Aamulehti
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Haka ringt Mariehamn nieder - ein finnischer Fußballabend voller Drama und Latte

Es war einer dieser Abende, an denen der Fußball in Finnland mehr nach Herzklopfen als nach Taktik roch. 14.555 Zuschauer im Valkeakoski-Stadion sahen am 8. Spieltag der 1. Liga Finnland ein 2:1 zwischen FF Haka und Grönvitt Mariehamn - ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber auf dem Platz alles andere als nüchtern war.

Schon in der ersten Minute donnerte Ansgar Nilsson, Innenverteidiger mit der Schusstechnik eines Schmieds, den Ball Richtung gegnerisches Tor. Ein frühes Lebenszeichen, das den Ton vorgab: Haka wollte, Mariehamn musste reagieren. Doch die Gäste, leicht feldüberlegen mit 50,7 Prozent Ballbesitz, setzten zunächst auf kontrollierte Zurückhaltung - also das, was Trainer Holter Kos später als "nordische Gelassenheit mit Pressingverzicht" bezeichnete.

In der 39. Minute fiel dann das erste Tor - und wie! Nach einem schnellen Doppelpass über rechts dribbelte sich Pekka Heikkinen frei, legte quer, und Heikki Nyman drosch den Ball ins Netz. "Ich hab einfach draufgehauen, weil ich die kalte Luft nicht mehr einatmen wollte", grinste Nyman später in der Mixed Zone, während ihm ein Teamkollege scherzhaft einen heißen Tee reichte.

Zur Pause führte Haka 1:0, und wer dachte, das Spiel würde nun in taktischer Balance versanden, wurde eines Besseren belehrt. Denn die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag - und einem Schreckmoment: David Naot, der schon in der 26. Minute Gelb gesehen hatte, musste verletzt raus. "Ich habe mich beim Jubeln über einen gelungenen Pass verdreht", erklärte er trocken. Mikael Peltonen kam - und sollte später noch entscheidend eingreifen.

In der 61. Minute nämlich, als die Partie auf der Kippe stand, spielte Peltonen den Ball von hinten heraus elegant auf den linken Flügel, und Rafael Almeida nahm Maß: flacher Schuss ins rechte Eck, 2:0! Ein Tor wie aus dem Lehrbuch, nur dass Hakas Trainer Kos nach eigener Aussage "nichts Lehrbuchmäßiges" daran erkennen konnte. "Wir üben das nie. Aber vielleicht sollten wir", lachte er.

Doch Mariehamn gab sich nicht geschlagen. Der unermüdliche Juhani Riihilahti - 33 Jahre alt, aber mit der Energie eines Jugendtrainingslagers - belohnte sich in der 72. Minute: Nach feinem Zuspiel von Hannu Vuorinen traf er zum 2:1-Anschluss. Der Jubel der Gäste war kurz, aber intensiv; man witterte die Wende. "Ich dachte, wir reißen das noch. Dann fiel mir ein, dass wir in Finnland sind und es dunkel wird", scherzte Riihilahti nach Abpfiff.

In der Schlussphase drückte Mariehamn, kam noch zu mehreren Schüssen (insgesamt acht aufs Tor), doch Hakas Abwehr um Peltonen und Kusma Seliwanow stand wie ein Eispanzer. Torwart Jyrki Tolsa, der meist unauffällig, aber verlässlich agierte, fischte in der 83. Minute Riihilahtis letzten Versuch aus dem Winkel. Danach folgte der kollektive Aufschrei des Publikums, als der Schiedsrichter die Nachspielzeit einläutete - und Mariehamns Petri Sauso sich in der 91. Minute noch eine Gelbe Karte abholte, vermutlich aus Frust über die eigene Chancenverwertung.

Die Statistik erzählt die Geschichte eines ausgeglichenen Spiels: 13 Torschüsse für Haka, 8 für Mariehamn, Ballbesitz fast pari - doch Haka war die Spur galliger in den Zweikämpfen (53 Prozent gewonnen) und effizienter im Abschluss. "Wir sind keine Ballmagier, aber wir wissen, wo das Tor steht", sagte Doppeltorschützen-Vorbereiter Heikkinen mit einem Lächeln, das zwischen Stolz und Erschöpfung schwankte.

Für Mariehamn bleibt die Erkenntnis, dass Schönheit und Punkte selten gemeinsam reisen. Trainer Kos’ Gegenüber, der sich nach dem Spiel nur mit einem müden "Wir verlieren lieber schön als hässlich" zitieren ließ, verschwand wortlos im Kabinentrakt - gefolgt von einem deutlich weniger eleganten Fluch in Richtung Schiedsrichter.

So endete ein Spiel, das niemand so schnell vergessen wird: Haka jubelt, Mariehamn hadert, und die 14.555 frierenden Fans wissen, dass sie Zeugen eines dieser typisch finnischen Fußballabende waren - rau, ehrlich, mit einem Schuss Melancholie.

Und als das Flutlicht erlosch, rief ein Fan von der Tribüne: "Holter, gib uns Nachschlag!" - worauf der Trainer nur antwortete: "Nur, wenn ihr die Verlängerung bezahlt." Ein Satz, der alles sagte über diesen Abend zwischen Kampf, Kälte und einem Hauch Komödie.

10.04.643987 09:30
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Toni Polster
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