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Premier League | 14. Spieltag | 18.07.26 | Hapoel Ramat PKI - Tirat Carmel FC 2:2 Schon nach drei Minuten donnerte der erste Schuss aufs Tor - Juergen Fritsch, der linke Verteidiger mit der Schusstechnik eines Betonmischers, prüfte den gegnerischen Keeper Georg Danielsen. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Fritsch später zu und grinste, "aber der Ball hatte andere Pläne." Nur fünf Minuten später machte es Diego Travassos besser. Nach Vorarbeit von Argün Aslan netzte der 32-jährige Linksaußen eiskalt ein. 1:0 - und das Stadion bebte. Doch Tirat Carmel FC zeigte sich unbeeindruckt. Trainerin Babsi Klemm, die am Spielfeldrand ununterbrochen gestikulierte, hatte ihre Mannschaft offenbar auf Flügelspiel getrimmt. "Unsere Jungs sollen mutig sein, auch wenn’s mal weh tut", erklärte sie später. Das tat es dann auch, vor allem für Ramat PKIs Abwehr, als in der 21. Minute Jaime Sancho nach Pass von Isidoro Oliveira zum 1:1 einschoss. Der junge Spanier feierte mit einem Tänzchen, das irgendwo zwischen Salsa und Stolpern lag - aber das Tor war, wie man so schön sagt, "sauber rausgespielt". Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Beide Teams suchten ihr Glück im Angriff, schossen aus allen Lagen und ignorierten dabei gelegentlich die Existenz ihrer jeweiligen Abwehrreihen. Zehn Torschüsse pro Team sprechen eine klare Sprache. Der Ballbesitz? 51 zu 49 Prozent - ein Gleichgewicht, das man wohl als "fußballerische Gerechtigkeit" bezeichnen könnte. In der 57. Minute war wieder Travassos zur Stelle. Eine dieser Szenen, in denen man ahnt, was gleich passiert: Ball an der Strafraumkante, kurzer Haken, Schuss - und das Leder zappelte im Netz. 2:1 für Hapoel, und Marco Maciadi, der Trainer des Heimteams, riss die Arme hoch. "Das war eine Szene aus dem Lehrbuch!", jubelte er. Zwei Minuten später allerdings wirkte sein Gesichtsausdruck wieder, als hätte ihm jemand den Autoschlüssel gestohlen. Denn Tirat Carmel FC blieb gefährlich - und in der 66. Minute schlug Patryk Juskowiak zu. Der 22-jährige Mittelfeldspieler, bis dahin eher unauffällig, verwandelte eine Vorlage von Joel Cantwell zum 2:2. "Ich wollte eigentlich flanken", sagte Juskowiak später lachend, "aber dann war der Ball schon im Tor." Der Fußballgott hat eben Humor. Ab da ging’s hin und her. Gelbe Karten flogen wie Konfetti: Clausen (5.), Brill (18.), Oliveira (68.), Long (74.) und Conte (79.) durften sich über Einträge im Schiedsrichterbericht freuen. Besonders Oliveira schien kurz darauf auch noch sein Nervenkostüm verloren zu haben - seine Gelbe Karte kommentierte er mit einem ironischen Applaus in Richtung des Unparteiischen. In der 70. Minute dann der Schreckmoment für Hapoel: Torvorbereiter Argün Aslan verletzte sich bei einem Zweikampf und musste raus. Für ihn kam der junge Yaniv Vilner, der immerhin in der 82. Minute noch einmal gefährlich wurde, aber an Danielsen scheiterte. "Ich hab’ gedacht, ich schieß ihn durch die Wand", meinte Vilner nach dem Spiel, "aber der Torwart stand halt im Weg." Die letzten Minuten waren ein einziges Ringen um den Lucky Punch. Beide Trainer standen an der Seitenlinie, als würden sie das Spiel mit purem Willen lenken wollen. "Ich hab Marco angesehen, wir dachten beide dasselbe", erzählte Babsi Klemm nach dem Abpfiff. "Nämlich: Bitte keiner mehr treffen, ich halt das nicht aus." So blieb es beim 2:2 - ein Ergebnis, das niemanden so richtig glücklich machte, aber auch niemanden wirklich enttäuschte. "Ein gerechtes Remis", befand Maciadi, bevor er in Richtung Pressevertreter schmunzelte: "Wenn wir alle Chancen genutzt hätten, stünde’s 5:5." Und so gingen die 44.883 Zuschauer mit einem Lächeln nach Hause - nicht, weil ihre Mannschaft gewonnen hatte, sondern weil sie das bekommen hatten, was Fußball manchmal am besten kann: Chaos, Leidenschaft und Geschichten, die man am nächsten Tag beim Kaffee erzählt. Oder, wie Diego Travassos es später in der Mixed Zone formulierte: "Zwei Tore sind schön, aber drei wären besser gewesen." Ein Satz, der die ganze Wahrheit dieses Spiels in sich trägt. 18.07.2026 22:34 |
Sprücheklopfer
Der österreichische Fußball ist sukzessive in eine schwierige Situation geschlittert, weil sehr viele durchschnittliche Ausländer gekauft worden sind. Da fahren Vereinspräsidenten an den Plattensee auf Urlaub und bringen sich dann vier Kellner mit.
Christoph Daum