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Premier League | 10. Spieltag | 20.08.26 | Haifa Greens - Bat Yam Blues 1:0 Dabei hatte Haifa von Beginn an deutlich mehr vom Spiel. 54,4 Prozent Ballbesitz standen am Ende 45,6 Prozent der Gäste gegenüber. Vor allem aber sprach die Torschussbilanz eine klare Sprache: 23 Abschlüsse für die Greens, lediglich acht für Bat Yam. Es war also keineswegs so, dass die Partie keine Chancen geboten hätte. Sie wurden nur mit einer beeindruckenden Konsequenz vergeben. Die erste nennenswerte Möglichkeit gehörte dennoch den Blues. Daniel Ramon prüfte Haifas Defensive bereits in der 6. Minute, ehe Rodrygo Silva drei Minuten später die Antwort gab. Amram Ben, Silva und Diego Espriu schossen im Minutentakt auf das Tor der Gäste. Espriu entwickelte sich dabei zum Dauergast im gegnerischen Strafraum: In der 18., 22., 23. und 33. Minute versuchte er sein Glück. Der Ball blieb jedoch erstaunlich unbeeindruckt. "Wir wollten geduldig bleiben", sagte Haifas Trainer Pop Lardiolo nach dem Spiel. "Vielleicht waren wir manchmal sogar geduldiger, als es für die Zuschauer angenehm war." Ein Satz, der im Stadion vermutlich als höfliche Umschreibung für "Wir hätten früher treffen müssen" durchgegangen wäre. Bat Yam hielt mit einer ausgewogenen Grundordnung dagegen und suchte seinerseits gelegentlich den Weg nach vorn. Tal Peretz kam in der 24. Minute zum Abschluss, Yaniv Warschawski sechs Minuten später. Viel mehr als einzelne Nadelstiche waren es zunächst nicht. Haifa kombinierte kontrollierter, spielte aber ebenfalls ohne großes Risiko. Beide Teams agierten taktisch ausgewogen, mit Standard-Aggressivität und ohne aktives Pressing. Kurz gesagt: Niemand wollte den Fußball neu erfinden - und erst recht nicht vor der Pause. So ging es torlos in die Kabinen. "In der Halbzeit habe ich gesagt: Weiter schießen, irgendwann wird einer davon wohl die richtige Adresse finden", schilderte Gaya später sinngemäß. Ob der Trainer tatsächlich so mathematisch argumentierte, ist nicht überliefert. Die Statistik gab ihm jedenfalls recht. Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie offener. Bat Yam kam durch Fritz Wahbi, Ramon und Ghalib Revivo zu Chancen, Haifa antwortete mit weiteren Angriffen. Espriu blieb besonders hartnäckig und tauchte in der 57., 62., 65., 67., 77. und 83. Minute in der Schussliste auf. Der linke Angreifer hätte an diesem Abend beinahe eine eigene kleine Torschussabteilung gründen können. In der 72. Minute musste Rodrygo Silva verletzt vom Feld. Tommaso Centrale kam für ihn, während die Greens ihren Druck aufrechterhielten. Dann schlug die Stunde der beiden Verteidiger: In der 85. Minute traf Jose Gaya nach Vorlage von Amit Shitrit zum 1:0. Ein Treffer, der nicht aus dem Dauerfeuer der Angreifer entstand, sondern ausgerechnet aus der Abwehr. Fußball bleibt ein Spiel, in dem selbst die Logik gelegentlich ausgewechselt wird. Bat Yam warf anschließend alles nach vorn, doch der Ausgleich blieb aus. Ramon sah in der 91. Minute noch die Gelb-Rote Karte und machte die Schlussphase für seine Mannschaft nicht gerade gemütlicher. "Wir waren nah dran, aber nah dran gibt leider keine Punkte", lautete sein angebliches Fazit - ein Satz so nüchtern wie der Abend lange gewesen war. Haifa gewinnt verdient, wenn auch knapp. Die Greens hatten die besseren Zahlen, die größere Geduld und am Ende Jose Gaya. Bat Yam blieb nur die Erkenntnis, dass acht Torschüsse manchmal reichen können - nur eben nicht immer. 20.08.2026 22:10 |
Sprücheklopfer
Man darf das Spiel doch nicht so schlecht reden wie es wirklich war.
Olaf Thon