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Germania Cuxhaven fegt Linx vom Platz - ein Viererpack der Spielfreude

Ein kalter Januarabend an der Nordseeküste, Flutlicht, 3.730 Zuschauer mit dicken Schals - und eine Germania Cuxhaven, die so heiß lief, dass man sich Sorgen um den Rasen machen musste. Mit einem klaren 4:0 (3:0) über den SV Linx schickte die Mannschaft von Trainer Hartmut Haß ihre Fans beschwingt in die Nacht des 7. Spieltags der Regionalliga A.

Von der ersten Minute an war klar, wer hier das Kommando übernehmen würde. Schon nach wenigen Sekunden rollte Angriff auf Angriff auf das Tor des Linxer Keepers Oscar Haase zu. In der 4. Minute prüfte Vitor Santos erstmals seine Reflexe, und zwei Minuten später war es dann soweit: Santos selbst drückte den Ball nach Vorarbeit von Jacopo Gatti über die Linie. "Ich hab nur den Fuß hingehalten", grinste der 21-Jährige später - bescheidene Worte für das, was ein blitzsauberer Abschluss war.

Linx, bis dahin noch im "wir-gucken-mal-was-passiert"-Modus, fand keinen Zugriff. Die Gäste standen tief, aber nicht tief genug, um Noah Lithgow aufzuhalten. In der 21. Minute verwandelte der 20-Jährige nach schöner Vorarbeit von Sacit Keles zum 2:0. Nur sechs Minuten später legte er mit stoischer Ruhe den dritten Treffer nach, diesmal nach Pass von Luis Jakob. "Er läuft wie auf Schienen", sagte Trainer Haß später schmunzelnd über seinen jungen Stürmer.

Während Cuxhaven Ball und Gegner laufen ließ - 56 Prozent Ballbesitz, 18 Torschüsse - suchte man bei Linx nach einer Idee, die über den langen Ball hinausging. Trainer Michal Dickschat reagierte zur Pause gleich dreifach, brachte unter anderem den 18-jährigen Eduardo Henrico für den glücklosen Ralph Konrad. "Wir wollten frischen Wind - es wurde eher ein laues Lüftchen", sagte Dickschat hinterher mit Galgenhumor.

Tatsächlich blieb Linx auch in der zweiten Hälfte harmlos. Die wenigen Offensivaktionen - vier Torschüsse insgesamt - versandeten in der stabilen Cuxhavener Abwehr. Joseph Williamson, der sich kurz vor der Pause noch eine Gelbe Karte abholte ("Ich wollte nur deutlich machen, dass er da nicht durchkommt"), räumte kompromisslos ab.

Vorne sorgte Agemar Meira in der 61. Minute für den Schlusspunkt. Wieder war es eine Vorlage von Luis Jakob, und Meira, gerade einmal 19 Jahre jung, vollendete eiskalt. "Ich hab gar nicht überlegt", sagte er mit einem Lachen, "ich wollte einfach mal treffen, bevor meine Eltern nach Hause fahren."

Danach wurde es ein bisschen Schaulaufen. Cuxhaven spielte weiter munter nach vorn, Linx kämpfte um Schadensbegrenzung. Gelbe Karten für Otto Fritsch (38.) und Karsten Gruber (80.) zeigten immerhin, dass die Gäste nicht völlig kampflos aufgaben. Doch der Unterschied an diesem Abend war eklatant: Cuxhaven kombinierte mit Leichtigkeit, Linx rannte hinterher.

Die Zuschauer, dick eingepackt und mit Glühwein bewaffnet, feierten jede gelungene Aktion. Als in der 89. Minute Tim Buys noch einen satten Schuss aufs Tor abgab, der knapp vorbeiging, raunte ein älterer Herr auf der Tribüne: "Wenn die so weitermachen, steigen die auf." - eine steile These, aber an diesem Abend durchaus nachvollziehbar.

Trainer Hartmut Haß zeigte sich nach dem Spiel zufrieden, aber nicht überschwänglich: "Wir haben vieles richtig gemacht, aber wir müssen lernen, auch bei 3:0 noch konzentriert zu bleiben. Die Jungs sind jung - manchmal denken sie, sie spielen auf dem Bolzplatz."

Michal Dickschat hingegen wirkte ratlos. "Wir wollten offensiver werden, aber Cuxhaven hat uns einfach die Räume genommen. Da bleibt dir nur, höflich zu gratulieren."

Statistisch war die Sache eindeutig: Cuxhaven hatte mehr vom Ball, gewann mehr Zweikämpfe (56,5 Prozent) und schoss viermal so oft aufs Tor wie der Gegner. Doch Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte - die andere Hälfte war Spielfreude, Tempo und der unbedingte Wille, den Fans etwas zu bieten.

Als die Mannschaft nach dem Schlusspfiff vor der Kurve jubelte, rief ein kleiner Junge: "Noah, gib mir dein Trikot!" - und tatsächlich, Lithgow warf es ihm zu. "Wenn er das so macht, muss ich das nächste Mal zwei mitbringen", grinste der Doppeltorschütze.

Ein Abend also, der zeigte, dass Germania Cuxhaven mehr ist als ein Regionalligist aus der Provinz - nämlich ein Team mit Herz, Tempo und einer gehörigen Portion Küstencharme.

Und irgendwo in der Nordseeluft klang noch der Kommentar eines Zuschauers nach: "Das war kein Fußballspiel - das war eine Vorführung." Recht hatte er.

29.03.643987 12:15
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