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Regionalliga D | 4. Spieltag | 08.07.26 | SV Steinbach - Grebenstein 0:3 Schon nach 14 Minuten war der Plan von Trainer Martin Schmittel Makulatur. Ausgerechnet Grebensteins Innenverteidiger Domenico Calabro, sonst eher für rustikale Grätschen bekannt, verwertete einen Abpraller im Strafraum zur frühen Führung. "Ich war selbst überrascht, dass der Ball durchkam", grinste der 22-Jährige später. "Normalerweise rufe ich in solchen Momenten ’weg damit’ - diesmal war er halt drin." Steinbachs Antwort kam in Form eines Torschusses von Phillip Geiger in der 17. Minute - und das war’s dann auch fast. Vier Schüsse aufs Tor in 90 Minuten sprechen Bände. Während die Gastgeber auf Konter lauerten, spielten die Grebensteiner unbeeindruckt weiter, als hätten sie eine Dauerkarte fürs gegnerische Drittel. Die Gäste, offensiv ausgerichtet, mit Flügelspiel und viel Bewegung, kombinierten sich immer wieder gefährlich vor das Tor von Fabian Schmitz. In der 39. Minute belohnte sich das Team: Luca Musso steckte geschickt durch, Samuel Montgomery vollendete eiskalt - 0:2. Steinbachs Abwehr stand in diesem Moment so offen, dass man beinahe den VIP-Bereich durchlaufen konnte. "Wir haben das Zentrum verloren", murmelte Coach Schmittel nach dem Abpfiff. "Und den Rest gleich mit." Nach der Pause wechselte er junges Blut ein - Ralf Baur kam für den überforderten Alexander Carnegie, später auch der 18-jährige Sven Hofmann. Doch die Jugend allein brachte keine Wende. Grebenstein blieb offensiv wie ein Uhrwerk: 19 Torschüsse, zwei Drittel davon brandgefährlich. In der 63. Minute war es erneut Montgomery, der nach Vorarbeit von Rechtsverteidiger Tiago Morales den Sack endgültig zumachte. Der Engländer mit dem Namen eines Hollywoodhelden zeigte Torinstinkt und Nervenstärke - und ließ den Heimtorwart alt aussehen. "Ich hab’s einfach gespürt", sagte Montgomery nach seinem Doppelpack, "wenn du merkst, dass die Abwehr wankt, musst du nur noch pusten - dann fällt sie." Trainer Pipa Po, bekannt für seine lakonische Art, ergänzte trocken: "Wir wollten über die Flügel kommen. Und siehe da - Flügel funktionieren besser, wenn man fliegt." Steinbachs Spieler schlichen derweil mit gesenkten Köpfen vom Platz. Phillip Geiger, der wenigstens kämpfte und drei der vier Steinbacher Torschüsse abgab, wirkte frustriert: "Wir trainieren das Umschalten, aber heute haben wir eher ausgeschaltet." Dabei hatten die Hausherren statistisch gar nicht so schlecht ausgesehen - mehr Ballbesitz, ordentliche Laufleistung. Aber was nützt das, wenn der Gegner mit jedem Angriff gefährlicher wirkt als man selbst mit Ball am Fuß? Grebenstein war bissiger (56 % gewonnene Zweikämpfe), zielstrebiger und schlicht besser organisiert. In der Schlussphase plätscherte das Spiel dahin, während die Fans auf den Tribünen schon Galgenhumor entwickelten. Ein älterer Herr rief: "Martin, stell dich selbst auf, schlechter kann’s nicht werden!" Der Trainer lachte gequält - wahrscheinlich, weil ihm nichts Besseres einfiel. Als Schiedsrichterin Wörner pünktlich abpfiff, war es fast eine Erlösung. Ein 0:3, das in seiner Klarheit verdient war. Grebenstein zeigte, wie man mit Tempo und Präzision auch auswärts dominiert. Steinbach hingegen wird sich fragen müssen, ob man mit einer rein defensiven Ausrichtung in der Regionalliga D bestehen kann. "Wir müssen wieder mutiger werden", sagte Schmittel zum Schluss. "Und vielleicht auch mal aufhören, Angst vor Fehlern zu haben - schlimmer als heute wird’s sowieso nicht." Während Grebensteins Fans jubelten und die Spieler ausgelassen auf den Rasen tanzten, blieb den Steinbachern nur die Erkenntnis: Manchmal reicht Einsatz allein nicht, wenn der Gegner einfach Fußball spielt. Und so ging dieser Abend zu Ende - mit einem grell leuchtenden 0:3 auf der Anzeigetafel, einem strahlenden Samuel Montgomery und einem SV Steinbach, der in die Kabine trottete, als würde dort wenigstens das Licht aus sein. 08.07.2026 21:22 |
Sprücheklopfer
Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme