Anpfiff
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Germania Cuxhaven ringt TuS Ennepetal nieder - jung, bissig, effizient

Manchmal ist Fußball einfach: Zwei Tore schießen, keins kassieren, fertig ist der Heimsieg. Germania Cuxhaven erledigte am 5. Spieltag der Regionalliga A genau das - und zwar mit jugendlicher Frische und erstaunlicher Reife. 2:0 hieß es am Ende gegen den TuS Ennepetal, und die 3808 Zuschauer im Cuxhavener Stadion gingen gut gelaunt in die frostige Januar-Nacht.

Schon der Anpfiff um 20:15 Uhr versprach einen Abend mit Pfeffer. Ennepetal begann forsch - oder, wie Trainerin Ursula Lappe später sagte: "Wir wollten zeigen, dass wir keine Sightseeing-Tour an die Nordsee gebucht haben." Marius Ghionea prüfte Cuxhavens Keeper Alexander Schitnik gleich dreimal in den ersten sieben Minuten, doch der 19-Jährige blieb cool. "Ich hatte den Eindruck, der Junge hat Eiswasser in den Adern", lächelte Germania-Coach Hartmut Haß nach dem Spiel.

Dann übernahm Cuxhaven das Kommando. Mit 56 Prozent Ballbesitz und einem schier unermüdlichen Mittelfeldtrio um James Kober, Vitor Santos und Luis Jakob kontrollierten die Gastgeber das Zentrum. In der 20. Minute fiel schließlich das, was man in Cuxhaven einen "Nordseeblitzer" nennt: Jacopo Gatti flankte von rechts, Agemar Meira rauschte heran und versenkte den Ball humorlos zum 1:0. Der 19-jährige Brasilianer grinste später: "Ich hab einfach gedacht, wenn der Wind schon mitspielt, soll er auch was zu tun haben."

Ennepetal versuchte, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Alrik Carlsen und Michel Benayoun zogen die Fäden im Mittelfeld, doch es fehlte der letzte Punch. Zwölf Torschüsse verzeichnete der TuS insgesamt - solide, aber eben glücklos. Besonders bitter: In der 56. Minute musste Routinier Maximilian Brückner verletzt vom Platz. "Ich hab das Knie gespürt, noch bevor der Ball kam", murmelte er in die Verbandstücher, während Refet Bulut ihn ersetzte.

Kaum zwei Minuten zuvor hatte Cuxhaven bereits den Sack zugemacht. In der 54. Minute legte Vitor Santos mustergültig quer - Noah Lithgow bedankte sich mit einem trockenen Schuss ins linke Eck. 2:0, die Vorentscheidung. Lithgow, ebenfalls 20, erklärte danach mit verschmitztem Lächeln: "Der Trainer sagt immer, ich soll den Ball nicht so fest schießen. Heute war’s genau richtig fest."

Der Rest war professionelles Herunterspielen. Germania ließ den Ball laufen, Ennepetal lief hinterher. Die Gäste versuchten es über Konter, wie ihre taktische Marschroute verriet, doch Cuxhavens Abwehr blieb standhaft. In der 87. Minute schließlich platzte Peter Witt der Kragen: Erst Gelb, dann Gelb-Rot - und ein wütender Blick Richtung Schiedsrichter, der vermutlich noch immer in seinen Träumen pfeift. "Ich hab nur gesagt, das war kein Foul", behauptete Witt später, während Trainerin Lappe trocken anfügte: "Peter redet manchmal etwas ausführlicher mit den Unparteiischen."

Die Schlussminuten gehörten wieder Cuxhaven, das mit jugendlichem Elan noch ein paar schöne Kombinationen zeigte. Henri Bachellier scheiterte in der 91. Minute knapp, und auch Noah Lithgow hätte beinahe das 3:0 nachgelegt. Doch das hätte fast zu perfekt gepasst - und Perfektion ist im Fußball bekanntlich verdächtig.

Statistisch gesehen war der Sieg hochverdient: 18 Torschüsse zu 12, leichtes Übergewicht im Zweikampf (51 zu 49 Prozent) und mehr Ballbesitz. Germania spielte nicht spektakulär, aber mit System - ein Kompliment an Trainer Hartmut Haß, der nach dem Abpfiff mit einem Schmunzeln sagte: "Ich hab sie heute einfach mal machen lassen. Vielleicht sollte ich das öfter tun."

Bei Ennepetal hingegen war die Stimmung verhalten. "Wir hatten unsere Chancen, aber Cuxhaven war kaltschnäuziger", meinte Kapitän Benayoun. "Und wenn du hier hinten liegst, hörst du nur noch Möwen und den Wind - das drückt die Moral."

So bleibt Germania Cuxhaven weiter auf Kurs in der oberen Tabellenhälfte, während Ennepetal den Blick eher nach unten richten muss. Doch eines ist sicher: Wer an einem kalten Januarabend an der Küste spielt, weiß hinterher wenigstens, dass Fußball kein Hallensport ist.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Zwei Tore, keine Gegentore - das war fast so schön wie eine warme Fischfrikadelle."

So einfach kann Fußballglück sein.

06.03.643987 18:18
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich hoffe, dass die deutsche Mannschaft auch in der 2. Halbzeit eine runde Leistung zeigt, das würde die Leistung abrunden!
Günter Netzer
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager