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Hainburgs Geduld zahlt sich spät aus: 2:0 gegen den SV Donau

Manchmal braucht ein Fußballspiel einfach eine Stunde Geduld - und ein bisschen Valentin. FK Hainburg hat am Samstagabend vor 24.745 Zuschauern im heimischen Stadion den zähen SV Donau mit 2:0 (0:0) bezwungen. Das Ergebnis klingt klar, war es aber nur auf dem Papier. Lange sah es so aus, als würden sich beide Teams gegenseitig in taktischer Ausgewogenheit neutralisieren - "Balanced" stand quasi in der Luft, und zwar nicht nur in den Trainerblöcken, sondern auch im Spielsystem beider Mannschaften.

Die erste Halbzeit war ein Musterbeispiel für gepflegte Langeweile mit gelegentlichem Aufblitzen von Spielwitz. Donau begann forsch: Bereits in der zweiten Minute prüfte Alejandro Carvalho den Hainburger Keeper Florian Kirchner mit einem satten Schuss - und kassierte acht Minuten später die Gelbe Karte, vielleicht aus Übermut, vielleicht aus jugendlicher Leidenschaft. "Ich wollte nur den Ball spielen", verteidigte er sich später mit einem Lächeln, das so unschuldig wirkte wie ein Foul im Sonntagsfußball.

Die Hainburger hatten zwar etwas weniger Ballbesitz (48,5 Prozent), aber dafür die klareren Ideen. Pau Antunes und Iban Valentin machten auf der rechten Seite Betrieb, ohne jedoch Bartlomiej Dudka im Donau-Tor ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Trainer Andreas Swoboida blieb trotzdem ruhig. "Wir wussten, dass die Dämme irgendwann brechen", sagte er später - und sollte recht behalten.

Kurz vor der Pause musste Hainburg allerdings umplanen: Rechtsverteidiger Sascha Grossmann verletzte sich bei einem Zweikampf und humpelte vom Platz. Ersatzmann Vincent Martins kam und spielte so solide, dass man sich fragte, ob das nicht ohnehin der Plan war.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich die Tonlage. In der 53. Minute endlich das erlösende 1:0: Iban Valentin, der bis dahin zwar auffällig, aber glücklos agiert hatte, zog nach feiner Vorarbeit von Walter Bock aus halbrechter Position ab - und traf flach ins lange Eck. Dudka streckte sich vergeblich, und das Stadion explodierte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Valentin hinterher. "Manchmal muss man gar nicht denken, nur schießen." Swoboida kommentierte trocken: "Das war wohl das erste Mal heute, dass er nicht überlegt hat - und siehe da, es funktioniert."

Donau versuchte zu reagieren, blieb aber harmlos. Reece Huxley mühte sich redlich und hatte mit drei Torschüssen die aktivste Offensivbilanz seines Teams, doch Torhüter Kirchner blieb souverän. "Ich hatte das Gefühl, ich könnte heute bis Mitternacht weiterspielen, ohne einen reinzubekommen", scherzte er anschließend.

In der Schlussphase wurde es noch einmal hektisch. Hainburg wechselte: Der blasse Lars Merkel machte in der 75. Minute Platz für Eri Lohmann - und der Joker stach. In der 90. Minute schickte Antunes einen butterweichen Pass in den Strafraum, Lohmann zog ab, und das 2:0 war perfekt. Das Publikum sang, die Ersatzbank jubelte, und Swoboida umarmte seinen Co-Trainer, als hätte man gerade den Aufstieg fixiert.

Einziger Wermutstropfen: Valentin, der Held des ersten Treffers, sah in der 87. Minute Gelb - vermutlich vor lauter Euphorie. "Ich hab nur laut ’Jawoll!’ gerufen, der Schiri dachte wohl, es galt ihm", meinte er lachend.

Statistisch gesehen war das Spiel ausgeglichen - 8:6 Torschüsse, 48 zu 51 Prozent Ballbesitz -, aber das Ergebnis sprach eine klare Sprache. Hainburg war effizient, Donau war bemüht. "Wir hatten den Ball, sie die Tore", resümierte Donau-Kapitän Cesar de Almeida trocken.

Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen, während die Gäste enttäuscht in den Bus stiegen. Trainer Swoboida winkte noch kurz in die Kurve und sagte mit einem Grinsen: "So schaut’s aus, wenn Geduld belohnt wird."

Und tatsächlich: Es war kein Feuerwerk, aber ein solides, gereiftes Spiel - eines dieser Abende, an denen Routine und Nervenstärke den Unterschied machten. Der FK Hainburg bleibt damit im Rennen um die oberen Tabellenplätze der 2. Liga Österreich und darf weiter träumen.

In Hainburg weiß man nun: Manchmal dauert’s eben 53 Minuten, bis der Fußball wieder Spaß macht.

12.10.643987 07:58
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Zum Glück ist die Mannschaft nach dem Spiel besser ins Spiel gekommen.
Andreas Brehme
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