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Oberliga F | 2. Spieltag | 25.10.26 | Groß Grönau - FC Eintracht Rheine 4:3 Die Gastgeber begannen offensiv und belohnten sich in der 14. Minute. Michael Kunze, der schon zuvor einen ersten Warnschuss abgegeben hatte, brachte Groß Grönau nach Zuspiel von Julius Albrecht mit 1:0 in Führung. Auf den Rängen machte sich jene angenehme Zuversicht breit, die im Fußball traditionell ungefähr so lange hält wie ein frisch aufgepumpter Ball im Gebüsch. Rheine ließ sich nicht beeindrucken. Nur fünf Minuten später glich Manfred Schüler nach Vorlage von Christo Karaslawow aus. Der Mittelfeldspieler traf mit bemerkenswerter Ruhe, während die Groß-Grönauer Defensive kurz so wirkte, als hätte sie den Abend bereits innerlich beendet. In der 36. Minute drehte Karaslawow die Partie dann selbst. Nils Voss lieferte die Vorlage, Karaslawow vollendete - und plötzlich führte der Gast mit 2:1. "Wir wollten eigentlich ruhig bleiben", sagte Groß Grönau in einer späteren, sinngemäß wiedergegebenen Kabinenanalyse. "Das hat ungefähr bis zum ersten Gegentor funktioniert." Rheines Trainer Mick McLagun dürfte dagegen mit der ersten Halbzeit zufrieden gewesen sein. Seine Mannschaft spielte offensiv, blieb beim Pressing allerdings auffällig zurückhaltend. Das war nicht zwingend falsch, denn Rheine nutzte die Räume zunächst effektiv. Nach dem Seitenwechsel änderte sich jedoch die Statik der Partie. Groß Grönau hatte insgesamt 60,6 Prozent Ballbesitz und drängte nun entschlossener nach vorn. Rheine kam zwar weiterhin zu gefährlichen Aktionen, doch die Gastgeber erhöhten den Druck und feuerten am Ende 15 Torschüsse ab - gegenüber sechs des Gegners. In der 59. Minute schien Rheine den Abend endgültig auf seine Seite zu ziehen. Ignacio de Villota erhöhte nach Vorlage von Karaslawow auf 3:1. Ein Zuschauer hinter dem Tor soll daraufhin trocken bemerkt haben: "Das ist jetzt entweder vorbei - oder erst der Anfang." Er sollte Recht behalten, auch wenn Fußballweisheiten bekanntlich vor allem deshalb beliebt sind, weil sie sich im Nachhinein immer passend anhören. Groß Grönau antwortete mit einer furiosen Viertelstunde. In der 73. Minute verkürzte Helmut Beck nach Zuspiel von Günter Scholz. Drei Minuten später glich Herbert Stahl nach Vorlage von Tomasz Reiter aus. Und in der 79. Minute war es erneut Beck, der nach Pass von Knud Friedrich zum 4:3 traf. Aus dem 1:3 war innerhalb von 20 Minuten eine Führung geworden. Rheines Abwehr hatte dabei ungefähr so viel Halt wie ein Regenschirm im Herbststurm. "Nach dem dritten Gegentor haben wir aufgehört, über das Ergebnis nachzudenken", sagte Beck später sinngemäß. "Wir wollten nur noch den nächsten Angriff spielen." Genau das tat Groß Grönau. Stahl prüfte den Rheiner Schlussmann Markus Wiese mehrfach, während die Gäste in der Schlussphase vergeblich nach einer Antwort suchten. Gelbe Karten für Helmut Noack und Günter Scholz blieben die einzigen disziplinarischen Randnotizen einer ansonsten hart umkämpften Partie. Am Ende blieb es beim 4:3. Groß Grönau belohnte sich für mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse und eine spektakuläre Aufholjagd. Rheine nahm immerhin drei Tore und die Erkenntnis mit, dass eine 3:1-Führung im Fußball offenbar noch lange kein Grund ist, die Rechnung zu bestellen. 25.10.2026 20:58 |
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Ich wechsle nur aus, wenn sich einer ein Bein bricht.
Werner Lorant