Football Today
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Gunners drehen das Spiel - Devils verzweifeln am eigenen Mut

Ein lauer Frühlingsabend in Manchester, 32.926 Zuschauer, Flutlicht und die Erwartung, dass die "Devils" ihre Heimserie fortsetzen würden. Und tatsächlich - wer in der zweiten Minute noch nicht auf seinem Platz saß, verpasste schon das erste Highlight: Mika Kuqi, der bullige Mittelstürmer der Devils, schob nach Vorarbeit von Christopher Bancroft eiskalt zum 1:0 ein. "Ich dachte, wir machen heute kurzen Prozess", grinste Kuqi später bitter.

Die London Gunners, unter der Leitung des besonnenen Hubert Wetzel, wirkten zunächst wie Touristen im roten Sturm. Doch in der 15. Minute erinnerte sich Lukas Hoj daran, dass auch sie Fußball spielen können. Nach einem schnellen Gegenstoß traf der 24-Jährige trocken ins lange Eck - 1:1, und das Spiel war plötzlich offen.

Die Devils antworteten prompt. John Devaney, der heimliche Dirigent des Mittelfelds, zog in der 30. Minute aus gut 20 Metern ab. Logan Nolan hatte ihm elegant den Ball aufgelegt, und Devaney traf mit einem Strahl, der jedem Physiklehrer Tränen der Freude in die Augen getrieben hätte. 2:1 - das Stadion tobte, Trainer Ronnie Ekström ballte die Faust. "Das war genau unser Plan", erklärte er später. "Nur schade, dass der Plan nur eine Halbzeit hielt."

Denn nach der Pause verwandelte sich das Spiel in eine dieser klassischen englischen Tragikomödien. Manchester dominierte mit 53 Prozent Ballbesitz, schoss 17 Mal aufs Tor - und verlor trotzdem. Die Gunners kamen nur auf sieben Abschlüsse, aber drei davon zählten am Ende wirklich.

In der 51. Minute schlug der Routinier Hrvoje Puljiz zu. Der 34-jährige Gunners-Stürmer verwertete eine Flanke von Lionel Costa, und plötzlich stand es 2:2. Der Jubel der Londoner Auswärtsfans übertönte kurzzeitig sogar den Manchester-Motor der Anzeigetafel, der schon müde vom vielen Umschalten war. Nur sechs Minuten später setzte Frederic Pernet den Schlusspunkt: Nach Vorlage von Puljiz zirkelte er den Ball in den Winkel. 2:3 - ein Treffer, der so präzise war, dass sogar Ekström kurz anerkennend nickte.

Die Devils drängten, kombinierten, verloren die Geduld. Kuqi scheiterte mehrfach, Nolan drosch den Ball aus fünf Metern über die Latte, und Ronald Ekström raufte sich an der Seitenlinie das Haar. "Wir hätten fünf Tore machen müssen", seufzte er. "Aber Fußball ist kein Wunschkonzert - sonst wäre ich Dirigent und nicht Trainer."

Die Gunners hingegen wurden mit jeder Minute abgeklärter. Wetzel ließ sein Team tiefer stehen, schickte ab der 71. Minute frische Beine ins Spiel - Javier Martins, Lionel Eusebio, Oscar Tonel - und setzte auf Konter. "Wir haben einfach ruhig geblieben", erklärte Wetzel mit seinem typischen Understatement. "Wenn man ständig verteidigt, muss man irgendwann treffen. Ist fast Mathematik."

Die Devils warfen in der Schlussphase alles nach vorne. Selbst Torwart Amram Hanegbi stand in der 89. Minute bei einer Ecke im gegnerischen Strafraum, suchte den Ausgleich - vergeblich. Stattdessen schnappte sich wieder Pernet den Ball und startete den Konter, der fast das vierte Tor gebracht hätte. Nur sein eigener Übermut verhinderte das Happy End: Der Schuss landete in der Fankurve, wo ein Zuschauer ihn prompt als Souvenir behielt.

Statistisch gesehen war es ein Spiel voller Ironie: Mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse, mehr Einsatz - und doch keine Punkte für die Devils. Die Gunners hingegen gewannen mit Effizienz, Cleverness und der Abgebrühtheit einer Mannschaft, die weiß, dass Schönheit im Fußball selten belohnt wird.

"Wir haben uns heute selbst geschlagen", sagte Devils-Kapitän Devaney. "Vielleicht sollten wir mal mit weniger Stil und mehr Zynismus spielen." Eine spitze Bemerkung, die im Presseraum für verhaltenes Lächeln sorgte.

Und während die Londoner jubelnd in die Kabine verschwanden, blieb Ekström noch lange an der Seitenlinie stehen, die Hände in den Taschen, den Blick auf die leeren Ränge gerichtet. Vielleicht dachte er an die verpassten Chancen. Vielleicht auch nur an den Satz, den man in Manchester nun öfter hören wird: "Schöne Spiele gewinnen keine Punkte."

Ein sarkastischer, aber wahrer Abend im Old Trafford - pardon, im Devils Park.

26.04.643997 03:50
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