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An einem lauen Maiabend in Greve, vor der beeindruckenden Kulisse von 60.936 Zuschauern, lieferten sich Greve Fodbold und Gentofte-Vangede ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Tore, Emotionen - und am Ende wieder dieses leicht resignierte Schulterzucken der Heimfans. 2:3 lautete das bittere Resultat nach 90 intensiven Minuten, in denen die Gäste aus Gentofte mit kühler Effizienz und einem Schuss Frechheit den Sieg entführten. Dabei begann alles eigentlich ganz verheißungsvoll - zumindest für die Neutralen. Greve stürmte los, als wollte man das Stadion gleich in den ersten zehn Minuten abreißen. Pau Santos prüfte schon nach einer Minute Gentofte-Keeper Marijo Hrgovic, und Aron Petersen schoss in der 7. Minute das Tornetz beinahe in den Ruhestand. Doch das Tor fiel - wie so oft - auf der anderen Seite. In der 16. Minute sorgte Jacinto Calvente, der rechte Flügelflitzer der Gäste, für das 0:1. Nach feinem Zuspiel von Tobias Bang zirkelte er den Ball so präzise ins Eck, dass selbst der Rasen kurz Beifall zu klatschen schien. "Ich hatte einfach das Gefühl, dass es heute passt", grinste Calvente später. Trainer Hans Meier kommentierte trocken: "Das war kein Gefühl, das war Training." Greve schüttelte sich kurz, doch bevor sich die Defensive wieder sortiert hatte, stand es schon 0:2. Gentofte nutzte in der 23. Minute eine Lücke so groß wie ein Scheunentor, und Marcel Bratu, der bullige Mittelstürmer, bedankte sich artig. Wieder kam die Vorlage von - richtig geraten - Tobias Bang. Zwei Assists in nicht einmal zehn Minuten, da kann man schon mal über eine Gehaltserhöhung nachdenken. Doch Greve wäre nicht Greve, wenn man sich so einfach ergeben würde. In der 33. Minute flankte Pau Santos nach einer schönen Kombination präzise auf Aron Petersen, der endlich belohnt wurde und zum 1:2 einköpfte. Das Stadion erwachte, die Fackeln glühten, und Jean Vignoble, der Greve-Trainer, brüllte von der Seitenlinie: "Jetzt habt ihr’s doch verstanden!" Nach der Pause schien Greve tatsächlich verstanden zu haben - aber nur kurz. Denn kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, legte Gentofte erneut nach. Wieder Bratu, wieder eiskalt, diesmal nach Vorarbeit von Calvente (48.). "Wir wollten gleich nachlegen", erklärte Bratu hinterher mit einem zufriedenen Lächeln. "Und ehrlich gesagt - das hat Spaß gemacht." Greve kämpfte weiter, dominierte Ball und Raum (53,9 % Ballbesitz, 17 Torschüsse gegenüber 11 der Gäste), doch die Chancenverwertung blieb ein Fall für die Trainingsanalyse. Erst in der 62. Minute brachte Gerd Christiansen mit einem satten Schuss aus der zweiten Reihe die Hoffnung zurück. Egidius Van Dyck hatte den Ball im Aufbau clever behauptet, Christiansen zog ab - 2:3, und plötzlich roch das Stadion nach Aufholjagd. Die letzten 30 Minuten verwandelten sich in ein einziges Powerplay. Marco Alves scheiterte mehrfach knapp, Hagen Storm drosch in der 83. Minute das Leder ans Außennetz, und in der Nachspielzeit (92.) zischte sein Schuss haarscharf über die Latte. "Ich dachte, der Ball sei schon drin", stöhnte Storm später. Trainer Vignoble dagegen blieb sarkastisch gelassen: "Wir haben 17 Schüsse gebraucht, um zweimal zu treffen. Das ist fast schon Effizienz - nur eben in die falsche Richtung." Gentofte überstand die wütenden Angriffe, auch dank einer disziplinierten Abwehr und der Gelben Karte für Calvente (86.), die ihn eher wachrüttelte als bremste. In der 96. Minute versuchte der junge Tobias Bentsen noch, den Sack endgültig zuzumachen, doch Greve-Keeper Fabian Baer hielt glänzend. Nach Abpfiff jubelten die Gäste ausgelassen. Trainer Hans Meier verschwand kurz in der Kabine und kam mit einem Kaffee zurück: "Bei uns läuft’s nur mit Koffein. Und heute eben auch mit drei Punkten." Für Greve bleibt die Erkenntnis: Einsatz und Offensive waren da - aber Gentofte hatte das bessere Timing. 2:3 (1:2) lautet das nüchterne Fazit eines Spiels, das man in Greve trotzdem nicht so schnell vergessen wird. Oder wie Publikumsliebling Aron Petersen es später formulierte: "Wenn wir das nächste Mal so spielen, nur mit etwas mehr Zielwasser, dann reden wir hier über ein 5:3 für uns." Ironisch? Vielleicht. Aber in Greve glaubt man noch an solche Geschichten - auch nach einem Abend, an dem die bessere Mannschaft auf dem Papier nicht den Sieg davontrug. 01.12.643999 05:01 |
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