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Gorillas drehen auf: Atlanta schlägt San Jose mit 4:1

Major League | 2. Spieltag | 18.09.26 | Atlanta Gorillas - San Jose Blues 4:1

Atlanta - Die Atlanta Gorillas haben am zweiten Spieltag der Major League ein Ausrufezeichen gesetzt. Vor 42.395 Zuschauern bezwang die Mannschaft von Anja Meister die San Jose Blues mit 4:1 (1:0) - und bewies dabei, dass man auch ohne Dauer-Pressing durchaus Druck machen kann. Man muss nur oft genug schießen.

Die Gorillas begannen mit einer bemerkenswerten Mischung aus Gelassenheit und Zielstrebigkeit. Schon in den ersten sechs Minuten prüften Zivojin Dordevic, Arnau Canalejas und Garritt Knickerbacker die Nerven von San Joses Torwart Ryan Bail. Beim vierten Versuch hatte Atlanta dann genug vom höflichen Abtasten: In der 7. Minute traf Rechtsverteidiger Miguel Manuel zum 1:0.

"Ich dachte kurz, wir wollten erst einmal schauen, wie der Gegner so drauf ist", sagte Trainerin Anja Meister nach der Partie. "Dann haben wir gemerkt: Der Ball ist rund, das Tor steht da - warum also warten?"

Die Blues ließen sich vom frühen Rückstand nicht völlig beeindrucken. Evan Almond und Harrison Hannigan sorgten mit Abschlüssen dafür, dass Atlanta-Keeper Harvey Blanqui nicht zum Zuschauer mit Handschuhen verkümmerte. San Jose setzte konsequent auf offensive Konter, schoss aus allen möglichen Lagen und ging in den Zweikämpfen mit einer Entschlossenheit zu Werke, die gelegentlich näher an "stark" als an "subtil" lag. Bezeichnenderweise sah Marvin Klug in der 57. Minute die Gelbe Karte.

Atlanta kontrollierte das Spiel zwar nicht vollständig, aber ausreichend. 51,8 Prozent Ballbesitz standen am Ende 48,2 Prozent für San Jose gegenüber. Entscheidender war die Schussbilanz: 18 Torschüsse der Gastgeber, neun der Blues. Das ist im Fußball ungefähr der Unterschied zwischen "Wir waren dabei" und "Wir hätten vielleicht etwas mitnehmen können".

Nach der Pause wurde die Partie lebhafter - und deutlich torreicher. In der 65. Minute erhöhte Dordevic auf 2:0. Alessio Fiumefreddo lieferte die Vorlage, Dordevic vollendete und durfte sich anschließend von den Mitspielern umarmen lassen, als hätte er gerade persönlich die Stromrechnung des Stadions bezahlt.

San Jose antwortete prompt. Nur drei Minuten später verkürzte Klug nach Zuspiel des 18-jährigen Oscar Gallagher auf 1:2. Plötzlich war wieder Spannung im Stadion, und auf der Atlanta-Bank dürfte man kurz überlegt haben, ob ein komfortabler Vorsprung nicht doch die angenehmere Erfindung gewesen wäre.

Die Antwort der Gorillas folgte umgehend. In der 70. Minute stellte Kai Haas den alten Abstand wieder her, Rafael Martins hatte ihn bedient. Haas war damit aber noch nicht fertig. In der 83. Minute traf der 23-Jährige erneut - diesmal nach Vorlage von Tomas Baranek - und machte aus einem offenen Spiel endgültig eine Atlanta-Feier.

"Nach dem 2:1 wurde es kurz unnötig aufregend", meinte Meister. "Aber Kai Haas hatte offenbar beschlossen, die Sache persönlich zu erledigen."

San-Jose-Trainer Daniel Schneider blieb trotz der Niederlage kämpferisch: "Wir wollten offensiv auftreten und haben das auch getan. Leider war Atlanta heute effizienter - und bei vier Gegentoren ist das eine eher unangenehme Form der Effizienz."

Am Ende stand ein verdienter 4:1-Erfolg für die Gorillas. Atlanta blieb taktisch ausgewogen, spielte ohne aktives Pressing und setzte dennoch genug Nadelstiche, um San Jose dauerhaft zu beschäftigen. Die Blues hatten Mut, Konter und neun Abschlüsse. Die Gorillas hatten Manuel, Dordevic und vor allem Haas. Im Zweifel entscheidet im Fußball eben nicht die schönste Idee, sondern der Ball, der im Netz landet.

19.09.2026 10:16
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