Noticiero VeneVision
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Guaro Larense unterliegt Caradodo FC - 17-jähriger Bergen spielt groß auf

Ein lauer Aprilsamstag in Barquisimeto, 39.485 Zuschauer im Estadio Metropolitano, und auf dem Rasen ein Spiel, das alles versprach: Tempo, Tore und jugendliche Unbekümmertheit. Am Ende jubelte Caradodo FC über ein 3:2 bei Guaro Larense - ein Ergebnis, das auf dem Papier knapp aussieht, aber in Wahrheit deutlicher war, als es die Zahlen vermuten lassen.

Guaro begann mutig. Trainer Jan Ost hatte sein Team offensiv ausgerichtet, wohl in der Hoffnung, die Gäste früh zu überrumpeln. Das schien zunächst zu funktionieren: In der 23. Minute traf Emilio Aguas, der flinke rechte Mittelfeldspieler, nach einem energischen Solo zum 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Aguas später verschmitzt, "aber der Ball hat sich einfach entschieden, ein Tor zu werden." Das Stadion jubelte, die Fans sangen - und Caradodo schien kurz überrascht.

Doch diese Überraschung währte kaum fünf Minuten. Der 17-jährige Dominique Bergen, der aussieht, als müsste er noch seine Schulaufgaben machen, zeigte, dass Talent keine Altersfrage ist. Nach Vorlage von Juergen Wegner schob er in der 28. Minute eiskalt ein. Es war der Auftakt zu einer ersten Halbzeit, die für Guaro Larense zur Lehrstunde wurde.

Caradodo drehte nun auf. Mit 16 Torschüssen im gesamten Spiel - doppelt so viele wie der Gegner - und 54 Prozent Ballbesitz kontrollierten sie das Geschehen. In der 39. Minute traf Charles Reid, der erfahrene Rechtsaußen, nach einer feinen Kombination über Kaluzny. Und kurz vor der Pause, in der 45. Minute, war es erneut der Teenager Bergen, der den Ball aus spitzem Winkel unter die Latte drosch. 3:1 zur Halbzeit - und im Stadion herrschte betretenes Schweigen, nur unterbrochen vom verlegenen Rascheln der Chipstüten auf der Haupttribüne.

"Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen die Köpfe nicht hängen lassen", versuchte Trainer Ost später zu erklären. "Aber man sah, dass die Köpfe schwerer waren als die Beine." Tatsächlich kam Guaro in der zweiten Hälfte zwar engagiert zurück, doch gefährlich wurde es nur selten. Dieter Mann, der 19-jährige Mittelstürmer, brachte in der 68. Minute mit seinem Treffer noch einmal Hoffnung ins Spiel. Nach Vorarbeit von Sergio Yaguez vollendete er aus kurzer Distanz zum 2:3 - und plötzlich war das Stadion wieder wach.

Caradodo aber blieb cool. Trainer Timo Ruß, sonst eher als Taktik-Tüftler bekannt, stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie und murmelte nur: "Ruhig bleiben, Jungs - wir führen ja." Seine Mannschaft tat genau das: ruhig bleiben. Kein hektisches Pressing, kein wildes Nach-vorn-Stürmen, einfach kontrolliertes Ballhalten. "Wir haben defensiv gedacht, offensiv gespielt und trotzdem gewonnen - das passiert auch nicht jeden Tag", grinste Ruß nach dem Schlusspfiff.

Guaro Larense kam noch zu ein paar Abschlüssen - besonders Guillermo Assis und erneut Aguas versuchten es in den Schlussminuten -, doch Caradodos Keeper Albert Carlsen blieb unbeeindruckt. Nur einmal, in der 89. Minute, hielt er einen Ball so spektakulär, dass selbst die Heimfans klatschten.

Einziger Wermutstropfen für die Gäste: Juergen Wegner sah in der 88. Minute Gelb, nachdem er Dieter Mann etwas zu deutlich gezeigt hatte, dass Fußball kein Kontaktsport für Zartbesaitete ist. "Ich wollte nur den Ball treffen", betonte Wegner, "aber der Ball hatte offenbar andere Pläne."

Am Ende stand ein verdienter 3:2-Erfolg für Caradodo FC, der wohl auch in dieser Höhe in Ordnung ging. Die Gäste wirkten reifer, strukturierter, abgeklärter - und hatten in Bergen den Mann des Abends. Zwei Tore, eine Vorlage, und das alles mit 17 Jahren. "Ich habe einfach Spaß am Spiel", sagte der Matchwinner schüchtern, während sein Trainer ihm die Hand auf die Schulter legte.

Guaro Larense dagegen muss sich den Vorwurf gefallen lassen, in der ersten Halbzeit zu naiv agiert zu haben. Acht Torschüsse sind zu wenig, wenn man sich mit einem Gegner misst, der fast doppelt so oft abzieht. "Wir haben Lehrgeld bezahlt", meinte Trainer Ost trocken. "Aber wenigstens war die zweite Halbzeit schon fast so, wie ich sie mir vorgestellt hatte."

Ein Abend mit Tempo, Emotionen und einem Hauch jugendlicher Frechheit - und am Ende der Beweis, dass in Venezuela ein neuer Stern am Fußballhimmel aufgegangen ist. Wenn Dominique Bergen so weitermacht, wird man bald nicht mehr fragen, wie alt er ist, sondern wie lange Caradodo ihn noch halten kann.

Und Guaro Larense? Die sollten einfach das nächste Mal daran denken, dass ein Spiel 90 Minuten dauert - und nicht nur 23.

25.04.643997 22:47
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Wenn wir ein Quiz machen würden unter den Trainern in Deutschland, wer am meisten Ahnung hat von Trainingslehre, Psychologie, und der Trainer mit den besten Ergebnissen kriegt den besten Klub - dann wäre ich bald bei Real Madrid.
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