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Goats stürmen, Eagles siegen - New York fliegt in Los Angeles davon

Es war ein lauer Januarabend im sonnigen Kalifornien, doch auf dem Rasen des "Goat Dome" brannte die Luft: 51.359 Zuschauer sahen beim 7. Spieltag der 1. Liga USA, wie die Los Angeles Goats trotz stürmischem Beginn am Ende mit leeren Hörnern dastanden. Die New York Eagles entführten mit einem 2:1 (1:1) die Punkte - clever, abgebrüht und mit der Effizienz eines Großstadtfalken, der seine Beute zielsicher aus der Luft pflückt.

Bereits nach zehn Minuten lagen die Gastgeber zurück. Alf Michaelsen, der zentrale Mittelfeldmann der Eagles, traf mit einem trockenen Schuss ins rechte Eck, als die Goats-Abwehr kollektiv noch damit beschäftigt war, die Sonnencreme aus den Augen zu reiben. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", stammelte Goats-Trainer Friedel Friese später, "aber Alf hat wohl eine andere Geometrie im Kopf."

Die Goats reagierten wütend, wie es ihrer offensiven Ausrichtung entsprach. Coach Friese hatte seine Mannschaft mit klarer Ansage aufs Feld geschickt: "Heute greifen wir an, bis der Rasen raucht!" Und tatsächlich: 17 Torschüsse, 49 Prozent Ballbesitz, dazu ein Pressing, das in den letzten Minuten fast in ein Trommelfeuer auslief. Nur das Tor - das wollte nicht so recht fallen.

Was aber fiel, war der Ausgleich in der 38. Minute. Peter Neubauer flankte, als wolle er den Ball zu einer Kunstausstellung schicken, und Greger Brun verwandelte per Kopf mit der Eleganz eines norwegischen Wikingers, der gerade das letzte Schiff verpasst hat. Das Stadion tobte. "In dem Moment dachte ich: Wir machen sie fertig", grinste Brun später, "aber dann kam Jake Henderson und ruinierte mir den Abend."

Gemeint war die 66. Minute. Henderson, der schon die erste halbe Stunde mit drei wuchtigen Schüssen auf sich aufmerksam gemacht hatte, zog diesmal auf Vorlage von Ashton Patton ab - präzise, unhaltbar, 2:1 für die Eagles. Der Jubel auf der Gästebank war laut genug, um selbst in Manhattan gehört zu werden. Trainer Ho Si, sonst ein Mann der ruhigen Gesten, sprang in die Luft wie ein Schüler beim letzten Schultag. "Disziplin und Geduld", sagte er nach dem Spiel, "das ist unser Benzin. Und Jake ist der Motor."

Dabei hatten die Goats zuvor alles gegeben. Tyler Ashton und Greger Brun prüften Keeper Oscar Cunha im Minutentakt - zwischen der 65. und 76. Minute gleich fünfmal. Cunha, der Mann mit den Katzenreflexen, blieb aber unüberwindbar. "Ich hatte das Gefühl, die schießen mit Wattebällen", spottete er später, während er sich von seinen Mitspielern feiern ließ.

Ein kurzer Schreckmoment ereignete sich in der 32. Minute, als New Yorks Linksverteidiger Alexander Cort nach einem harten Zweikampf verletzt liegen blieb. Der 19-jährige George Williamson kam für ihn - und machte seine Sache ordentlich. "Ich wusste gar nicht, dass ich heute überhaupt im Kader bin", lachte der Teenager nach dem Spiel.

Taktisch blieb es ein interessantes Schachspiel: Die Goats setzten auf Offensive, Friese ließ bis zum Schluss stürmen und brachte in der 83. Minute noch Luke Bostwick für den müde gelaufenen Peter Borbely. Selbst Torwart William Ackland wurde in der 90. Minute - wohl eher symbolisch - durch Charles Willoughby ersetzt. "Vielleicht dachte Friedel, er bringt jetzt den Torwart fürs Elfmeterschießen", witzelte ein Fan auf der Tribüne.

Doch das Elfmeterschießen kam nicht, und die Goats blieben trotz aller Bemühungen torlos in Hälfte zwei. Die Eagles hingegen zeigten, warum sie in der Tabelle oben stehen: Weniger Ballbesitz, weniger Schüsse (nur acht aufs Tor) - aber zwei Tore. "Effizienz schlägt Ästhetik", kommentierte TV-Experte Ray Mendoza trocken.

Nach dem Schlusspfiff standen die Goats-Spieler enttäuscht auf dem Rasen, während die Eagles ihre Arme zum Nachthimmel streckten. Greger Brun fasste das Spiel mit einem bitteren Lächeln zusammen: "Wir hatten mehr Ball, mehr Mut, mehr Schweiß - aber sie hatten das Glück. Vielleicht auch mehr Kaffee."

Coach Ho Si nickte zufrieden, als er in die Kameras sagte: "In New York nennen wir das Business as usual."

Ein Spiel, das zeigte: Fußball ist kein Schönheitswettbewerb - manchmal reicht ein präziser Flügelschlag, um eine ganze Herde Ziegen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Und während in Los Angeles die Lichter ausgingen, summten die Eagles ihren Siegesmarsch - vermutlich leise, aber mit sehr breiten Flügeln.

08.04.643987 15:47
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Wenn der Ball am Torwart vorbeigeht, ist es meist ein Tor.
Mario Basler
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