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Gorillas schlagen Blues: Nani tanzt, Perez trotzt, Meister lacht

Es war einer dieser Abende in Atlanta, an denen der Beton des Stadions vibriert, bevor überhaupt der Ball rollt. 50.423 Zuschauer brüllten die "Gorillas" nach vorn - und am Ende hatten sie Grund zum Feiern: Ein 2:1‑Heimsieg gegen die Fort Wayne Blues, der eher nach Schwerstarbeit als nach Samba aussah, aber drei Punkte bringen bekanntlich auch ohne Rhythmusgefühl.

Trainerin Anja Meister stand nach dem Abpfiff mit einem schelmischen Lächeln vor den Kameras: "Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen heute ruhig mal ein bisschen Spaß haben - aber dass sie dabei fast mich um den Verstand bringen, war nicht der Plan." Spaß war es tatsächlich - für alle außer der Defensive.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag der Blues. Schon in der 3. Minute prüfte Dusan Kratochvil den Gorilla‑Keeper Alberto Benedetto, der seine Handschuhe offenbar schon beim Aufwärmen angeklebt hatte. Fort Wayne dominierte die Anfangsphase, presste nicht, lief aber clever. Vierzehn Torschüsse zählten die Statistiker am Ende für die Gäste - und wer die ersten 20 Minuten sah, glaubte, es seien doppelt so viele.

Atlanta hingegen brauchte fast eine halbe Stunde, um zu merken, dass das Spiel begonnen hatte. Brandon Barre drosch in der 27. Minute den Ball Richtung Oberrang, Harrison Baker zielte in der 33. Minute besser, aber nicht gut genug. "Da dachte ich, wir spielen Baseball", witzelte Kapitän Bram Groot später.

Dann aber die 44. Minute: Ezequiel Nani, der Argentinier mit der Körpersprache eines Tangotänzers, nahm eine missglückte Abwehraktion der Blues auf, tanzte rechts zwei Verteidiger aus und schlenzte den Ball ins lange Eck. 1:0, Stadionexplosion, die Gorillas endlich in ihrem Element. "Ich hab nur gedacht: Warum nicht?", grinste Nani nach dem Spiel. "Und dann war der Ball drin. Manchmal ist Fußball ganz einfach."

Die Halbzeitpause brachte Chaos im Blues‑Lager: Jake Hamlin verletzte sich kurz vor Pfiff, musste raus. Trainer der Blues, dessen Name in den Unterlagen ungenannt blieb, wirkte in der Coaching‑Zone wie ein Mann, der den falschen Bus genommen hat. Nicola Ferro kam für Hamlin, doch der Rhythmus blieb gestört.

Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, rächten sich die Gäste: In Minute 49 kombinierte sich Alexej Budjanski über links durch, legte quer auf Guillermo Perez - und der verwandelte trocken. 1:1, und die Blues waren wieder da. "Wir wussten, dass Atlanta nach der Pause oft schläft", sagte Perez. "Also haben wir geklopft - und sie haben aufgemacht."

Doch die Gorillas sind bekannt dafür, dass sie sich nicht lange besiegen lassen. Nach einer Stunde verließ Harrison Baker verletzt den Platz - die Physios rannten, das Publikum hielt den Atem an. Ersatz kam keiner, der Ballbesitz sank auf 46 Prozent, aber die Moral blieb auf 100.

Und dann kam wieder Nani. 74. Minute. Ecke von Mason Warrington, halbhoch, halb Zufall - und Nani war da, köpfte aus fünf Metern ein. 2:1. Das Stadion bebte, die Tribünen wogten, und irgendwo in der Trainerzone brüllte Anja Meister den Jubel in die Nacht: "Endlich macht er mal, was ich sage!"

Fort Wayne rannte danach wütend an. Joan de Almeida prüfte Benedetto in der 81. Minute ein letztes Mal, aber der Keeper blieb Herr im Dschungel. Die Blues besaßen mehr Ballbesitz (54 Prozent) und gewannen leicht mehr Zweikämpfe, aber Atlanta hatte Nani - und der Unterschied zwischen Statistik und Magie ist manchmal nur ein linker Fuß.

Nach dem Spiel sagte Anja Meister trocken: "Wir haben heute gezeigt, dass Taktik überschätzt wird, solange man Tore schießt." Ein Satz, der wohl Eingang in jedes Gorilla‑Trainingshandbuch finden dürfte.

Im Presseraum nahm Nani noch einen Schluck Wasser und grinste: "Zwei Tore sind schön, aber ich wollte eigentlich drei. Vielleicht spare ich mir das für das Rückspiel auf."

Die Blues dagegen schlichen enttäuscht in die Kabine. Perez klopfte seinem jungen Keeper Carl Mascarenhas auf die Schulter. "Kopf hoch, Kleiner. Heute war’s Gorilla‑Zeit."

Am Ende bleibt ein Abend voller Schweiß, Lärm und leichter Ironie: Die Atlanta Gorillas gewinnen 2:1 gegen die Fort Wayne Blues, bleiben in der Spitzengruppe der 2. Liga USA - und beweisen, dass man mit starkem Willen, ein bisschen Glück und einem tanzenden Argentinier auch gegen statistisch überlegene Gegner triumphieren kann.

Oder, wie ein Fan beim Rausgehen murmelte: "Manchmal reicht’s, wenn die Bananen reif sind."

08.02.644000 12:23
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Otto Rehhagel
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