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Hamburger SC schießt sich in einen Rausch - 6:0 gegen FC Godesberg

Wenn man den 7. Spieltag der 3. Liga Deutschland (2. Div) auf ein einziges Wort reduzieren müsste, dann wäre es wohl: Lehrstunde. Der Hamburger SC schickte den FC Godesberg am Dienstagabend mit einem satten 6:0 nach Hause - und das, obwohl die Gäste mehr Ballbesitz hatten. 20.418 Zuschauer im Volksparkstadion sahen eine Partie, die spätestens nach dem Seitenwechsel eher an eine Trainingseinheit erinnerte als an ein Ligaspiel.

Dabei fing alles ganz harmlos an. Godesberg, trainiert von Rafael Nadal - ja, der Name ist echt, auch wenn der Coach mit Tennisschlägern nichts am Hut hat - wollte mutig auftreten, spielte tatsächlich gefällig in den ersten Minuten, hatte mehr vom Ball, aber null Torgefahr. Null. Kein einziger Schuss aufs Tor stand am Ende in der Statistik. "Ich habe selten ein Spiel gesehen, in dem eine Mannschaft mit 58 Prozent Ballbesitz so harmlos blieb", grinste Hamburgs Trainer Bernd Happel hinterher.

Hamburg, dagegen, machte kurzen Prozess. In der 14. Minute zündete Gerhard Merz auf der linken Seite den Turbo, zog nach innen - und traf. Vorlage kam von Evan Bosworth, der so überrascht war, dass er später zugab: "Ich wollte eigentlich flanken, aber Gerhard hat’s wohl gerochen." Das Stadion tobte, und von da an lief es wie geschmiert.

Kurz vor der Pause (43.) erhöhte Filippo Villa auf 2:0, nach schöner Vorarbeit von Rechtsaußen Benjamin Reich. Villa drehte jubelnd ab, zeigte auf seinen Vorlagengeber und rief: "Das war wie im Training - nur mit Publikum!"

Nach dem Seitenwechsel ging das muntere Toreschießen weiter. Zivojin Stevic, der 19-jährige Mittelstürmer mit der Körpersprache eines erfahrenen Torjägers, traf gleich zweimal (46. und 52.), jeweils nach Vorlagen von - richtig geraten - Benjamin Reich. Der junge Stevic grinste nach seinem Doppelpack: "Ich hab gehört, dass man in Hamburg Fischbrötchen liebt. Heute hab ich eins für jeden Verteidiger geschossen."

Der FC Godesberg hingegen wirkte zunehmend ratlos. Der Ball lief zwar, aber meistens quer, und wenn’s mal nach vorne ging, stand dort ein Hamburger Abwehrbollwerk, das jeden Versuch früh abfing. Als dann auch noch Dimas Andrade verletzt raus musste (71.), war endgültig der Stecker gezogen.

In der 68. Minute durfte Filippo Villa nochmal ran und machte seinen zweiten Treffer des Abends, diesmal nach Vorlage des eingewechselten Nüzhet Cakmak - 17 Jahre jung, aber frech wie ein alter Hase. Villa umarmte ihn und flüsterte ihm angeblich zu: "Siehst du, so macht man das in der 3. Liga."

Den Schlusspunkt setzte wieder Gerhard Merz in der 86. Minute. Bernardo Triguero, frisch eingewechselt für Celalettin Korkut, leitete mustergültig ein, Merz vollendete eiskalt zum 6:0. Damit durfte sich der HSC in die Geschichtsbücher des Vereins schießen - selten war eine Heimpartie so einseitig.

Und das, obwohl Hamburg laut Statistik nur 42 Prozent Ballbesitz hatte. Aber was soll’s - Effizienz schlägt Ästhetik. 24 Torschüsse, sechs Tore, null Gegentreffer: Das nennt man mal eine ordentliche Ausbeute.

Einziger Makel: Charlie Doyle, der 18-jährige Rechtsverteidiger, sah in der 70. Minute Gelb. "Ich wollte nur zeigen, dass ich auch mal auffallen kann", scherzte er nach dem Spiel.

Trainer Happel, gewohnt trocken: "Die Jungs haben es verstanden. Wir haben offensiv gespielt, aber trotzdem diszipliniert verteidigt. Wenn du sechs Tore schießt und hinten nichts kassierst, dann hast du wohl nicht alles falsch gemacht."

Godesbergs Rafael Nadal hingegen war bedient: "Wir hatten den Ball, aber Hamburg hatte den Plan. Wenn Ballbesitz Tore wäre, hätten wir gewonnen." Dann lächelte er müde, sah auf die Anzeigetafel und fügte hinzu: "Das war heute eine Tennispartie, nur leider ohne Sätze für uns."

So endete der Abend mit einem klaren Signal: Der Hamburger SC ist in Torlaune - und zwar in bestechender. Wenn sie so weitermachen, wird’s in dieser Liga bald eng für alle, die noch glauben, Ballbesitz sei halb gewonnen.

Oder, um es mit einem Fan zu sagen, der das Geschehen von der Tribüne kommentierte: "Die Godesberger hatten den Ball - aber Hamburg hatte den Spaß."

Ein sarkastisch-schöner Fußballabend also, an dem der HSC alles richtig machte - und der FC Godesberg alles falsch.

09.06.643997 03:40
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Werner Lorant
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