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Grödig zittert sich ins Pokal-Glück - Hallein scheitert an sich selbst

Es war einer dieser Abende, an denen Fußballromantiker sagen: "Das Ergebnis zählt - der Rest war Folklore." Der SC Grödig gewann am Dienstagabend in der ersten Pokalrunde mit 4:3 nach Elfmeterschießen gegen den tapferen FC Hallein. 4023 Zuschauer im Grödiger Stadion erlebten ein Spiel, das mit 90 Minuten Fußball begann und mit einem Nervendrama endete.

Wer nur die Statistik liest, der reibt sich verwundert die Augen: 23 Torschüsse für Hallein, ganze zwei für Grödig. Ballbesitz 54 zu 46 Prozent für die Hausherren - aber das war’s dann auch mit den Vorteilen. Der Rest war pure Abwehrschlacht. "Ich hab’ mich gefühlt wie bei einer Schneeballschlacht ohne Handschuhe", grinste Grödigs Torhüter Kai Vollmer später. Was der 23-Jährige damit sagen wollte: Er hatte mehr zu tun, als ihm lieb war.

Hallein begann stürmisch, als wolle man die Gastgeber mit jugendlicher Unbekümmertheit überrollen. Schon in der dritten Minute prüfte der 19-jährige Sven Lorenz den Grödiger Keeper, und das blieb kein Einzelfall. Lorenz, Walter Beyer und der quirlige Harrison Willoughby probierten es aus allen Lagen - nur eben immer erfolglos. "Wir haben gespielt wie im Training - nur mit Gegner", kommentierte Halleins Trainer Herbert Krunkel trocken.

Grödig dagegen: defensiv solide, nach vorne harmlos. Nur einmal in der ersten Halbzeit kam Jesus Buettner (34) gefährlich zum Abschluss - und jagte den Ball in den nächtlichen Himmel von Salzburg. "Ich wollte eigentlich flanken", entschuldigte sich der Routinier hinterher mit einem Augenzwinkern.

Nach der Pause änderte sich wenig. Hallein rannte an, Grödig stand. Der Ballbesitz pendelte zwischen den Reihen, als wäre er an einem unsichtbaren Gummiband befestigt. Und wenn die Gäste doch einmal durchkamen, stand Vollmer wie ein Fels. Besonders in der 60. Minute, als Willoughby aus spitzem Winkel abzog - und der Keeper mit einer Hand parierte. "Da dachte ich kurz, ich sei Manuel Neuer. Nur mit weniger Haaren", witzelte Vollmer nach dem Spiel.

Das Spiel schleppte sich in die Verlängerung, wo Hallein weiter ballerte, als gäbe es für jeden Schuss eine Prämie. Doch der Ball wollte einfach nicht rein. Stattdessen häuften sich Frustmomente: Gelbe Karten für Michail Burkhardt (108.) und Jefrem Chmyljow (102.), eine Verletzung von Noah Gebhardt (107.) - Halleins Abend bekam Risse.

Dann das Elfmeterschießen, diese grausame Lotterie, bei der Helden und Pechvögel oft nur einen Schritt voneinander entfernt sind. Grödigs Friedrich Klose eröffnete - sicher verwandelt. Auf der Gegenseite patzte Walter Beyer, Halleins Dauerläufer des Abends. "Ich hab’ den Ball gesehen, aber offenbar er mich nicht", seufzte er später.

Danach trafen Carl Busch und Moritz Scholz für Grödig, während Halleins Fabio Lorusso ebenfalls verschoss. Nur Chmyljow, Deroeck und Rocha trafen für die Gäste. Den entscheidenden Strafstoß versenkte schließlich Julius Stefan zum 4:3 - und das Stadion explodierte.

"Ich hab’ einfach die Augen zugemacht", gab Stefan ehrlich zu. "Manchmal ist das die beste Taktik." Trainer Herbert Krunkel nahm’s sportlich: "Wenn du 23 Schüsse hast und keinen reinmachst, brauchst du dich über das Elfmeterschießen nicht beschweren."

Grödigs Spieler lagen sich nach dem Triumph in den Armen, als hätten sie gerade den Pokal gewonnen - dabei war’s nur die erste Runde. Aber wer so überlebt, darf feiern. Trainer Krunkel von Hallein hingegen verzog sich rasch in die Kabine. "Ich glaube, meine Jungs brauchen heute kein Taktikboard, sondern eine Umarmung", sagte er kurz vor dem Abgang.

Am Ende bleibt ein Spiel, das an Ironie kaum zu überbieten war: Hallein dominierte, Grödig siegte. Fußball eben.

Oder, wie Grödigs Kapitän Klose es formulierte: "Statistik gewinnt keine Spiele - nur Elfmeterschießen." Und das tat an diesem frostigen Pokalabend Grödig mit stoischer Ruhe.

Fazit: Ein glücklicher Sieg für den SC Grödig, ein bitterer für den FC Hallein. Aber wer 23 Mal schießt und trotzdem verliert, der darf immerhin sagen: An Chancen hat’s nicht gelegen - nur am Zählbaren.

17.03.643987 23:53
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