Football Today
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Gunners treffen spät - Sheffield wehrt sich tapfer, aber vergeblich

Es war einer dieser Londoner Abende, an denen der Wind durch das Emirates-Stadion pfeift und 39.138 Zuschauer gleichzeitig frösteln und hoffen. Die London Gunners empfingen am 5. Spieltag der 1. Liga England den FC Sheffield - und lieferten ein Spiel, das erst ganz spät Fahrt aufnahm. Am Ende stand ein verdienter, aber mühsam erkämpfter 2:0-Sieg für die Gastgeber.

Trainer Mario Roth hatte sein Team gewohnt ausgewogen eingestellt - "nicht zu viel Risiko, aber wehe, wir schlafen ein", wie er später lachend erklärte. Und tatsächlich: Seine Gunners dominierten Ball und Gegner, ohne jedoch das Netz frühzeitig zu treffen. 25 Torschüsse standen am Ende zu Buche - eine beeindruckende Zahl, wenn man bedenkt, dass Sheffield es auf einen einzigen brachte. Doch bis in die Nachspielzeit hinein blieb die Partie torlos, und auf der Tribüne fragte man sich, ob die Gunners heute lieber auf ein Elfmeterschießen in der Liga hofften.

"Wir haben es versucht, ehrlich", grinste Rechtsaußen José Suarez nach dem Spiel, "aber der Ball hatte heute offenbar Höhenangst vor der Latte." Suarez selbst schoss in den ersten 40 Minuten fast so oft aufs Tor wie Sheffield insgesamt - nur dass seine Schüsse meistens den Ballfangzaun streiften oder den Gästetorwart Vaclav Hromadko zu Heldentaten zwangen.

Der arme Hromadko, gerade einmal 21 Jahre alt, wurde zum unfreiwilligen Hauptdarsteller. Immer wieder flog er, hechtete, riss die Arme hoch - und hielt Sheffield bis tief in die zweite Halbzeit im Spiel. Sein Trainer Erich Speithvenne lobte ihn nach Abpfiff: "Wenn Vaclav nicht im Tor gestanden hätte, wären wir heute zweistellig untergegangen."

Doch so viel Einsatz kann ein Bollwerk nicht ewig aufrechterhalten. In der 92. Minute war es schließlich soweit: Der rechte Mittelfeldmann Niclas Brinkmann traf nach Vorarbeit von Jay Densham aus kurzer Distanz. Der Jubel im Stadion klang mehr nach Erleichterung als nach Ekstase. "Ich dachte schon, das Ding geht wieder daneben", meinte Brinkmann später schmunzelnd. "Als er drin war, hab ich kurz überlegt, ob ich mich entschuldigen soll - so lange musste das Publikum ja warten."

Zwei Minuten später sorgte José Suarez dann für die endgültige Entscheidung. Dieses Mal hatte Adam Ross, der unermüdliche linke Mittelfeldmann, die Vorlage gegeben. Suarez schlenzte den Ball ins linke Eck - ein Abschluss, der so präzise war, dass Hromadko nur noch resigniert die Arme sinken ließ. "Irgendwann", sagte Speithvenne trocken, "kannst du gegen Statistik nicht mehr verteidigen."

Die Statistik war tatsächlich eindeutig: 55 Prozent Ballbesitz, 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 25:1 Torschüsse - die Gunners hätten vermutlich auch mit verbundenen Augen mehr Chancen kreiert. Trotzdem blieb es lange ein Geduldsspiel. Lewis MacLaren und Lionel Manu versuchten es aus der Distanz, Densham rannte die rechte Seite rauf und runter, und Trainer Roth zupfte nervös an seiner Krawatte. "Ich hab irgendwann aufgehört, auf die Uhr zu schauen", gestand er. "Wenn du so viele Chancen hast und nichts triffst, fängst du an, den Rasen zu verdächtigen."

Sheffield dagegen wirkte harmlos, aber diszipliniert. Jonas Van Remoortere hatte in der ersten Minute tatsächlich einen Schuss aufs Tor - und damit war die Offensivstatistik der Gäste quasi erledigt. Danach konzentrierten sie sich auf das, was man in Sheffield wohl als "kontrollierte Schadensbegrenzung" bezeichnet.

Als der Schlusspfiff ertönte, klatschten die Londoner Spieler erleichtert ab, während Hromadko erschöpft auf dem Rasen saß. "Er hat gekämpft wie ein Löwe", lobte Suarez seinen Gegenspieler fair. "Aber am Ende war’s wohl eher David gegen Goliath - nur dass Goliath diesmal getroffen hat."

Für die Gunners war es ein Pflichtsieg, der schwerer fiel, als es das Ergebnis vermuten lässt. Für Sheffield bleibt immerhin das kleine Trostpflaster, dass man 91 Minuten lang ein Unentschieden hielt - und einen Torwart, der trotz Niederlage zum Mann des Abends wurde.

Oder, wie ein alter Londoner Fan beim Hinausgehen murmelte: "War ja klar - erst wenn ich ans Bier denke, fällt das Tor."

So endete ein Spiel, das statistisch einseitig, emotional aber erstaunlich spannend war. Manchmal braucht selbst ein klar überlegener Favorit eben Nachspielzeit, um das Offensichtliche zu vollenden.

18.03.643987 00:12
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