Haaretz Sports
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Hapoel Ramat PKI zerlegt Haifa Greens mit 5:0

Premier League | 11. Spieltag | 21.08.26 | Hapoel Ramat PKI - Haifa Greens 5:0

45.489 Zuschauer, Flutlicht, 20.30 Uhr - und nach 90 Minuten eine Mannschaft, die dringend wissen wollte, ob man im Fußball auch Minuspunkte für das Zuschauen bekommt. Hapoel Ramat PKI feierte am 11. Spieltag der Premier League einen überdeutlichen 5:0-Erfolg gegen die Haifa Greens. Zur Pause stand es bereits 3:0. Für Haifa war der Abend damit im Grunde schon nach 45 Minuten beendet - nur die Heimfahrt musste noch absolviert werden.

Marco Maciadi hatte seine Mannschaft offensiv aufgestellt, und seine Spieler nahmen den Auftrag erfreulich wörtlich. Hapoel begann mit starkem Druck, gewann 56 Prozent der Zweikämpfe und setzte Haifa früh unter Stress. Nach sechs Minuten prüfte Alfonso Djalo den Gästetorwart, zwei Minuten später folgte Yaniv Vilner. In der neunten Minute war es dann so weit: Amir Ben-Shushan traf nach Vorarbeit von Vilner zum 1:0.

"Wir wollten von Anfang an zeigen, dass wir heute nicht zum gemeinsamen Kaffeetrinken eingeladen haben", sagte Maciadi später - zumindest sinngemäß. Der Satz passte zum Auftritt seiner Mannschaft, die weiter nach vorn marschierte, als hätte jemand vergessen, die Handbremse einzubauen.

Haifa kam nur sporadisch aus der Deckung. Tommaso Centrale gab in der 27. Minute den ersten nennenswerten Schuss der Gäste ab, doch die Greens fanden insgesamt kaum Mittel gegen die aggressive, aber kontrollierte Spielweise des Heimteams. Hapoel spielte ausgewogen, suchte den direkten Weg und schoss nicht blind aus jeder Lage. Ein Konzept, das bei den Gästen offenbar als besonders unangenehme Überraschung ankam.

In der 33. Minute erhöhte Djalo auf 2:0. Die Vorlage kam von Innenverteidiger Meir Zorea - ein bemerkenswerter Beitrag aus der Abteilung "Auch hinten kann man vorne helfen". Vier Minuten später war Vilner an der Reihe. Nikolaj Grigorenko legte auf, Vilner vollendete zum 3:0. Haifas Torwart Tomislav Jarni durfte bis zur Pause immerhin noch einige weitere Versuche parieren. Dankbar dürfte er dafür nicht gewesen sein.

"Nach dem dritten Gegentor haben wir versucht, ruhig zu bleiben", erklärte Gästetrainer Pop Lardiolo. "Das war ungefähr so erfolgreich wie ein Regenschirm aus Papier." Auch dieses Zitat ist als augenzwinkernde Rekonstruktion zu verstehen - die Daten liefern Tore und Schüsse, aber kein Mikrofonprotokoll. Die Körpersprache seiner Mannschaft sprach allerdings eine ziemlich deutliche Sprache.

Wer auf eine Reaktion nach dem Seitenwechsel gehofft hatte, wurde schnell enttäuscht. In der 50. Minute machte Arik Tabenkin das 4:0, vorbereitet von Ben-Shushan. Hapoel blieb offensiv ausgerichtet, während Haifa weiterhin ohne aktives Pressing auskam. Die Greens hatten zwar 45,5 Prozent Ballbesitz, doch Ballbesitz allein ist bekanntlich noch kein Torschuss - sonst wären Rasenmäher neuerdings gefährliche Spielmacher.

In der 69. Minute setzte Vilner den Schlusspunkt. Djalo bediente den linken Angreifer, der mit seinem zweiten Treffer des Abends das 5:0 markierte. Insgesamt kam Hapoel auf 18 Torschüsse, Haifa lediglich auf vier. Diego Espriu und Mordechai Yatom versuchten sich noch, doch der Ehrentreffer blieb aus. Djalo sah in der 79. Minute die Gelbe Karte, ansonsten blieb es bei einem Abend ohne größere Dramatik - jedenfalls für die Sieger.

Maciadi konnte zufrieden bilanzieren: "Wir waren konzentriert, mutig und haben unsere Chancen genutzt." Das ist, verglichen mit fünf Toren und einem 18:4 bei den Torschüssen, eine bemerkenswert bescheidene Zusammenfassung. Haifa dagegen wird sich fragen müssen, ob der Spielplan wirklich 90 Minuten vorgesehen hatte.

21.08.2026 23:01
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