Jamaica News Bulletin
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Harbour View zerlegt Monymusk FC - Karibische Offensivgala im Flutlicht

Wenn 56.854 Zuschauer in Kingston ein Stadion in ein Tollhaus verwandeln, dann muss Harbour View gespielt haben. Und wie sie spielten! Beim 4:1 (1:0) gegen Monymusk FC am 3. Spieltag der 1. Liga Jamaica zeigte die Mannschaft von Trainer Dani Petrus eine Vorstellung, die nach tropischer Leichtigkeit und taktischer Disziplin zugleich roch - eine seltene Kombination auf dieser Insel.

Schon in der zwölften Minute legte Georgi Asparuchow den Grundstein. Der Mittelfeldregisseur, der ohnehin gern mehr dirigiert als läuft, traf nach Vorarbeit von Marko Kallio trocken ins linke Eck. "Ich wollte eigentlich flanken", zwinkerte Asparuchow später, "aber wenn der Ball sich entscheidet, lieber reinzugehen, beschwere ich mich nicht."

Monymusk hatte zwar etwas mehr Ballbesitz (52 Prozent), aber das war so hilfreich wie ein Regenschirm im Orkan. Harbour View presste nicht, aber wenn sie angriffen, dann mit Nachdruck. Ganze 17 Torschüsse feuerten sie ab, während Monymusk mit drei kümmerlichen Versuchen kaum den neuen Torwart Damian Velasco beschäftigte, der zur Halbzeit für den erfahrenen Jossi Pines-Paz kam. Velasco sollte später im Mittelpunkt stehen - allerdings unfreiwillig.

Nach der Pause legte Harbour View los, als hätte Petrus in der Kabine die Stromrechnung vorgelesen. In der 51. Minute erhöhte Carles Calderon, erneut nach Vorlage von Kallio. Der Finne grinste hinterher: "Ich mag es, wenn andere die Arbeit beenden - spart Energie." Calderon wiederum bedankte sich artig, "aber ich hätte ihn auch ohne Vorlage gemacht", fügte er mit einem Lächeln hinzu.

Monymusk versuchte, mit spielerischer Balance dagegenzuhalten, doch ihre Angriffe wirkten wie höfliche Anfragen an eine überforderte Hotline. Harbour View dagegen hatte Spaß. In der 74. Minute durfte Rechtsverteidiger Christian Jacurso zeigen, dass auch Außenverteidiger schießen dürfen. Sein Schuss von der Strafraumkante zischte unhaltbar ins Netz - 3:0. Trainer Petrus sprang wie ein Teenager auf, warf seine Kappe in die Luft und brüllte: "Das war Trainingsthema Nummer eins!"

Vier Minuten später machte Bradley Harrington alles endgültig klar. Nach sehenswerter Kombination über Asparuchow und Kallio traf der flinke Linksaußen mit links - 4:0. "Ich hab den Wind gespürt", sagte Harrington nach dem Spiel, "der hat den Ball getragen. Jamaikanischer Rückenwind, versteht sich."

In den letzten Minuten passierte dann noch einiges - aber nichts, was das Ergebnis gefährdete. Linksverteidiger Christo Mantschew sah in der 84. Minute Gelb, "weil ich zu euphorisch gejubelt habe, obwohl es gar kein Tor war", wie er lachend erklärte. Drei Minuten später revanchierte sich Monymusks Taylor Berryer mit einer eigenen Gelben Karte - wohl mehr aus Solidarität. Und dann kam die traurige Note: Ersatzkeeper Velasco verletzte sich kurz vor Schluss am Knöchel. "Ich wollte eigentlich nur Zeit schinden, bin aber über meine eigenen Schnürsenkel gefallen", gab er zu.

Monymusk bekam in der Nachspielzeit wenigstens noch den Ehrentreffer: Javier de la Sota traf nach Vorlage seines Teamkollegen Berryer zum 4:1. Der Spanier hob entschuldigend die Hände in Richtung Heimkurve - fast so, als wollte er sagen: "Keine Sorge, wir stören nicht weiter."

Statistisch betrachtet war es ein kurioses Spiel: Mehr Ballbesitz für Monymusk, aber eine Zweikampfquote von mageren 42 Prozent. Harbour View dagegen stark in den Duellen (58 Prozent) und mit deutlich mehr Zug zum Tor. Taktisch blieb Petrus’ Team über 90 Minuten offensiv eingestellt, während Monymusk in seiner "balancierten" Formation eher ausbalanciert wirkte - zwischen Verzweiflung und Ratlosigkeit.

"Wir wollten zeigen, dass wir auch ohne Ball gefährlich sind", sagte Trainer Petrus nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern. "Und ehrlich gesagt: Mit Ball sind wir noch schlimmer."

Ein Zuschauer auf der Tribüne brachte es auf den Punkt, als er beim Abpfiff rief: "Harbour View spielt, Monymusk schaut zu!" - und genau so war es. Ein Spiel, das in Erinnerung bleibt: wegen der Tore, der Sonne über dem Meer und eines Teams, das weiß, wie man Fußball mit karibischem Flair zelebriert.

Am Ende blieb nur die Frage, ob Harbour View noch besser kann. Petrus grinste: "Wenn wir anfangen, unsere Chancen wirklich zu nutzen, wird’s unfair." Ein Versprechen, das klingt wie eine Drohung - zumindest für die nächsten Gegner.

14.04.643997 11:10
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Ich hab gleich gemerkt, das ist ein Druckschmerz, wenn man drauf drückt.
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