen."

Trainer Motzius, sonst eher der sachliche Typ, gönnte sich sogar ein Lächeln mit Pathos: "Das war heute ein Statement. Wir wollen nicht nur mitspielen, wir wollen mitreden."

Auf der Gegenseite klang Hoffenheims Coach eher, nun ja, nach Sommerloch. "Wir waren nicht wach genug, nicht griffig genug, nicht... genug", murmelte er, bevor er in Richtung Mannschaftsbus verschwand.

Statistisch gesehen war’s kein Klassenunterschied - aber ein Stimmungsunterschied. Berlin gewann mehr Zweikämpfe (57 Prozent), spielte konzentrierter, aggressiver, schlicht lebendiger. Als die Sonne über dem kleinen Stadion versank, sangen die Fans noch Minuten nach Abpfiff ("Gerda, Gerda, Oberliga!" - man verzeiht die Kreativpause der Kurve).

Fazit: Gerda GFC Berlin hat sich nicht nur drei Punkte gesichert, sondern auch ein Ausrufezeichen gesetzt. Wenn die Mannschaft diesen Mix aus jugendlicher Unbekümmertheit und taktischer Disziplin beibehält, könnte das eine Saison werden, die man in Berlin noch lange besingt.

Oder, wie es der junge Torjäger Berntsen trocken formulierte: "Noch 29 Spiele, dann sehen wir weiter - aber heute war’s schon mal ganz nett."

05.07.2026 23:07
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