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Premier League | 9. Spieltag | 19.08.26 | Tel Aviv Demons - Haifa Greens 1:4 Anstoß war um 20.30 Uhr, doch die Haifa Greens waren offenbar bereits einige Minuten früher wach. Schon in der Anfangsphase feuerten sie aus allen Rohren: Andre Sahar prüfte die Tel-Aviv-Abwehr in der 2. und 4. Minute, danach versuchten sich Vicente Custodio und Rodrygo Silva. Die Demons hatten zwar mehr vom Ball, fanden aber zunächst erstaunlich wenig damit anzufangen. 58,1 Prozent Ballbesitz klangen nach Kontrolle. Auf dem Rasen sah es eher nach einem Haushaltsgerät aus, das zwar eingeschaltet ist, aber niemand weiß, wofür. In der 11. Minute fiel die Führung für Haifa. Robert Grant traf nach Vorarbeit von Amram Ben zum 1:0. Grant hatte sich bis dahin bereits mehrfach offensiv bemerkbar gemacht - der linke Mittelfeldspieler war offensichtlich der Meinung, dass ein Tor allein an diesem Abend nicht ausreichen würde. Tel Aviv bemühte sich um eine Antwort. Oscar Fergusson und Otto Porvaldsson kamen zu Abschlüssen, doch Haifas Defensive blieb aufmerksam. Die Gäste standen taktisch ausgewogen, spielten mit normalem Einsatz und ohne dauerhaftes Pressing. Das klang auf dem Papier beinahe gemütlich. In der Praxis war es für die Demons unangenehm genug, denn Haifa fand immer wieder Räume. In der 27. Minute erhöhte Rodrygo Silva auf 2:0, erneut nach einer Vorarbeit von Grant. Silva hatte zuvor bereits mehrfach auf das Tor geschossen und bewies nun, dass Beharrlichkeit im Fußball gelegentlich tatsächlich belohnt wird. "Wir wollten nicht warten, bis Tel Aviv uns höflich um ein Gegentor bittet", sagte Trainer Lardiolo nach dem Spiel mit einem Lächeln. "Also haben wir es selbst erledigt." Mit dem 0:2 zur Pause war die Partie keineswegs entschieden, aber die Richtung war deutlich. Tel Aviv hatte den Ball, Haifa hatte die besseren Ideen - und vor allem die besseren Abschlüsse. Insgesamt kamen die Greens auf 19 Torschüsse, während die Demons lediglich sechs verzeichneten. Ballbesitz ist eben nur dann ein Vorteil, wenn der Ball dabei gelegentlich in Richtung gegnerisches Tor reist. Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, schlug Grant erneut zu. In der 48. Minute traf er zum 3:0, diesmal nach Zuspiel von Hans Rauch. Für Grant war es der zweite Treffer des Abends. "Beim ersten Tor dachte ich, das sei vielleicht Glück", sagte der überragende Haifa-Spieler angeblich. "Beim zweiten war ich dann ziemlich sicher, dass ich es kann." Sechs Minuten später machte Mordechai Yatom das Ergebnis endgültig schmerzhaft. Sein 4:0 in der 54. Minute bereitete Grant vor, der damit an drei der vier Haifa-Tore direkt beteiligt war. Kurz darauf wechselte Lardiolo doppelt und brachte unter anderem die jungen Simcha Bischara und David Pines-Paz. Amram Ben musste in der 61. Minute verletzt behandelt werden, was den Abend für Haifa kurz trübte. Die Demons gaben sich dennoch nicht auf. Menachem Eschkol traf in der 75. Minute nach Vorlage von Alexandre Reiter zum 1:4 und sorgte dafür, dass die Gastgeber wenigstens einen Grund hatten, nicht sofort die Stadionbeleuchtung auszuschalten. Weitere Treffer fielen nicht. Reiter und Amit Mofaz sahen in der Schlussphase noch Gelb. So blieb es beim 1:4. Haifa Greens überzeugten mit Effizienz, 19 Abschlüssen und einer bemerkenswert klaren Spielidee. Tel Aviv hatte mehr Ballbesitz, aber am Ende vor allem die Gelegenheit, darüber nachzudenken, was man mit ihm hätte anfangen können. 19.08.2026 21:09 |
Sprücheklopfer
Ich glaube, daß der Tabellenerste jederzeit den Spitzenreiter schlagen kann.
Berti Vogts