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Greve Fodbold fegt Aarhus Fremad mit Offensivfeuerwerk vom Platz

Wenn 60.003 Zuschauer an einem Donnerstagabend in Greve das Stadion füllen, dann ahnt man: Hier steht etwas Großes bevor. Und tatsächlich bekamen die Fans beim 5:3 (4:1) gegen Aarhus Fremad ein Feuerwerk geboten - halb Spektakel, halb Slapstick, aber zu keinem Zeitpunkt langweilig.

Schon nach sieben Minuten rieb sich Trainer Jean Vignoble verwundert die Augen: Aarhus ging durch Frederik Laursen in Führung, der nach einem butterweichen Pass von Fernando Derlei trocken ins lange Eck traf. "Das ging zu leicht", murrte Vignoble später, "meine Abwehr dachte wohl, wir wären beim Frühjahrsball."

Doch Greve antwortete - und wie! Binnen drei Minuten drehte sich das Spiel komplett. Gotthard Schermerhorn, der Name klingt wie eine Mischung aus Komponist und Dampflok, komponierte in der 18. und 19. Minute gleich zwei Tore, eines nach feiner Vorlage von Hagen Storm, das andere nach Flanke von Pau Santos. Kaum hatte Aarhus noch Luft geholt, zündete Erland Brodersen in der 20. Minute den Turbo und netzte nach Zuspiel von Schermerhorn zum 3:1 ein.

"Da stand’s gefühlt 3:1, bevor ich meinen Kaugummi fertig aufgeblasen hatte", grinste Gästecoach Sascha Leon bitter. Und als ob das nicht reichte, legte Brodersen kurz vor der Pause noch ein zweites Tor nach - diesmal nach einer butterweichen Hereingabe von Linksverteidiger Kai Damgaard. 4:1 zur Halbzeit, die Fans sangen, das Bier floss, und die Verteidigung von Aarhus wirkte, als sei sie kollektiv in die Sommerpause gestartet.

In der Pause soll Vignoble, so erzählen es Kabinenflüsterer, nur gesagt haben: "Leute, bitte nicht übermütig werden." Die zweite Hälfte zeigte, dass seine Spieler ihn zumindest gehört hatten - aber nicht unbedingt verstanden. Greve spielte weiter auf Attacke, während Aarhus verzweifelt versuchte, irgendwie die Ordnung wiederzufinden.

Jose Perez brachte die Hoffnung kurz zurück. Sein Treffer zum 2:4 in der 53. Minute, vorbereitet von Laursen, war technisch fein und taktisch klug. "Ich dachte, jetzt kippt das Spiel", sagte Leon später. "Aber Greve hat uns einfach nicht gelassen." Und tatsächlich: In der 66. Minute traf Hagen Storm nach Vorlage - na klar - von Schermerhorn zum 5:2. Das Stadion bebte, die Fans tanzten auf den Sitzen, und Vignoble gönnte sich erstmals ein Lächeln.

Doch Aarhus gab sich nicht geschlagen. Pedro de Almeida traf in der 80. Minute nach Pass von Laursen zum 5:3, und für einen kurzen Moment flackerte noch einmal Spannung auf. Aber Greve stand sicher, auch wenn die Beine schwer wurden und die Gelben Karten in der Schlussphase zahlreich flatterten - Damgaard und Van Dyck sahen Gelb, auf der Gegenseite traf es Erichsen, Greaves und de Almeida. "Ein bisschen Gelb gehört dazu", meinte Vignoble trocken, "sonst wäre es ja Handball."

Statistisch gesehen hatte Aarhus mit 52,7 Prozent Ballbesitz sogar leicht die Nase vorn, doch Greve war schlicht effizienter: 12 Schüsse aufs Tor gegenüber 7 der Gäste, dazu eine Zweikampfquote von knapp 52 Prozent - und vor allem ein Sturmtrio, das an diesem Abend alles überstrahlte. Schermerhorn (zwei Tore, zwei Vorlagen), Brodersen (zwei Tore) und Storm (ein Tor, eine Vorlage) spielten wie aus einem Guss.

Nach dem Spiel zeigte sich Vignoble zufrieden, aber nicht überschwänglich: "Wir haben heute gezeigt, dass man mit Mut belohnt wird. Aber ehrlich - ich hätte gern ein Spiel ohne Herzstillstand." Schermerhorn grinste neben ihm: "Ich wollte einfach Spaß haben. Und wenn dabei zwei Tore rauskommen - umso besser."

Sascha Leon hingegen wirkte nachdenklicher: "Wir haben offensiv gut mitgehalten, aber defensiv waren wir naiv. Vielleicht sollten wir das nächste Mal mit acht Verteidigern spielen."

So endete ein Abend, der alles bot: Tempo, Tore, Taktikwechsel und ein Publikum, das die 90 Minuten feierte wie ein Festival. Greve Fodbold bleibt damit im Rennen um die Spitzenplätze, während Aarhus Fremad sich mit der Erkenntnis trösten muss, dass man auch in einer Niederlage schön verlieren kann - sofern man drei Tore schießt.

Oder, wie es ein Zuschauer beim Verlassen des Stadions zusammenfasste: "Wenn jedes Spiel so wäre, bräuchte ich kein Netflix mehr."

21.05.644000 10:25
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Das ist das Problem in Frankfurt: Hier muss einer nur dreimal mit dem Hintern wackeln, und schon ist er ein guter Spieler.
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